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Visumbeantr. mit Verpflichtungserkl. aus der dt. Botschaft!

Verfasst: 28 Sep 2004, 18:06
von AnGro
Liebe Leute,

Dietrich hat neulich fuer seine Frau ein Visum in Moskau beantragt und danach hier seine Erfahrungen niedergeschrieben. Ich habe heute fuer/mit meine/n Schwiegereltern ein Besuchervisum fuer 30 Tage beantragen wollen, dabei gibt es ein paar Unterschiede.

Zuerst habe ich wie gefordert per Telefon uns einen Termin bestellt. Mir wurde dabei nocheinmal die Liste der vorzulegenden Unterlagen genannt (Fotokopie vom Inlandspass (Fotoseite, Propiska und Familienstand), Reisepasskopie (Fotoseite), Reisepass, Verpflichtungserklaerung (Original und Kopie), 3 Passfotos, 2 Visaformulare (ausgefuellt), Krankenversicherung (Original und Kopie), Bearbeitungsgebuehr in RUR). Auf meine Frage, ob ich die Verpflichtungserklaerung in der Botschaft selber machen kann: Ja, natuerlich, taeglich von 9-12). Fuer dieses Gespraech kam eine Rechnung ueber 213 RUR.

Also bin ich heute dorthin, habe die Verpflichtungserklaerung ausgefuellt und gestempelt gegen 720 RUR wiederbekommen. Das Feld "Bonitaet geprueft" war durchgestrichen, da nicht geprueft, da dies Botschaften nicht duerfen. Da meine Schwiegereltern verheiratet sind, brauchte ich fuer sie nur eine Verpflichtungserklaerung ausfuellen (freiwilliger Hinweis der netten Dame).

Danach bin ich mit meinem Schwiegervater (da verheiratet reicht einer) zum Visabeantragen gegangen. Man hat die Papiere (vollstaendig nach diktierter Liste) nicht angenommen, da folgende Papiere fehlten:
- Bestaetigung seines Arbeitgebers, wo er als was arbeitet (mit Anschrift und Telefonnummer),
- eine Bonitaetspruefung, dazu wollte man erst seinen Kontoauszug mit einem Guthaben von mindestens 50 EUR, in Diskussion einigten wir uns dann auf meinen Kontoauszug, da meine Schwiegereltern als den russischen Banken vertrauende Leute natuerlich kein Konto haben.

Was mich masslos ankotzt:
- Man kann nachfragen wen man will, eine Auskunft, ueber die wirklich vorzulegenden Dokumente bekommt man erst am Visaschalter,
- was geht es die Botschaft an, ob und wenn ja, wo die russischen Verwandten deutscher Staatsangehoeriger arbeiten, wenn sie fuer weniger als einen Monat eine Besuchsreise unternehmen wollen?
- Die Namen der Gespraechspartner in der Visastelle bekommt man nicht gesagt,
- selbst beim Erhalt der Verpflichtungserklaerung bekommt man nicht den kleinsten Hinweis, dass diese im Prinzip sinnlos ist, wenn nicht noch Kontoauszuege mit Gehaltseingaengen des sich Verpflichtenden vorgelegt werden.

Im Prinzip ist es mir wurscht, ob solche Papiere gefordert werden oder nicht, es zeugt aber von ziemlicher Diplomatenarroganz, wenn man bei Nachfragen nichts gesagt bekommt, und daher nochmal antraben darf. Es hat ja auch jeder Zeit, immer wieder zu der verkehrsguenstig gelegenen Botschaft zu gehen. Als Moskauer ist das fuer uns nicht ganz so tragisch, nur glaube ich nicht, dass fuer Weitherangereiste dies anders gehandhabt wird.

Letztendlich regt mich wieder auf, dass ich als der Dumme dastehe, der es nicht versteht, vorher sich drumzukuemmern, was man denn bitteschoen fuer die Beantragung des hoheitlichen Gnadenaktes seiner Diplomatenmajestaet goettlicher Abstammung einer Besuchervisaerteilung benoetigt.

Aber wie dem auch sei, wir beugen uns den Wuenschen und haben wieder was gelernt. Und ihr hoffentlich auch.

Verfasst: 28 Sep 2004, 18:35
von Dietrich
Super!

Da muss ich morgen gleich mal anrufen und in der Hinsicht nachfragen....
(nicht das ich sowas im Moment machen will, aber interessant ist es ja trotzdem)
und wehe die geben mir am Telefon nicht die Auskunft das man den Kram braucht!

Was passiert jetzt wenn die Arbeitslos sind? Oder Pensionaere? Und dazu noch total Mittellos??
Duerfen die dann nicht einreisen?

Und was die Bonitaetspruefung betrifft:
Reicht es auch, wenn man ihm vor den Augen des Schalterbeamten 50 Euro schenkt? Ein Guthaben auf einer Bank kann er schliesslich auch am gleichen Tag noch abheben und versaufen...
DEUTSCHE BUEROKRATIE!!!! Totaler Schwachsinn!

Dietrich.

Verfasst: 28 Sep 2004, 18:38
von AnGro
Du musst aber fragen: Was brauche ich? und nicht: Brauche ich ...?
Alles andere ist Schmuh! :wink:

...

Verfasst: 28 Sep 2004, 19:09
von Sibirier
Und Vorsicht!

Wenn die Schwiegermutter 105 Jahre und ledig ist, muß sie sicherlich noch unterschreiben, dass eine Heirat in Deutschland für sie verboten ist!!!!!!!!!!!!!

Verfasst: 29 Sep 2004, 10:38
von Dietrich
Die deutschen 120-jaehrigen lauern naemlich schon hinter der Grenze, um nochmal ein knackiges junges Ding aus dem Osten abzubekommen!!

Verfasst: 29 Sep 2004, 10:43
von AnGro
So eine mit Sinn fuer Familie und nicht nur fuer Karriere.

Re: Visumbeantr. mit Verpflichtungserkl. aus der dt. Botscha

Verfasst: 29 Sep 2004, 17:46
von AnGro
AnGro hat geschrieben:- eine Bonitaetspruefung, dazu wollte man erst seinen Kontoauszug mit einem Guthaben von mindestens 50 EUR
Hier muss ich mich selber ergaenzen: ... von mindestens 50 EUR je Person und Tag, also fuer beide zusammen fuer ein 30-Tage-Visum wollte die Visastelle von meinem Schwiegervater ein Kontoauszug von 3000 EUR sehen! Ich finde es ziemlich frech, wenn sich meine Gaeste erst durch ein Bankkonto bei einer russischen Bank mit einem Guthaben von 3000 EUR fuer einen Besuch bei mir qualifizieren muessen, einfach weil die die Einladung ausstellende Abteilung der Botschaft mir zwar eine Einladung ausstellen, mich aber nicht auf meine Bonitaet pruefen darf.

Verfasst: 29 Sep 2004, 18:10
von Dietrich
Vielleicht lasse ich die Einladung fuer meine Schwiegermutter dann lieber von meinem Vater machen. Den koennen sie ja gerne auf Bonitaet pruefen.... oder meinen Bruder...

Dietrich.

Verfasst: 29 Sep 2004, 18:13
von AnGro
Nur zu, bist ja selber schuld, dass Du es in Moskau schwieriger hast, was wohnst Du auch im Ausland, bei den Russen und hast auch noch Familie dort!

Verfasst: 29 Sep 2004, 18:15
von Dietrich
Genau!

Deshalb pruefen sie bei uns die Bonitaet auch nicht, weil wir eh arme Schlucker sind. Denn (bis auf die bei der Botschaft arbeitenden) sind alle Deutschen die in Russland leben naemlich die letzten Idioten.
Zumindest in den Augen der Botschaft!