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Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 14 Sep 2014, 14:36
von daveg
Sachse007 hat geschrieben:Ich frage mich wirklich: "Warum machen die nicht mehr selbst?"
Ganz einfach: weil sie es nicht können!

25 Jahre lang wurde nichts mehr in Entwicklung und in die produzierende Indstrie im allgemeinen inestiert. Und das was investiert wurde, kam irgendwie nicht an (kam eher in Südfrankreich an), bzw. wurde falsch investiert (s. Skolkovo).

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 14 Sep 2014, 14:38
von daveg
kamensky hat geschrieben:
daveg hat geschrieben:
Sachse007 hat geschrieben:Sicherlich muß in Russland etliches geändert werden (auch eine Verbesserung der Infrastruktur wäre wünschenswert), aber das ist eine Aufgabe Russlands und nicht der EU geschweige denn der USA. Diese sollten sich erst einmal um ihre eigenen Probleme kümmern. Aber ich glaube auch, dass sich Russland wohl die Finanzmärkte vornehmen könnte, die "Heilige Kuh" der USA sowie der EU und unsere eigentliche Regierung. Eine Abstufung durch die US-Ratingagenturen ist schlimmer als Unruhen in der eigenen Bevölkerung (siehe Griechenland). Wenn es um Besorgnisse der Finanzmärkte geht, dann kommen unsere Regierungen wirklich ins Laufen. Und diese Märkte sind alles andere als stabil...
Und man kann nur hoffen, dass sich nun an der in Russland verbreiteten Einstellung "Im Westen kaufen ist besser als selbst herstellen!" einiges ändert. Da muß ich immer an das "eingeschlafene" Schnellzugprojekt denken...Möglicherweise wird Russland in einigen Jahren wirklich besser aufgestellt sein als heute, auch wenn es jetzt eine Durststrecke gibt, denn erst einmal besteht wirklich Nachholebedarf. Die Skolkowo-Initiative (http://skolkovo.ucoz.com/) war wohl einmal ein Anfang, aber was daraus geworden ist, weiß ich zur Zeit auch nicht genau.
Aber ob die EU da so einfach herauskommt, wenn sie ihren wichtigsten Handelspartner im Osten verliert und das auf Dauer...
Skolkovo ist ein Milliardengrab (und eigentlich längst vergessen) und Züge kann Russland selbst keine (mehr) herstellen. Alle aktuellen Zugprojekte (oder im weitesten Sinne Straßenbahn und Metro) werden nur mit ausländischer Hilfe (Bombardier, Siemens, Pesa, Alstom, Skoda) realisiert. Selbst Putins persönlicher Zug kommt von Pesa!
He, he du hast Stadler noch vergessen ;)

http://www.stadlerrail.com/medien/2014/ ... hafenzuge/
Dort liefern wir auch zu, ist aber eben Weißrussland, noch nicht einmal Russland (dort gab es schlichtweg niemanden mehr, der nicht irgendwie schon gebunden ist).

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 14 Sep 2014, 19:59
von GIN
daveg hat geschrieben:
Sachse007 hat geschrieben:Ich frage mich wirklich: "Warum machen die nicht mehr selbst?"
Ganz einfach: weil sie es nicht können!

25 Jahre lang wurde nichts mehr in Entwicklung und in die produzierende Indstrie im allgemeinen inestiert. Und das was investiert wurde, kam irgendwie nicht an (kam eher in Südfrankreich an), bzw. wurde falsch investiert (s. Skolkovo).
Die Aufgabe von Skolkovo ist es nicht Manufakturen zu unterstützen, sondern nur die Geschäftsidee vom Stadium Idee in den Piloten zu bringen.
Ich halte Skolkovo noch nicht für gescheitert, man sieht das erst in 5 bis 10 Jahren.
Wenn nur 2 Projekte von 100 kommerzialisiert werden dann ist das schon ein Erfolg. Ich kenne einige Unternehmen da habe ich Vermutungen das die zu nationalen Erfolgen werden.
Internationale Erfolge werden wir aber wohl nicht sehen, dafür müsste erst einmal die russische Zollgesetzgebung geändert werden.
Der russische Zoll ist das grösste Hinderniss für Exporte.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 14 Sep 2014, 20:51
von Sachse007
"Der russische Zoll ist das grösste Hinderniss für Exporte."
Also, das verstehe ich jetzt nich...

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 14 Sep 2014, 23:22
von GIN
Sachse007 hat geschrieben:"Der russische Zoll ist das grösste Hinderniss für Exporte."
Also, das verstehe ich jetzt nich...
Für den Export aus Russland brauchst Du immer lästige Verträge mit deinem Käufer im Ausland. Einfach so eine "Orderconfirmation und Invoice" geht nicht.
Der Vertrag geht durch den Zoll und sollte genehmigt werden. Um vom Zoll genehmigt zu werden brauchst Du lästige Zertifikate wie zbs Gost R. Dann für gewisse Produkte noch extra Messmittelprotokolle usw die auch am Ende dann der Zoll prüft...... Bis auf Russland brauchts aber kaum jemand im Ausland..., trotzdem verlangt es aber der Zoll was so stupide ist.
Deshalb investiert auch nicht BASF, Basell zbs in Russland in Exportanlagen, sondern beliefert den russischen Markt aus dem Ausland. In der Chemischen Industrie gibt's ja auch oftnoch Exportzölle die Ware natürlich verteuern.
In der IT oder Logistik zbs würde ein Kunde auch nicht verstehen wieso er für einen 2000 Euro Auftrag einen Vertrag unterzeichnen musst.
Dann gibt's noch dieses VAT 18% Problem. Ich habe bis jetzt noch keinen erlebt der wirklich mit 0% Vat rausgekommen ist. Es mag aber natürlich Firmen geben die es gepackt haben nicht 18% abzudrücken.
Ich kenne genug russische It ler die deshalb in Israel oder der Schweiz ihre Unternehmung führen.
Logistiker haben extra westliche Töchter gegründet um den lästigen Weg via Vertrag und Zoll und damit auch Valutenkontrollen zu entgehen.
Am Ende ist immer der Zoll der willkürlich deine Prozesse stört.

und und und.. könnte hier Texte schreiben, die Schweiz ist voller Dienstleister die wegen diesen Problemen ihr Business in die Schweiz geschoben haben.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 15 Sep 2014, 00:17
von Andy
GIN hat das russische Exportprobem gut beschrieben. Wir exportieren zwar inzwischen regelmaessig Maschinen ins westliche Ausland, wir erhalten sogar die VAT komplett zurueckerstattet, jeder Exportvogang kostet aber mindestens 1000 USD an Gebuehren (Exkont, Broker etc.) und es ist jeded Mal eine Nervenkrieg.
Die Schwierigkeiten der VAT-Erstattung sind wohl das groesste Hemmnis. Zurueckzufuehren ist das aber auf den massiven Missbrauch und Betrug bei der VAT Erstattung. Hier laesst mal wieder die enorme Kriminalisierung und Korruption der russischen Wirtschaftswelt gruessen.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 15 Sep 2014, 00:46
von Sachse007
Uuups! Dagegen war es ja richtig einfach, die Genehmigung zur Ausfuhr von 50 kg Mineralen (unterschiedliche...) zu bekommen, welche ich auf der Kola-Halbinsel gefunden habe. Das ganze habe ich dann einfach als Übergepäck mitgenommen. War trotzdem ziemlich aufregend...

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 16 Sep 2014, 13:20
von kamensky
Alex KA hat geschrieben:Dollar wird fallen, dieses mal richtig..
Oder doch eher umgekehrt?

"Irrtum sprach das Igelmännchen und stieg vom Kaktus" ;)

http://www.cash.ch/news/boersenticker/d ... 244651-450

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 16 Sep 2014, 13:28
von daveg
kamensky hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Dollar wird fallen, dieses mal richtig..
Oder doch eher umgekehrt?

"Irrtum sprach das Igelmännchen und stieg vom Kaktus" ;)

http://www.cash.ch/news/boersenticker/d ... 244651-450

Und kein Ende in Sicht. Wir fangen hier schon einmal an mit einem Euro-Rubel-Kurs von 51 zu kalkulieren.

Selbst Dvorkovich sprach heute von 3-5 Jahren, welche die russische Wirtschaft braucht, um auf das Vor-Krim Niveau zu kommen.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 16 Sep 2014, 13:43
von kamensky
daveg hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Dollar wird fallen, dieses mal richtig..
Oder doch eher umgekehrt?

"Irrtum sprach das Igelmännchen und stieg vom Kaktus" ;)

http://www.cash.ch/news/boersenticker/d ... 244651-450

Und kein Ende in Sicht. Wir fangen hier schon einmal an mit einem Euro-Rubel-Kurs von 51 zu kalkulieren.

Selbst Dvorkovich sprach heute von 3-5 Jahren, welche die russische Wirtschaft braucht, um auf das Vor-Krim Niveau zu kommen.
Möglicherweise braucht es noch länger bei solchen "Aktivitäten"

http://www.e1.ru/news/spool/news_id-411284.html