Re: nationalsozialistische Argumentationsmuster?
Verfasst: 03 Apr 2014, 13:18
Auch im Westen besteht übrigens bis heute das Paradoxon, dass Mord, Gewalt und Krieg in filmischen Darstellungen den Jugendlichen durchaus in aller Detailtreue gezeigt werden dürfen, nicht aber eine konkrete Vollziehung des Liebesaktes, selbst wenn es dabei ohne jede Unterdrückung oder Entmenschlichung zugeht. Da fragt man sich schon manchmal, wie verquer das eigentlich ist. Begründbar ist das auch nur mit dem Erziehungsauftrag, den eine Gesellschaft vorgibt. Daher mag es durchaus so sein, dass eine andere Gesellschaft auch Homosexualität nicht in der Öffentlichkeit propagiert sehen will. Das Paradoxon zwischen Gewalt und Sex ist Russland noch viel ausgeprägter als in Deutschland.
Wirklich problematisch ist, dass es in Russland aber eben nicht allein um die Sendezeiten von Filmen im Fernsehen oder ähnliches geht sondern um den ganz realen Alltag und dort Grenzziehungen faktisch nicht machbar sind, was Kinder und Jugendliche mitbekommen dürfen sollen und was nicht. Ein schwules Paar, dass händchenhaltend Freunde mit Kindern besuchen, wird da mindestens latent kriminalisiert. Das geht viel zu weit und fördert extrem eine Blockwartmentalität.
Wirklich problematisch ist, dass es in Russland aber eben nicht allein um die Sendezeiten von Filmen im Fernsehen oder ähnliches geht sondern um den ganz realen Alltag und dort Grenzziehungen faktisch nicht machbar sind, was Kinder und Jugendliche mitbekommen dürfen sollen und was nicht. Ein schwules Paar, dass händchenhaltend Freunde mit Kindern besuchen, wird da mindestens latent kriminalisiert. Das geht viel zu weit und fördert extrem eine Blockwartmentalität.