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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 37-2012

Verfasst: 16 Sep 2012, 09:50
von domizil
Vorliegendes Thema ist meinerseits der Versuch wöchentlich interessante Informationen aus Kaliningrad zu übermitteln. Ziel ist ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf diese Stadt zu lenken – Aufmerksamkeit von privat Interessierten oder von Geschäftsleuten. Gerne können Sie mich auch direkt kontaktieren für Sie persönlich interessierende Informationen aus Kaliningrad.
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Feiertag/Gedenktag Russland in der Woche 17.09.- 23.09.:
21.09. Tag der Schlacht auf dem Kulikowo Polje (1380);
Dritter Sonntag im Monat: Tag der Mitarbeiter der Forstverwaltung
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Die Inbetriebnahme des neuen Riesenrades im Park «Junost» ist auf unbestimmte Zeit verschoben wurden. Begründet wird dies mit dem Fehlen einiger technischer Betriebsdokumente, die für die Genehmigung der Inbetriebnahme zwingend erforderlich sind.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22241-o ... onnyj-srok

Wie vorausgesagt, so jetzt eingetreten. Riesige Schlangen an der Grenze zu Polen. Sieben Stunden Wartezeit sind die Regel. Es fehlt eine Koordinierung der Grenzabfertigung zwischen Polen und Russland, es fehlt eine Grenzinfrastruktur, die es ermöglicht, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Beide Seiten sind nun dabei an der Beseitigung der Mängel zu arbeiten. Das, so befürchte ich, wird sowohl teuer, wie auch sehr zeitaufwendig.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22240-p ... -gzhehotki

Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes hat sich testweise in die Schlange zur Grenzpassage nach Polen gestellt. Sein Auto hat ein Diplomatenkennzeichen und der Gouverneur einen Diplomatenpass. Polnische Grenzbeamte haben sich mehr als intensiv mit der Kontrolle des Gouverneurs beschäftigt. Selbst, als er sich als Gouverneur vorgestellt hatte, beeindruckte dies die polnischen Grenzbeamten überhaupt nicht.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22347-c ... ya-pasport

Der Honorkonsul Kroatiens, Präsident der Assoziation ausländischer Investoren und Präsident des Konzerns «Produkty Pitanie», Stefano Wlachowitsch, informierte über die unhaltbaren Zustände an den Grenzen zu Kaliningrad. Er selber musste, als Diplomat, mehr als zwei Stunden auf seine Abfertigung warten. Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes versprach, für Geschäftsleute, mit den Nachbarstaaten eine einvernehmliche Regelung für die bevorzugte Grenzabfertigung zu finden.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... itsy-.html

An fast allen Grenzübergangsstellen wurden in der vergangenen Woche täglich mehrere Schmuggler von Zigaretten festgesetzt. Bei den Mengen geht es um Millionenbeträge. Die Schmuggler wurden von allen beteiligten Seiten festgesetzt, d.h. sowohl russische, polnische wie auch litauische Zöllner waren daran beteiligt.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/incid ... aret-.html

In Kaliningrad fehlen «Polizisten des Vertrauens». Dies wird zurückgeführt auf die Milizreform und die damit verbundene große Entlassungswelle. Kaliningrader Duma-Abgeordnete befürchten nun eine Verschlechterung des Sicherheitsniveaus in den Vororten von Kaliningrad.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... orode.html

Nach Einschätzung der Deutsch-Russischen Aussenhandelskammer belegt das Kaliningrader Gebiet im Rating zum Investitionsklima den siebten Platz innerhalb Russlands. In der Einschätzung wird betont, dass es zwischen den russischen Regionen in den letzten zwei Jahren zu einem regelrechten Kampf um Investoren gekommen ist. Seitens der Regionen werden verstärkt Anstrengungen unternommen um die Bedingungen für die ausländischen Investoren zu erleichtern.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/econo ... ionov.html

Nun denkt auch Litauen über die Einführung des kleinen visafreien Grenzverkehrs nach. Wie aus Regierungskreisen verlautet, könnte in sechs Monaten die Vereinbarung in Kraft treten.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Sosedi/59086/L ... ugoda.html

In Kaliningrad wird zunehmend die Eröffnung von Shops beobachtet, die den Verkauf von «Konfiskaten des russischen Zolls» anbieten. Die Kaliningrader Zollverwaltung informiert, dass es keinerlei rechtliche Grundlagen hierfür gibt und der Zoll keine konfiszierten Waren verkauft. Bei den angebotenen Waren wird dem Käufer suggeriert, dass diese Ware billiger ist. Der Zoll informiert, dass diese Waren oftmals sehr niedrige Qualität haben, mit abgelaufenem Verfallsdatum.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/590 ... aktom.html

Fast jede Woche kann man in der Kaliningrader Presse Informationen über die Schließung illegaler Spielcasinos lesen. Allein am Donnerstag der vergangenen Woche, wurden in der Nacht zwanzig illegale Casinos ausgehoben und die Ausrüstung beschlagnahmt.
Quelle: http://kaliningradfirst.ru/?p=130698

Wie bereits gemeldet, siedeln sich in Kaliningrad mehr und mehr IT-Firmen an. Der erwirtschaftete Jahresumsatz durch die Entwicklung von Computerspielen wird auf 10-15 Millionen USD geschätzt. Kaliningrad ist bereits heute eines der wichtigsten Zentren der Computerindustrie in Russland.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/591 ... 5-mln.html

Die Ruine der ehemaligen deutschen «Kreuzapotheke» in Kaliningrad sucht einen neuen Investor. Die Kreuzkirche erleidet anscheinend ein ebenso trauriges Schicksal, wie das Haus der Räte. Investoren die viel versprechen und dann nichts halten.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22365-k ... ne-povezlo

Die Kaliningrader Verwaltung will Kriegsdenkmäler, für die im ersten Weltkrieg gefallenen russischen Soldaten, wieder errichten oder restaurieren. Dafür werden im kommenden Jahr 9,3 Mio. Rubel (rund 250.000 Euro) im Budget eingeplant. Im Artikel werden eine Reihe weiterer Maßnahmen erwähnt, die bis 2015 realisiert werden sollen.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... rovoy.html

60 Kaliningrader Straßen sollen ihren alten deutschen Straßenbelag – also die berühmten Pflastersteine - behalten. Dieser Entscheidung vorausgegangen war eine allgemeine Befragung der Bevölkerung. 45 weitere Straßen verlieren ihren historischen Straßenbelag und werden asphaltiert.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22375-v ... liningrada

Der Präsident des russischen Konzerns „Edelstein-Holding“, Isaak Usenberg, ist bei einer Investorensitzung in der Kaliningrader Gebietsregierung, wo es um Fragen der Kaliningrader Bernsteinindustrie ging, mit Emotionen aufgetreten. Sein abschließendes Wort. „Ich habe in meinem 75-jährigen Leben Raketen in den Kosmos geschossen. Aber Ordnung in das Kaliningrader Bernsteinkombinat zu bringen, ist eine viel schwierigere Aufgabe.
Anm.UN: Der ganze Artikel liest sich wie eine Räuberpistole aus den 90-Jahren Russlands.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/22374-p ... ya-ne-smog

Uwe Niemeier

Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 37-2012

Verfasst: 17 Sep 2012, 10:36
von Jenenser
Vielen Dank für Dein Kaliningrader Wochenblatt. Auch meine Frau und ich hatten im Sommer die Variante diskutiert, mit dem PKW nach Kaliningrad zu reisen. Nach solchen Meldungen über die Situation an der Grenze zu Polen war unsere Entscheidung, mit “Air Berlin” anzureisen, die richtige! In möglichen Verhandlungen mit Litauen werden hoffentlich die negativen Erfahrungen an der polnischen Grenze Berücksichtigung finden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass zum Beispiel die Kurische Nehrung in beiden Teilen kilometerlang und dauerhaft zugeparkt ist.

Ist es für einen Lokalpatrioten nicht verzweifelnd, wenn Projekte, die in touristischer Hinsicht die Region attraktiver, interessanter machen könnten, einfach nicht abgeschlossen werden? Das Unternehmen Riesenrad im Junost-Park ist, nach meinen erst begonnenen Kaliningrader Beobachtungen, nicht der erste, solche Fall.

Es gibt in Kaliningrad noch ausreichend Gebäude aus der “deutschen Zeit”, die auf Sanierung regelrecht warten. Ich kenne Leute im großen Russland, die diese Architektur auf nunmehr russischem Boden magisch anzieht. Gemeinsam schauen wir dann auf den desolaten Zustand, zum Beispiel der “Kreuz-Apotheke” und hoffen auch hier auf Investoren, die ihr Handwerk verstehen. In der Fotogalerie habe ich heute ein Bild der Ruine in der ul. Frunse hochgeladen.

Re: KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 37-2012

Verfasst: 17 Sep 2012, 19:12
von domizil
Jenenser hat geschrieben:In möglichen Verhandlungen mit Litauen werden hoffentlich die negativen Erfahrungen an der polnischen Grenze Berücksichtigung finden.
... Litauen ist ein kleines, aber sehr stolzes Land (genauso stolz wie die Polen). Ich glaube die brauchen keine Erfahrungen. Sie machen ihre Fehler alleine ...
Jenenser hat geschrieben:Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass zum Beispiel die Kurische Nehrung in beiden Teilen kilometerlang und dauerhaft zugeparkt ist.
... überhaupt kein Problem. Wenn Du das nächste Mal in Kaliningrad bist, mache ich Dich mit meinem Nachbarn bekannt. Der ist am dortigen Grenzübergang seit 1995 Direktor des Duty-Free-Shops. Der kann im Detail die Länge der Schlangen und Wartezeiten darlegen ...
Jenenser hat geschrieben:Ist es für einen Lokalpatrioten nicht verzweifelnd,
... ist es, ist es ... und nicht nur zum Thema Riesenrad. Wenn ich einfach nur an die aktuellen Meldungen zur WM2018 denke und weiß, was ich weiß - es ist manchmal nicht zur zum verzweifeln ...
Jenenser hat geschrieben:Es gibt in Kaliningrad noch ausreichend Gebäude aus der “deutschen Zeit”, die auf Sanierung regelrecht warten.
... wie wahr, wie wahr. Nur manchmal ist bei den Investoren das Mundwerk ziemlich groß und irgendwie ist die hiesige Verwaltung nicht in der Lage, die reale Größe des Mundwerkes nachzumessen ...
Uwe Niemeier