Zejtnot hat geschrieben:Fugen, dummerweise sind in den Verwaltungsgebäuden und waren auf dem Flughafen keine Rentner und Frauen. Sondern Leute in schwarzen Masken, und dann im Nachhinein stellt sich noch heraus, dass es offensichtlich nicht einmal gelang, dafür lokale Männer zu gewinnen, und überschwängliche russische Nationalisten importiert werden mussten. Und da ist doch die Frage: Wie soll man als ukrainische Regierung darauf reagieren?
Nennen wir mal die Ukraine einen Rechtsstaat, der vom Parlament beschlossene Gesetze hat, die für alle im Land gelten. Ich will jetzt keinen Vergleich mit westlichen Staatssystemen machen, aber im Vergleich mit Russland steht die Ukraine bei den Gesetzen vermutlich nicht schlechter da.
Ob nun die Maskierten Separatisten, Terroristen, Einheimische oder fremde "Freiheitskämpfer" sind, kann auch egal sein. Sie benehmen sich wie kriminelle Rowdys und kommen damit massiv mit dem Gesetz in Konflikt. Da ist der Staat einfach verpflichtet (lt. Gesetz), diese Kriminalität zu unterbinden und notfalls gewaltsam zu bekämpfen (staatliches Gewaltmonopol!)
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass z.B. in Russland Amnestien angeboten werden und solche Gruppen eine längere Überlebenschance hätten Es gibt reichlich Beispiele, wie das "Recht" in Russland funktioniert. Da gibt es schnelle, radikale Lösungen, so schnell, dass sie oft schon erledigt sind, ehe internationale Presse anrückt oder kluge Forenmitglieder das in aller Breite kontrovers diskutieren können.
Zejtnot hat geschrieben:Wir können natürlich als Argumente auch noch den Freiheitskampf des Che Guevara herausholen - aber solche Vergleiche sind doch am Ende nur ein Schönreden der fatalen Situation, dass irgendwelche schwarzmaskierten Typen eine Region in den Krieg gezogen hätten. Wie sähe denn Slawjansk heute aus, ohne diese Typen. Leiden die Russen in Dnepropetrowsk - wo es ruhig ist - in irgendeiner Weise unter Kiew?
Man kann die schlechten Beispiele überall in der Welt finden, angefangen von Obamas diversen "Friedensaktionen", über Afrika, Südamerika, Naher Osten usw. Da wird man genug Sch**e finden. Das wird auch in den russischen Medien gerne angeführt, statt mal vor der eigenen Haustür zu fegen.
Seit Ende der CCCP gab es bei ethnischen Konflikten mit russischer Beteiligung weitaus mehr Tote -- auch jede Menge Zivilisten, als in der Ukraine.
Spricht denn irgendjemand bei der Erstürmung des von tschetschenischen Terroristen besetzten Musicaltheaters "An der Dubrowka" (2002), wo über 100 Geiseln (Zivilisten) ums Leben kamen von Völkermord und "Freiheitskämpfern"? Wurden da Verhandlungen und Amnestien angeboten? Nein, da wurden die "Faschistischen Truppen aus Moskau" noch als Helden gefeiert und jegliche Aufklärung von Staats wegen unterbunden.
Man kann das eine gegen das andere Drama nicht aufrechnen, aber bei der Beurteilung auch mal etwas Selbstkritik üben, ehe man auf Andere verbal einprügelt.
Vielleicht kann man ukrainische Aktionen auch mal an eigenen "Heldentaten" messen!
Zejtnot hat geschrieben:Natürlich frage ich mich auch: Warum brauchte der Maidan die Revolution? Nächstes Jahr wären sowieso Wahlen gewesen und da hätte man für eine Abwahl Janukowitschs Stimmung machen können. Dies hätte endlos Blut vermieden und die Krim wäre weiterhin ukrainisch.
Hätte, hätte, aber nun war die Ursache, der abgelehnte EU-Assoziierungsvertrag, mal gerade aktuell und
alleine darum ging es am Anfang des "Euromaidan". Diese Unterschrift wollte man sofort und nicht erst nach der nächsten Wahl.
Der einzige positive Effekt, wenn auch ungewollt: Der Vertrag wurde aufgeschoben und gründlich überarbeitet.