pippie hat geschrieben:Ja es ist schon ein ziemlich abstrakter Fall, den Dietrich hier als Beispiel gebracht hat. Und bezeichnend ist auch, dass in der Diskussion nicht daruf eingegangen wird, was ist, wenn weiter gemordet wird, sondern gefragt wird, bei welcher Prozentzahl von Unschuldigen ich anders handeln würde.
Gut, dass dieser Fall in Wirklichkeit sicher nicht eintritt.
Natürlich tritt der SO in Wirklichkeit wohl kaum ein.
Es sollte ja auch kein (wirklicher) Fall sein, sondern eine Art Gedankenspiel, bei dem man, wie ich finde, aber mal ganz gut auch seine eigene Einstellung zum Rechtstaat und zum Prinzip "im Zweifel für den Angeklagten" darstellen und vielleicht auch überdenken kann.
Hast du dir denn mal überlegt, welche Prozentzahl dies bei dir gefühlsmäßig so ist?
Aus dem Grund habe ich auch die sehr emotionale Diskussion um die Todesstrafe außen vor gelassen, da hier die Grundsätzliche Entscheidung "ist die Todesstrafe auch dann O.K./nicht O.K. wenn die Schuld wirklich zu 100% bewiesen ist" schon von emotionalen Entscheidungen abhängig ist, während man wohl kaum darüber diskutieren braucht, ob ein Mörder überhaupt eine Strafe (also zumindest Gefängnis) erhalten sollte.
Und auch das Thema Sicherheitsverwahrung ist in dem Fall absolut Nebensächlich bei der Frage, ob man Unschuldige einsperren würde, um damit auch Schuldige zu erwischen. Können wir allerdings gerne drüber diskutieren, falls der Einbringer des Themas seine Meinung dazu darlegt.
@Nikolaus: Der Zusammenhang zu P.R. war die Aussage, dass es doch Schnuppe sei, ob der Prozess rechtstaatlich war, hauptsache die Damen sind (irgendwie) erstmal weg von der Bildfläche und es werden Nachahmer abgeschreckt. Ist zwar nicht genau das Gleiche, geht aber in die gleiche Richtung. Zumindest wird hier unter Umständen jemand für (rechtlich gesehen) unnötig lange weggesperrt, nur damit ein Ziel erreicht wird, bzw. Menschen bestraft werden, die man selbst "nur scheiße" findet.