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Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 00:55
von Schwabe
Hallo Leute,

ich will jetzt hier nicht zu politisieren anfangen, aber irgendwie scheint mir aus den Nachrichten die ganze Afghanistan Sache ähnlich auszuufern als bei den Russen damals.
V.a. was die Bundeswehr betrifft, diese ganze Diskussionen... :oops: Es war doch von Anfang an klar, dass die Bundeswehr nicht nur "Rot-Kreuz-Päckchen" verteilt. Und jetzt muss man sich auch noch dafür entschuldigen und rechtfertigen ( :x ), dass ein Offizier versucht, das Beste aus einer verzwickten Lage zu machen.

Aber ist ja klar, die Jungs im Bundestag wärmen den Sessel, wogegen die Soldaten auf ihren Allerwertesten aufpassen müssen. Sollten die doch mal an vorderster Linie sein...

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 75,00.html

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 03:22
von bella_b33
ich fand die Handlung richtig, wenn der Feind ein paar Laster klaut(sogar noch einen Faher ermordet!), dann muss er mit sowas rechnen! Das eine Hand voll angeblichen "Zivilisten" dabei umgekommen ist......wieso halten sie sich bei den Taliban auf? Sollte ja mittlerweile auch dort unten im abgelegensten Dorf angekommen sein, daß Krieg ist. 142 Menschen, das muss ja eine Menschentraube gewesen sein an den LKWs.
Ich find es jedenfalls irgendwie nicht gerade toll von Deutschland, sich für alles überall rechtfertigen und entschuldigen zu wollen, sollen sie doch mal dazu stehen! Es ist nunmal Krieg da unten!

Gruß
Silvio

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 04:09
von Nikolaus
bella_b33 hat geschrieben:... Sollte ja mittlerweile auch dort unten im abgelegensten Dorf angekommen sein, daß Krieg ist...
Hm.
Und ich glaubte bisher, dass unsere Regierung und der Bundestag davon ausgehen, dass Deutschland in Afghanistan keinen Krieg fuehrt...

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 04:22
von bella_b33
Da geb ich Dir schon Recht, Nikolaus. Aber muss zur Wahrung des Friedens dort unten nicht auch gegen die Taliban vorgegangen werden? Sicher nicht gerade freundlich, die Tanklaster in die Luft zu jagen, man hätte es auch auf sich beruhen lassen können und so tun als ob nichts passiert wäre. Aber ich denke, der "Gegenangriff" hat den Taliban auch gezeigt, daß sie eben nicht alles ohne Konsequenzen machen können. Sehr bedauerlich ist natürlich die Involvierung von Zivilisten in den Vorfall.

Gruß
Silvio

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 12:52
von Schwabe
bella_b33 hat geschrieben: Ich find es jedenfalls irgendwie nicht gerade toll von Deutschland, sich für alles überall rechtfertigen und entschuldigen zu wollen, sollen sie doch mal dazu stehen! Es ist nunmal Krieg da unten!
Seh ich genauso, Silvio. Die Russen haben damals auch nicht lang gefackelt. Und andere würden es auch nicht tun, z.B. wenn die Jungs von der Legion eingeflogen werden.

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 14:13
von zimdriver
Nikolaus hat geschrieben:.......dass unsere Regierung und der Bundestag davon ausgehen, dass Deutschland in Afghanistan keinen Krieg fuehrt...
Das wird wohl daher kommen, dass Gutmenschentum am Hindukusch nicht unbedingt benötigt wird, Militäreinsatz zum Schutz der Opium- Plantagen zweifelhaft ist und die Alliierten der NATO Krieg führen. Wo geschossen wird, ist Krieg. Wo deutsche Soldaten durch Waddengewalt fallen, ist Krieg. Wo deutsches Militär in Uniform und mit Kampfausrüstung hingeht, ist Krieg.
Für mich ist dies ein wiederholtes Beispiel, wie leicht Beamtentum und Bürokratie zu unheilvollen Ergebnissen kommen. Die Definition hat ja für die Hinterbliebenen der Gefallenen eine sehr praktische Bedeutung, in Form von Rente ja- nein. Irgendwann sah ich einen Bericht im deutschen TV über diese Scheinheiligkeit der Bürokratie und das Leid der Witwen und Waisen.

Aber insgesamt? Es läuft auf das Gleiche hinaus wie damals. Gewinnen kann dort niemand ohne Massenmord. Ein paar Gespräche mit russischen/ sowjetischen Afghanistan- Veteranen zur rechten Zeit wären lehrreich gewesen für die Träumer.

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 15:16
von Romflens
Ja, das fragen der Afghanistan-Veteranen aus dem russischen Kreis wäre voll hilfreich gewesen, Fakt ist ja dass da die Kriegsherren (also Stammesfürsten) regieren und ihre Geschäft mit dem Opium machen. Dieser Einsatz ist doch genauso sinnlos wie die Geschichte Israel-Palästina. Das wird nie aufhören, solange sich da ausländische Mächte mit Geld und Waffen einmischen

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 15:51
von Schwabe
Man könnte eine tolle Karikatur zeichnen, wie z.B.: "Soldat im Kampf am Handy mit Merkel: Frau Merkel, darf ich abdrücken, ich werde sonst selbst erschossen!"

Wahrscheinlich sind es nach allem trotzdem wieder wir - die Deutschen: Ja, die Deutschen, die sind in Afghanistan natürlich an Verbechen gegen die Menschlichkeit beteiligt. Aber wir (USA) haben gar nichts damit zu tun, wir sind nur friedlich in der Gegend rumgefahren.

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 16:05
von achim
Die Amerikaner hätten sich in dieser Situation aber zumindest angeblich zurückhaltender verhalten:

US-Kampfpiloten warnten schärfer vor Luftangriff als bisher bekannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 31,00.html

Und eine direkte Gefahr für Leib und Leben der Deutschen lag ja wohl nicht vor ...

Meine Meinung: Wenn man Sch... baut, dann sollte man wenigstens zu seinen Fehlern stehen. Klar ist das problematisch - es geht ja immerhin um Menschenleben. Aber genau aus diesem Grund sollte der Finger am Abzug nicht allzu zitterig sein und die Entsicherung am Feuerknopf wohl überlegt. Wie gesagt, es war ja keine unmittelbare Gefahrensituation. Alles andere ist Wildwest Manier.

Re: Afghanistan

Verfasst: 05 Dez 2009, 16:27
von Kultgrieche
Kann mir eigentlich nochmals einer erklären, warum meine Steuergelder in Afghanistan verbraten werden? Wo ist da der Mehrwert für mich?