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3768 Meter unter dem Eis

Verfasst: 10 Feb 2012, 01:33
von Axel Henrich
http://www.sueddeutsche.de/wissen/bohru ... -1.1278990
Ein Bohrteam aus Russland ist der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge in der Antarktis bis zum Wostoksee in fast vier Kilometern Tiefe durchgestoßen. Das Gewässer ist wahrscheinlich seit 15 Millionen Jahren von der Außenwelt isoliert.
Es wird befürchtet, das Bohrteam könnte das einzigartige Ökosystem beim ersten Kontakt mit oberirdischen Mikroben oder technischen Bohrflüssigkeiten verseuchen.

Die Russen sahen daher vor, auf den letzten Metern einen sterilen Bohrkopf zu verwenden, der sich durch das Eis schmilzt. Er sollte kurz vor der Wasseroberfläche anhalten und zurückgezogen werden. Künstlicher Unterdruck im Bohrloch hätte dann Wasser aus dem See einige Dutzend Meter nach oben gesogen, wo es festfrieren sollte.

Aus diesem Eispropfen will das Team im kommenden Dezember Proben gewinnen.
-ah-

Re: 3768 Meter unter dem Eis

Verfasst: 10 Feb 2012, 01:42
von bella_b33
Wow....für russische Verhältnisse eine unerwartete Vorsicht bei der Sache!

Re: 3768 Meter unter dem Eis

Verfasst: 10 Feb 2012, 03:30
von Axel Henrich
bella_b33 hat geschrieben:Wow....für russische Verhältnisse eine unerwartete Vorsicht bei der Sache!
Ich weiß nicht, ob Sie das sowieso schon so vorhatten ... ;) , auf jeden Fall gab es international jede Menge "Hinweise", doch bitte vorsichtig zu sein, weil ... Auf jeden Fall ne colle Idee.

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft ... 11933.html
Versuche, das geheimnisvolle Gewässer zu erreichen, gab es schon einige. Eine internationale Übereinkunft stoppte 1998 die Bohrungen an dem See nur 150 Meter über dessen Oberfläche. Zu groß war die Angst, dass die Bohrungen zu einer Kontamination des Wassers durch Chemikalien und Bakterien führen könnte. Unter strengen Auflagen erhielten die Forscher im November 2011 die Erlaubnis, weiter zu bohren.
Hier auch noch etwas ausfuehrlicher mit interessanten Details: http://www.lessentiel.lu/de/news/story/24651321
Seit den 70er Jahren versuchen die Russen, bis zu dem See vorzudringen [...] Das Problem für die Russen war dabei nicht das Durchstechen von knapp vier Kilometer Eis bei rund minus 65 Grad, sondern die Gefahr einer Kontaminierung des jungfräulichen Sees mit Kerosin und Frostschutzmitteln. Eine Art Thermal-Lanze war die Lösung: Das Gerät schmilzt sich mit drei bis vier Metern pro Tag in den Untergrund, ohne Fremdstoffe in den jungfräulichen See einzubringen.
-ah-

Re: 3768 Meter unter dem Eis

Verfasst: 10 Feb 2012, 07:15
von zimdriver
bella_b33 hat geschrieben:Wow....für russische Verhältnisse eine unerwartete Vorsicht bei der Sache!
genau dies war mein erster Gedanke gestern, als ich davon las