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Eine Frage der Moral - Korruption Teil II

Verfasst: 26 Sep 2012, 14:24
von domizil
Kaliningrad soll korruptionsfrei werden. Ein Wunsch, den sicherlich viele, auch außerhalb Kaliningrads teilen. Deshalb wird in Kaliningrad ein System von Maßnahmen eingeleitet und Einrichtungen geschaffen, die bei der Umsetzung des Zieles helfen sollen. Ein Mitglied der nichtkommerziellen Partnerschaft „Kaliningrader regionale Korruptions-Expertenvereinigung“, Ilja Shumanow, warf in einem aktuellen Artikel einige, wohl in erster Linie, moralische Gedanken in die Debatte. Es geht um die Schaffung eines Systems der Bezahlung für Informationen über Korruption. Traditionell gibt es in Russland so ein System nicht. Für Informationen, Denunziationen oder egal wie man es nennen will, wurde nie bezahlt. Die Menschen haben zu so einer Vorgehensweise eine negative Einstellung. Die Menschen haben sogar Hemmungen zum Staatsanwalt zu gehen, selbst wenn es um Verletzungen ihrer eigenen Interessen geht. Sie werden sofort als „сутяжник“ (Querulant) disqualifiziert oder noch mit ganz anderen Worten belegt. Deshalb ist man auch der Ansicht, dass das Thema der Bezahlung von „Informanten“ zurzeit noch zu früh ist. „Wir studieren im Moment die europäischen und amerikanischen Erfahrungen. In den USA wird dieses System der Bezahlung praktiziert. Zum Beispiel wurden Korruptionsmomente in der Bank UBS in einem finanziellen Umfang von 565 Mio. USD gefunden. 105 Mio. USD erhielt der Informant als Belohnung. Nur diese Vorgehensweise ist ein zweischneidiges Schwert – denn z.B. die Europäer denken anders darüber, so Ilja Shumanow.
Zum jetzigen Zeitpunkt warten die Korruptionsbekämpfer auf ein „Zeugenschutzgesetz“, welches dazu stimulieren soll, Korruptionsfakten zu melden. Die Arbeit an diesem Gesetz ist sehr intensiv in den verschiedensten Gremien. „Wir in Kaliningrad sind, mit unserer Arbeit, dem übrigen Russland schon ein wenig voraus“ – so Ilja Shumanow.

Anmerkung UN:
Vielleicht eröffnen wir hier an dieser Stelle eine neue Diskussion über die Korruption. Allerdings nicht mit dem Ziel, den Inhalt des alten Themas zu wiederholen oder fortzusetzen, sondern genau zu dem Punkt „Moral“: Sollten Informanten in Russland (ich wiederhole RUSSLAND) unter den aktuellen Korruptionsbedingungen, für Informationen, die helfen die Korruption zu bekämpfen, Geld erhalten?
Quelle: http://rugrad.eu/news/533431/
Uwe Niemeier

Re: Eine Frage der Moral - Korruption Teil II

Verfasst: 26 Sep 2012, 16:44
von bella_b33
Wo eine Hand Geld hinhält, wird sich immer jemand finden, der es annimmt. Die russische Moral ist in meinen Augen diese, daß man ohne Zahlung eben "das langsame Programm", bekommt, wenn man etwas möchte. Ich musste bis heute eigentlich noch nicht viel zahlen, aber bei manchen Dingen ist es aus meiner Sicht unumgänglich. Wer kein Geld ausgeben möchte, der kann ja den normalen Weg gehen. Ich will die Korruption auf keinen Fall gutheißen, sehe aber keinen richtigen Ausweg aus der Misere, solange die Leute kein ordentliches Geld verdienen, was sie vom "betteln" abhält.

Re: Eine Frage der Moral - Korruption Teil II

Verfasst: 26 Sep 2012, 22:23
von m1009
domizil hat geschrieben:Kaliningrad soll korruptionsfrei werden. Ein Wunsch, den sicherlich viele, auch außerhalb Kaliningrads teilen.
ich kann momentan an nichts anderes mehr denken....

Re: Eine Frage der Moral - Korruption Teil II

Verfasst: 26 Sep 2012, 22:47
von bella_b33
m1009 hat geschrieben: ich kann momentan an nichts anderes mehr denken....
Ich seh schon, Das bringt Dich um den Schlaf, Nachbar ;)