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Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 14:51
von domizil
Vor einigen Tagen habe ich mir im Forum nochmal das Thema "... seit Ihr schon russifiziert ..." vorgenommen. Meine Stimmung wir etwas tief gesunken und ich brauchte was zum aufheitern - eine gelungene Aktion. Und dabei kam ich auf den Gedanken mal bei "Google" einzugeben: "Was denken Deutsche über Russen" bzw. umgekehrt. Eigentlich hatte ich mit "Kein Ergebnis zu Ihrer Anfrage" gerechnet, war dann aber überrascht. Ich wollte Euch nun bitten diesen Suchbegriff nicht einzugeben (die Ergebnisse waren alle schon ein wenig älter ... 2008 und älter ...). Vielleicht können wir Deutschen hier mal schreiben was wir über die Russen denken und die Russen ihre Meinung darlegen zu den Deutschen - und, wenn ich noch eine Bitte äußern dürfte: sachlich und mit einem Körnchen Humor - можно так?
Uwe Niemeier

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 16:14
von GIN
Deutsche= Fleissig, wenig RIsikobereitschaft, gute Ausbildung, Ausdauernd, sehr schlechte Integrationsfähigkeiten, Gutmenschentum, Pedantismus, Rigidität, Perfektionismus und Individualismus.

Russen= Nicht Fleissig, viel Risikobereitschaft, schlechte Ausbildung, wenig Ausdauer, schlechte Integrationsfähigkeiten, Medienabhängigkeit, Grossherzigkeit, Weichheit, Fehlerunsensibilität und post kommunistischer Materialismus.

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 16:44
von domizil
GIN hat geschrieben:und post kommunistischer Materialismus.
... ist das nun was Gutes oder was Schlechtes? Ich z.B. als gebührtiger ostelbischer Deutscher fühle mich pudelwohl bei der täglichen Betrachtung meiner post-ddr-lerischen materiellen Reichtümer.
Uwe Niemeier

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 16:55
von Udo
Moin Moin !

Das ist ein gutes Thema. Also, ich denke, ohne die Kiewer Rus und dem was daraus erwuchs, hätte uns Deutsche der Mongolensturm untergepflügt, und wir müssten heute Hammelkotelett essen. Nur eben ohne Sauerkraut. Im anden Fall, hätte uns Napoleon total kultiviert, und wir würden heute Froschschenkel essen, wahrscheinlich auch wieder ohne Sauerkraut. Und das Prinzip der Kleinstaaterei im deutschsprachigem Raum, vor Napoleon, kann man wohl kaum als Deutschland bezeichnen. Aber trotz alledem, es geht nichts über Eisbein mit selbstgemachtem Sauerkraut. :)

Gruß vom Udo

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 17:57
von pippie
Udo hat geschrieben:... Aber trotz alledem, es geht nichts über Eisbein mit selbstgemachtem Sauerkraut. :)

Gruß vom Udo
Wenn du das geschmorte Eisbein meinst, stimme ich dir zu ;)

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 27 Jun 2012, 18:43
von bella_b33
GIN hat das für meine Begriffe schon recht gut auf den Punkt gebracht, ich schließe mich da an :).

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 28 Jun 2012, 13:26
von Dietrich
GIN hat geschrieben:Russen= [...]Grossherzigkeit[...].
DAS sollte man aber nochmal etwas konkretisieren. Also mir ist kaum Grossherzigkeit gegenüber Leuten aufgefallen, die man nicht gut persönlich kennt.

Ob der Penner neben der Bank nocht lebt oder schon nicht mehr - egal.
Ob da vielleicht Fußgänger an meinem geparkten Auto vorbeikommen wollen - egal.
Ob sich Kinder auf dem Spielplatz an den zerbrochenen Flachen verletzen - egal.
Ob hier nach mir noch jemand Schaschlick machen möchte - egal.

Soll nicht heissen, dass das in Deutschland alles immer ganz anders ist.....

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 28 Jun 2012, 13:45
von GIN
domizil hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:und post kommunistischer Materialismus.
... ist das nun was Gutes oder was Schlechtes? Ich z.B. als gebührtiger ostelbischer Deutscher fühle mich pudelwohl bei der täglichen Betrachtung meiner post-ddr-lerischen materiellen Reichtümer.
Uwe Niemeier
Er hat GUTES und SCHLECHTES
Der postkommunistische Materialismus ist für mich ein ethischer Materialismus, kennzeichnet eine Lebenseinstellung, die hauptsächlich nach materiellem Besitz und Wohlstand in postkommunistischen Staaten strebt. Ihn unterscheidet zum Westen das übersteigerte Konsumverhalten und das vollkommene Fehlen von Werten. Ebenfalls hat der postkommunistische Materialismus keine Form von Totalitarismus so wie im Westen, weil er nicht mit dem Anspruch kommt, den Konsum auf die gesamte Welt auszudehnen, so wie im Fall US und A, die EU zbs. Im Westen und in der islamischen Welt ist der Materialismus eine Gegenkraft zu religiösem Fundamentalismus, in den postkommunistischen Ländern geht er Hand in Hand mit den anderen Kräften, auch die Fundamentalisten bedienen sich von ihm.

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 28 Jun 2012, 14:11
von GIN
Dietrich hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:Russen= [...]Grossherzigkeit[...].
DAS sollte man aber nochmal etwas konkretisieren. Also mir ist kaum Grossherzigkeit gegenüber Leuten aufgefallen, die man nicht gut persönlich kennt.

Ob der Penner neben der Bank nocht lebt oder schon nicht mehr - egal.
Ob da vielleicht Fußgänger an meinem geparkten Auto vorbeikommen wollen - egal.
Ob sich Kinder auf dem Spielplatz an den zerbrochenen Flachen verletzen - egal.
Ob hier nach mir noch jemand Schaschlick machen möchte - egal.

Soll nicht heissen, dass das in Deutschland alles immer ganz anders ist.....
damit meinte ich den Gegenteil von Pédanterie (Engherzig) unter Großherzigkeit verstehe ich bei den Russen idie Tugend des Schenkens - von Sachen oder sich selbst, aus freien Stücken seinem Willen zu folgen und Gutes zu tun. Sowas ist zbs in der Schweiz oder Deutschland schwer, da man oft durch die Erziehung in Familie, Kirche und Vereinen sich in Sachen Gutes tun verplichtet sieht, also es eher unter Engherzigkeit fällt.

Beiepisl...persönlich merkte das als ich in den 90 Jahren auf dem Schulweg oft erfrorene Obdachlose sah, am Anfang alf ich, auch viele andere Menschen gaben ihnen Kleider oder was auch immer. Für mich war das eine Selbstverständlichkeit, diese resultite aus meiner Erziehung im Westen, die Umgebung erzeugte diese Pédanterie, erfrierende Obdachlose erzeugten Irritation undÄrger. Es war nicht Großherzigkeit dem Obdachlosen meine Handschuh zu geben, so wie es viele andere dort machten, sondern aus Engherzigkeit, da die moralische Klammer so eng war, das ich ihm das geben musste.... erzeugte Irritation und Ärger auf die Umgebung und erst später Freude für das Opfer.

Re: Variationen eines alten Themas

Verfasst: 28 Jun 2012, 14:36
von pippie
GIN hat geschrieben:...
damit meinte ich den Gegenteil von Pédanterie (Engherzig) unter Großherzigkeit verstehe ich bei den Russen idie Tugend des Schenkens - von Sachen oder sich selbst, aus freien Stücken seinem Willen zu folgen und Gutes zu tun....

Beiepisl...persönlich merkte das als ich in den 90 Jahren auf dem Schulweg oft erfrorene Obdachlose sah, am Anfang alf ich, auch viele andere Menschen gaben ihnen Kleider oder was auch immer. Für mich war das eine Selbstverständlichkeit, diese resultite aus meiner Erziehung im Westen, die Umgebung erzeugte diese Pédanterie, erfrierende Obdachlose erzeugten Irritation undÄrger. Es war nicht Großherzigkeit dem Obdachlosen meine Handschuh zu geben, so wie es viele andere dort machten, sondern aus Engherzigkeit, da die moralische Klammer so eng war, das ich ihm das geben musste.... erzeugte Irritation und Ärger auf die Umgebung und erst später Freude für das Opfer.
Woher nimmst du, dass wenn Russen helfen, dies nicht auch aus ihrer Erziehung entspringt? Sie machen es genauso aus freiem Willen, wie du - oder umgekehrt. Auch wenn uns in Russland meist die rücksichtslosen Menschen auffallen, ich bin überzeugt davon, dass die meisten Russen durchaus rücksichtsvoll sein würden, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse ihnen nicht ständig zeigen würden, dass Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme als Schwäche ausgelegt wird.