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Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 20 Nov 2009, 22:42
von ember
Hallo, liebe Forummitglieder!
Ich hoffe, auf Unterstützung in einem relativ heiklen Fall.
Meine russische Freundin hat in Moskau ein D-Visum für einen mehrmonatigen Sprachkurs beantragt. Nun wird von der zuständigen Bearbeiterin in Moskau die Vorlage eines Lebenslaufs eingefordert. Die einzelnen Lebensstationen seien zu belegen, hieß es.
Die Schwierigkeit ist, daß meine Freundin viele Stationen nicht belegen kann, etwa weil die Firmen, bei denen sie gearbeitet hat, längst nicht mehr existieren, bzw. sie als Selbständige ohne offizielle Anmeldung gearbeitet hat. :(
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibt es Ideen, wie man in einem solchen Fall vorgehen kann? Ist es üblich, daß Lebensläufe eingefordert werden? Was bezweckt die Botschaft damit (Rückkehrwille?)? - Ich bin für jeglichen Tip / Erfahrungsbericht dankbar...
Danke!
Erich
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 00:32
von Schwabe
Hallo Erich,
diese Probleme existieren leider oft, zB arbeiten ohne Anmeldung (Propiska). Das hab ich auch schon gehört. Ich würde das zu erwähnen natürlich vermeiden. Andererseits muss sie ja nicht ausdrücklich im Lebenslauf schreiben, dass die Firmen nicht mehr existieren. Wenn die in der Botschaft Interesse haben, dann werden sie schon nachhaken. Außerdem kann ja wahrscheinlich deine Freundin nix dafür, dass die Firmen nicht mehr existieren.
Hat sie denn studiert? Sie könnte da einen Schwerpunkt drauf legen, damit man sieht, dass sie gebildet ist etc.
Korrigiert mich bitte, falls ich falsch liege.
Schwabe
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 01:02
von ember
Hallo Schwabe!
Also ist es nicht ungewöhnlich, daß ein Lebenslauf verlangt wird? Ich war ein wenig überrascht, da es in den PDF-Dokumenten auf der Webseite nicht erwähnt wurde.
Irgendeine Idee, was die Botschaft mit dem Lebenslauf macht? Den Rückkehrwillen ermitteln?
Das mit dem Studium ist so eine Sache. Sie hat zwar ein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen, aber findet das Diplom nicht mehr. In der Wohnung gab es nämlich einen Einbruch und seitdem ist das Dokument weg... :-(
Es kommt halt immer alles richtig Dicke, wenn es kommt...
Danke für die Hilfe!
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 01:56
von Schwabe
Hallo Erich,
ich habe leider keine Erfahrungen mit den Visen direkt. ich hoffe, andere Forumsmitglieder können dir da weiterhelfen.
Ich gehe auch davon aus, dass sie den Rückkehrwillen ermitteln wollen. Möglicherweise wollen sie damit die Stabilität deiner Freundin durchleuchten.
Das ist sehr bedauerlich, dass sie das Zeugnis verloren hat :( Aber ich bin mir sicher, sie kann an der Uni nachfragen, ob man ihre Akte einsehen kann. Das ist definitiv möglich. Ich weiß davon, dass heute ehemalige Studenten ihre 20-30 Jahre alten Studienakten einsehen können. Vielleicht hilft das weiter?
Viele Grüße
Schwabe
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 02:24
von wolk0815
Hallo Erich,
geben meinem Landsmann recht. Sie soll schauen, dass sie ein Ersatzdiplom oder eine Abschrift bekommt. Visum hin oder her - das ist ein Papier, das man nicht einfach geklaut bekommt und dann nichts macht.
Zum Thema Arbeit:
naiv-unwissend gefragt: gibt´s denn das Arbeitsbuch nicht mehr?
Ich denke der Lebenslauf soll vielmehr dazu dienen sich ein Bild zu machen, warum sie denn einen Sprachkurs in D "braucht" oder brauchen kann. So einfach aus Lust und Laune geht das halt auch scheinbar nicht.
Meiner zum-damaligen-Zeitpunkt-Verlobten-jetzt-Frau wurde ein Visum für einen Sprachkurs auch "einfach so" (da man ja erst mal keinen Grund erfährt) abgelehnt. Der Kurs sollte zur Vorbereitung auf TestDaf und ein Studium hier dienen. Vielleicht missfiel denen einfach nur, dass sie schon in Russland studiert hatte. Keine Ahnung...
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 02:42
von ember
Hallo Schwabe!
Wir werden in jedem Fall versuchen, an ein entsprechendes Dokument zu kommen.
Ich hoffe aber auf der anderen Seite, daß das Konsulat nicht zu streng ist und nicht für alle Punkte entsprechende Dokumente verlangt. Ist derzeit nur eine Hoffnung, aber ich kann mir vorstellen, daß meine Freundin nicht die Erste und Einzige ist, die Schwierigkeiten mit Belegen hat. Zumindest legt mein Eindruck der russischen Verhältnisse diese Vermutung nahe.
Oftmals melden Firmen in Rußland Mitarbeiter nicht offiziell an, um etwa Rentenbeiträge o.ä. zu sparen. Was ist, wenn man Angaben im Lebenslauf über derartige Beschäftigungsverhältnisse macht? Gibt es Verbindungen des Konsulates mit russischen Behörden? Hat meine Freundin in so einem Fall zu befürchten, daß sie Steuern oder Beiträge nachzahlen muß? Was macht man in so einem Fall? Derartige Beschäftigungsverhältnisse verschweigen? - Dann wird der Lebenslauf aber sehr kurz werden...
Ich hoffe noch darauf, daß andere Forumsmitglieder mit ihren Erfahrungen weiterhelfen können.
Danke,
Erich
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 02:50
von ember
Hallo!
Ja. Das mit dem Ersatzdiplom machen wir in jedem Fall. Das kann man ja auch für andere Zwecke gebrauchen.
Arbeitsbuch hat sie auch nicht mehr. Das ging bei einem ihrer vielen Umzüge verloren. Es existiert wohl nur noch ein Beleg über eine Beschäftigung.
Wir haben dasselbe vor: auch Vorbereitung auf TestDaf und Studium. Wurde im damaligen Fall auch ein Lebenslauf verlangt?
Danke für den Hinweis auf den Zweck des Sprachkurses. Heißt für uns, wir werden darauf achten, daß der Lebenslauf den Bedarf für einen Sprachkurs mit anschließendem Studium belegt.
Beste Grüße,
Erich
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 02:59
von Schwabe
ember hat geschrieben:
Oftmals melden Firmen in Rußland Mitarbeiter nicht offiziell an, um etwa Rentenbeiträge o.ä. zu sparen. Was ist, wenn man Angaben im Lebenslauf über derartige Beschäftigungsverhältnisse macht? Gibt es Verbindungen des Konsulates mit russischen Behörden? Hat meine Freundin in so einem Fall zu befürchten, daß sie Steuern oder Beiträge nachzahlen muß? Was macht man in so einem Fall? Derartige Beschäftigungsverhältnisse verschweigen? - Dann wird der Lebenslauf aber sehr kurz werden...
Ja, das würde mich auch interessieren! Kennt sich jemand aus?
Danke

Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 04:27
von Apollo
Im Zweifelsfall sollte doch der AG Beiträge nachzahlen müssen, oder ? So what ?
Alle Firmen im CV angeben, wenn Sie nicht mehr existieren, so what ? Ggf. Rückfragen beantworten.
Würde Deiner Freundin vielleicht empfehlen die im Leben wichtigen Dokumente, Abschlusszeugnis und Arbeitsbuch, etwas sorgfältiger zu behandeln.
Re: Lebenslauf: Schwierigkeit Angaben zu belegen
Verfasst: 21 Nov 2009, 12:26
von ember
Hallo Apollo!
Du kannst mir glauben, daß ich das bezüglich dem Umgang mit wichtigen Dokumenten schon erörtert habe. Auf der anderen Seite kann man gegen einen Einbruch in die Wohnung schlecht Vorsorge treffen, nicht wahr?
Der AG muß vielleicht gewisse Beiträge nachzahlen, sofern er noch existiert. Aber Steuernachzahlungen könnten ja auch vom AN verlangt werden, nicht wahr?
Die Kernfrage ist, inwieweit eine Angabe im Lebenslauf überhaupt Zugang zu russischen Behörden findet. Eigentlich hätte das Konsulat ja keine Veranlassung, solche Angaben weiter zu geben. Kennt sich hier Jemand aus, wie da die rechtlichen Grundlagen, bzw. die praktische Situation ist?
Danke!
Erich