bauplan hat geschrieben:Aber gerade bei "Aufweichung des Rechtstaates, Beschneidung der Grundrechte," scheint es ja in aller Welt normal zu sein so etwas zu machen.
Um mal bei deiner "du willst doch nicht etwa ...vergleichen"-Rhetorik zu bleiben:
Du willst doch nicht die Prozesse gegen Pussy Riot, Khodorkovsky oder die Ermittlungen zum Tode Magnitzkies mit irgendwelchen Prozessen in Deutschland in den lezten 10 Jahren vergleichen, oder?
Oder Verbote von direkten Gegendemonstrationen zweier gewaltbereiter Gruppen mit dem generellen Verbot von homosexueller Propaganda. Oder?
bauplan hat geschrieben:Wie ich schon öfter geschrieben habe, in Russland werden solche Tendenzen sofort ganz groß angeprangert, aber im Rest der Welt sieht man locker drüber hinweg.
Wo das denn?
Entsprechende Gesetze würden in Deutschland, Frankreich, den USA, wo auch immer genau so kommentiert werden. War Guantanamo nicht genau so in der Presse? Oder waren die Meinungen dazu irgendwie positiv? Die Unregelmäßigkeiten bei der US-Wahl waren Thema Nr. 1 und über Wahlmodalitäten in Deutschland wird regelmäßig erhitzt diskutiert.
Vielleicht hast du auch die Kritik an Ungarn gelesen, die in den letzten Tagen überall in der Presse zu lesen war.
Aber dies ist eben ein Russlandforum, deshalb geht es hier eben primär um Russland.
bauplan hat geschrieben:Was "Führerkult" angeht sehe ich das in Russland stark gesellschaftlich bedingt und sehe den nicht als "Führerkult" in dem Sinne wie Hitler und Stalin.
Den Unterschied hätte ich gerne mal qualitativ genau auseinanderdividiert. Was ist und wie lange geht ein "gesellschaftlich bedingter" (und damit "guter???) Führerkult und wann beginnt ein anderer, schlechterer?
Waren nicht auch Hitler und Stalin in ihrer (Selbst)darstellung "starke Anpacker, die nur das beste für ihr Volk wollten"?
Personenkult hat aber in der Politik so oder so nichts zu suchen. Personen in der Politik sollten nach Möglichkeit recht schnell austauschbar sein und ihre Politik sollte im Vordergrund stehen. Ich weiss, das es in dieser Absolutheit recht utopisch ist, weil die meisten Menschen eben eher Personen als Programme wählen. Aber das bedeutet ja nicht, dass man nicht trotzdem so etwas nach Möglichkeit nicht auch noch fördern sollte!
bauplan hat geschrieben:"staatlich geförderter Nationalismus" wie überhaupt Nationalismus ist weltweit sehr unterschiedlich verteilt, die Norweger haben auch einen satten Nationalismus, die USA sowieso, in der alten BRD war er eher wenig. Und da kann ich dich nur unterstützen, ich würde immer für einen Internationalismus plädieren. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du ein Internationalist bist.
Da kommt es jetzt wieder darauf an, was man alles unter Nationalismus versteht und vor allem, wie man diesen gegen Internationalismus abgrenzt. Wenn Nationalismus bedeutet, "wir sind die besten und stärksten und alle anderen sind minderwertig", dann bin ich mit Sicherheit kein Nationalist.
Was würde jemanden in deinen Augen zum Internationalisten machen? Bzw. was explizit nicht? Was mache ich "falsch" um in deinen Augen internationalist zu sein?
bauplan hat geschrieben:Dietrich hat geschrieben:Wenn man einen modernen Staat und eine moderne Gesellschaft möchte, dann sollte man sich auch an modernen Gesellschaften orientieren und nicht in seiner Sturköpfigkeit auf einem "eigenen Weg" beharren, der so oder so ähnlich schon andere ins Verderben geführt hat.
Entschuldige, an welchen Staaten sollte man sich orientieren? Deutschland, USA, GB, Frankreich, Japan, .....
Such dir einfach einen Staat aus, der in deinen Augen eine moderne und demokratische Gesellschaft darstellt.... Wenn dir die von dir genannten nicht genehm sind, dann nimm die Schweiz, Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen (trotz Nationalismus) oder meinetwegen auch Griechenland als Wiege der Demokratie.
Oder meinetwegen bastel dir aus der Definition von Demokratie selbst einen Idealstaat zusammen.
Und dann schau auf solche Dinge wie Gewaltenteilung, Parteien, Wahlen, etc.