Ahnenforschung in Russland
Verfasst: 07 Mai 2010, 00:15
Hallo,
wer kann mir bei meiner Ahnenforschung in Russland helfen, bzw. mir Tipps geben, wie ich da am Besten vorgehen sollte?
Wer mir Tipps geben, oder gar mir selbstlos beim suchen helfen möchte, würde ich den Namen per PM schicken. Ich habe aber ein wenig Bammel vor den vielen möglichen Verrückten, die dann auf einmal meine Verwandten sein wollen, wenn man so was öffentlich macht. Mir ist auch zu Ohren gekommen, es gäbe in Russland eine Fernsehshow, die sich auf Familienzusammenführungen spezialisiert hat. Soll so ein wenig wie “Eine Chance für die Liebe“ sein. So etwas wäre nichts für mich…
Ich weiß, es hört sich ein wenig schräg an, aber es ist dies was ich noch über meine Familie herausbekommen konnte. Bedauerlicherweise sind inzwischen alle weggestorben, die den Urgroßvater noch erlebt hatten und ich befürchte, ein wenig (bis viel) Dichtung ist im Laufe der Zeit hinzugekommen, aber angeblich soll es sich so zugetragen haben.
Mein Urgroßvater stammt vermutlich aus der Gegend vom Don (eventuell Rostow) und kam im ersten Weltkrieg als Kriegsgefangener nach Deutschland, Bayern, Bad Aibling zum Torfstechen. Er muß Anfang 20 gewesen sein und die Offizierslaufbahn eingeschlagen haben. Die Familie soll Ländereien gehabt haben, angeblich in der Größe Bayerns. Jagdausflüge von bis zu 6 Wochen sollen stattgefunden haben und man sei dabei stets im eigenen Land geblieben. 2x im Jahr seien sie als gesellschaftliches Ereignis nach Petersburg in die Oper gefahren. Angeblich sollen von der Familie auch welche beim Bau der Transib beteiligt gewesen sein. Dabei mit der Versorgung zu tun gehabt haben.
In Deutschland lernte er seine spätere Frau kennen und da zwischenzeitlich in Russland die Revolution ausgebrochen war, zog er es vor, in Deutschland zu bleiben. Außer meinem Nachnamen (bei dem die Schreibweise auch nicht eindeutig ist), weiß ich nur noch, dass er 2 Brüder und 3 Schwestern hatte. Die Familie hatte sich wohl in Richtung London und Paris davon gemacht. Es sollen aber auch welche in Russland geblieben sein.
Im 2.Weltkrieg hatte er sich erfolglos versucht vor dem Krieg zu drücken und wurde als Dolmetscher und Spion eingezogen. Zwei seiner 3 Söhne ebenfalls, der jüngste musste nicht mehr in den Krieg. Sie hatten ja nicht viele Auswahlmöglichkeiten als „Russen“ in Nazi-Deutschland. Der mittlere Sohn dachte es besonders klug anzustellen und wählte eine Waffengattung, die eine besonders lange Ausbildung vorsah. Er hoffte, diese sei erst vorbei, wenn das vermeintlich nahende Ende des Krieges erreicht sei. Die U-Boot Flotte. Er wurde einen längeren Zeitraum in Hamburg ausgebildet, wo er auch eine Hamburgerin kennenlernte die er wohl heiraten wollte. Kurz vor Ende des Krieges lief sein Boot dann doch noch aus und wurde auf der ersten Feindfahrt, relativ kurz nach dem Auslaufen versenkt. Keine Überlebenden. Der älteste Sohn hatte den Krieg am längsten und auch heil überstanden und fiel dann doch noch; sinnigerweise im Russlandfeldzug, angeblich sogar vor Stalingrad.
Mein Urgroßvater sollte Informationen beschaffen. Auf einer Fahrt auf dem Don – so besagt eine weitere Anekdote – soll er sich mit einem Russen angefreundet haben. Als mein Urgroßvater von seinen sechs Kindern erzählte, die in Dt. auf ihn warteten, daraufhin der Fremde ihm riet, die Klappe zu halten und möglichst bald Russland zu verlassen. Er schaffte es wohl überzeugend eine Krankheit zu simulieren und wurde heimgeschickt. Kurz darauf starteten die Sowjets ihre Gegenoffensive.
Nach dem Krieg arbeitete mein Urgroßvater in einem Sägewerk und konnte sich als Ausländer zum Vorarbeiter hocharbeiten, was ihn viele einheimische Deutsche sehr geneidet hatten. Landadelige in Russland hätten wohl eine handwerkliche Grundausbildung in verschiedenen Handwerksberufen erhalten und mein Urgroßvater hatte wohl eine Vorliebe für Holz. In der Region Deutschlands, wo er sich niedergelassen hatte, gab es auch eine Kolonie von Exilrussen. Dies sah ich bei einer Beerdigung auf dem Friedhof von Bad Aibling in Bayern und hörte es in Geschichten.
Ich habe bisher eigentlich immer gezögert, mich um die Vergangenheit zu kümmern, denn an die enteigneten Ländereien würde ich ja sowieso nie herankommen (oder irre ich mich da?). und außer irgendwelchen Geschichten weiß ich da eh nichts Konkretes und bin der Sprache und Schrift obendrein nicht mächtig. Da mir die Geschichte auch ziemlich wild vorkommt und eigentlich nicht viele Klischees fehlen, frage ich mich natürlich auch ob des Wahrheitsgehalts. Vielleicht läßt sich aber trotzdem was herausfinden.
Ich will es jedenfalls nicht völlig unversucht lassen und dachte mir am ehesten noch in einem Forum wie diesem Spezialisten zu finden, die mir weiterhelfen können.
Besten Dank schon mal im Voraus für Eure Hilfe.
wer kann mir bei meiner Ahnenforschung in Russland helfen, bzw. mir Tipps geben, wie ich da am Besten vorgehen sollte?
Wer mir Tipps geben, oder gar mir selbstlos beim suchen helfen möchte, würde ich den Namen per PM schicken. Ich habe aber ein wenig Bammel vor den vielen möglichen Verrückten, die dann auf einmal meine Verwandten sein wollen, wenn man so was öffentlich macht. Mir ist auch zu Ohren gekommen, es gäbe in Russland eine Fernsehshow, die sich auf Familienzusammenführungen spezialisiert hat. Soll so ein wenig wie “Eine Chance für die Liebe“ sein. So etwas wäre nichts für mich…
Ich weiß, es hört sich ein wenig schräg an, aber es ist dies was ich noch über meine Familie herausbekommen konnte. Bedauerlicherweise sind inzwischen alle weggestorben, die den Urgroßvater noch erlebt hatten und ich befürchte, ein wenig (bis viel) Dichtung ist im Laufe der Zeit hinzugekommen, aber angeblich soll es sich so zugetragen haben.
Mein Urgroßvater stammt vermutlich aus der Gegend vom Don (eventuell Rostow) und kam im ersten Weltkrieg als Kriegsgefangener nach Deutschland, Bayern, Bad Aibling zum Torfstechen. Er muß Anfang 20 gewesen sein und die Offizierslaufbahn eingeschlagen haben. Die Familie soll Ländereien gehabt haben, angeblich in der Größe Bayerns. Jagdausflüge von bis zu 6 Wochen sollen stattgefunden haben und man sei dabei stets im eigenen Land geblieben. 2x im Jahr seien sie als gesellschaftliches Ereignis nach Petersburg in die Oper gefahren. Angeblich sollen von der Familie auch welche beim Bau der Transib beteiligt gewesen sein. Dabei mit der Versorgung zu tun gehabt haben.
In Deutschland lernte er seine spätere Frau kennen und da zwischenzeitlich in Russland die Revolution ausgebrochen war, zog er es vor, in Deutschland zu bleiben. Außer meinem Nachnamen (bei dem die Schreibweise auch nicht eindeutig ist), weiß ich nur noch, dass er 2 Brüder und 3 Schwestern hatte. Die Familie hatte sich wohl in Richtung London und Paris davon gemacht. Es sollen aber auch welche in Russland geblieben sein.
Im 2.Weltkrieg hatte er sich erfolglos versucht vor dem Krieg zu drücken und wurde als Dolmetscher und Spion eingezogen. Zwei seiner 3 Söhne ebenfalls, der jüngste musste nicht mehr in den Krieg. Sie hatten ja nicht viele Auswahlmöglichkeiten als „Russen“ in Nazi-Deutschland. Der mittlere Sohn dachte es besonders klug anzustellen und wählte eine Waffengattung, die eine besonders lange Ausbildung vorsah. Er hoffte, diese sei erst vorbei, wenn das vermeintlich nahende Ende des Krieges erreicht sei. Die U-Boot Flotte. Er wurde einen längeren Zeitraum in Hamburg ausgebildet, wo er auch eine Hamburgerin kennenlernte die er wohl heiraten wollte. Kurz vor Ende des Krieges lief sein Boot dann doch noch aus und wurde auf der ersten Feindfahrt, relativ kurz nach dem Auslaufen versenkt. Keine Überlebenden. Der älteste Sohn hatte den Krieg am längsten und auch heil überstanden und fiel dann doch noch; sinnigerweise im Russlandfeldzug, angeblich sogar vor Stalingrad.
Mein Urgroßvater sollte Informationen beschaffen. Auf einer Fahrt auf dem Don – so besagt eine weitere Anekdote – soll er sich mit einem Russen angefreundet haben. Als mein Urgroßvater von seinen sechs Kindern erzählte, die in Dt. auf ihn warteten, daraufhin der Fremde ihm riet, die Klappe zu halten und möglichst bald Russland zu verlassen. Er schaffte es wohl überzeugend eine Krankheit zu simulieren und wurde heimgeschickt. Kurz darauf starteten die Sowjets ihre Gegenoffensive.
Nach dem Krieg arbeitete mein Urgroßvater in einem Sägewerk und konnte sich als Ausländer zum Vorarbeiter hocharbeiten, was ihn viele einheimische Deutsche sehr geneidet hatten. Landadelige in Russland hätten wohl eine handwerkliche Grundausbildung in verschiedenen Handwerksberufen erhalten und mein Urgroßvater hatte wohl eine Vorliebe für Holz. In der Region Deutschlands, wo er sich niedergelassen hatte, gab es auch eine Kolonie von Exilrussen. Dies sah ich bei einer Beerdigung auf dem Friedhof von Bad Aibling in Bayern und hörte es in Geschichten.
Ich habe bisher eigentlich immer gezögert, mich um die Vergangenheit zu kümmern, denn an die enteigneten Ländereien würde ich ja sowieso nie herankommen (oder irre ich mich da?). und außer irgendwelchen Geschichten weiß ich da eh nichts Konkretes und bin der Sprache und Schrift obendrein nicht mächtig. Da mir die Geschichte auch ziemlich wild vorkommt und eigentlich nicht viele Klischees fehlen, frage ich mich natürlich auch ob des Wahrheitsgehalts. Vielleicht läßt sich aber trotzdem was herausfinden.
Ich will es jedenfalls nicht völlig unversucht lassen und dachte mir am ehesten noch in einem Forum wie diesem Spezialisten zu finden, die mir weiterhelfen können.
Besten Dank schon mal im Voraus für Eure Hilfe.