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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 48-2012

Verfasst: 02 Dez 2012, 08:16
von domizil
Stadt- und Gebietsportal Kaliningrad im RusslandForum
AUSRICHTERSTADT DER FUSSBALL – WELTMEISTERSCHAFT 2018
Kaliningrad – Stadt mit deutscher Geschichte und russischer Zukunft

Wöchentliche Kurznachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
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Weitere Infos aus Kaliningrad: www.kaliningrad.aktuell.ru
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Im Jahre 2012 hat sich der Grenzverkehr zwischen Kaliningrad und Polen fast verdoppelt. An vier Übergängen zu Polen werden täglich zwischen 15-20tausend Grenzpassagiere abgefertigt. Die Zahl der Grenzpassagiere ist ab dem Moment, wo die Vereinbarung über den kleinen visafreien Grenzverkehr in Kraft trat, sprunghaft angestiegen.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23941-z ... v-dva-raza

In Kaliningrad wird die Anhebung der Tarife für den öffentlichen Personennahverkehr geplant. Von 12 auf 15 Rubel steigen die Kosten für ein Normalticket, von 17 auf 20 Rubel eine einfache Fahrt mit der Marschrutka. Die letzte Preisanpassung war im Juli 2011.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23989-v ... -15-rublej

Die von der Stadt geplanten Investitionen für das laufende Jahr sind bisher mit nur 39 Prozent erfüllt wurden. Hauptgrund ist die Nichterfüllung vertraglicher Vereinbarungen durch die Auftragnehmer. Hierzu gehören in erster Linie Firmen die sich mit der Rekonstruktion der Wasserversorgung beschäftigen, Investitionen im Kaliningrader Zoo, sowie Investitionen in der kommunalen Wohnungwirtschaft.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/commu ... a-39-.html

In Kaliningrad und Kasan wird im Rahmen föderaler Förderungen ein neues Programm zur Einführung von Elektro-Taxi umgesetzt. Die Einführung von Elektro-Taxi ist nicht so einfach. Hier müssen in der russischen Gesetzgebung, zum Städtebau und zur Energiegesetzgebung eine ganze Reihe von Gesetzesanpassungen vorgenommen werden.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23994-n ... batarejkah

Der Einsatz der im Oktober vorgestellten neuen Straßenbahnen wird sich vermutlich um einige Zeit verzögern. Geplant ist nun Mitte Januar. Gründe für die Verzögerung sind die Nichtbezahlung des Investitionsanteils der Kaliningrader Regierung sowie die sehr schwierigen Überführungsbedingungen von Polen nach Kaliningrad. Hier müssen in Moskau Spezialgenehmigungen vieler Behörden eingeholt werden.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23993-p ... -na-yanvar

Der Kaliningrader Gouverneur sprach vor Journalisten von einer kleineren geplanten Verwaltungsreform. Sie soll in der Zusammenlegung von zwei Kreisen liegen: Gussew und Osjor. Gründe sind in erster Linie in der personellen Besetzung der Verwaltungsorgane zu suchen.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24015-r ... kij-rajony

Die Kaliningrader Gebietsduma beschloss, die Gehälter der Mitarbeiter der Gebietsregierung in diesem Jahr nicht anzuheben. Verwunderung rief bei den Parlamentariern hervor, dass kein Mitarbeiter der Regierung protestiert oder in anderer Form seine Unzufriedenheit mit diesem Beschluss zum Ausdruck bringt. Der Abgeordnete Lopata schlussfolgert daraus, dass die Einnahmen aus Korruption so hoch sind, dass das Gehalt keine wesentliche Rolle spielt. Das durchschnittliche Gehalt eines Staatsbediensteten beläuft sich z.Zt. auf 42.000 Rubel (rund 1.000 Euro).
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24031-c ... a-zarplaty

Die Kaliningrader Stadtverwaltung plant in den kommenden Jahren an 35 Fußgängerüberwegen „liegende Polizisten“ einzurichten. Auch an Bushaltestellen und anderen gefährlichen Orten werden diese verkehrsberuhigenden Einrichtungen aufgebaut. Zusätzlich kommen eine ganze Reihe von Fußgängerampeln hinzu. Das Programm zur Erhöhung der Verkehrssicherheit soll bis 2015 umgesetzt werden.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24023-v ... perehodami

In Kaliningrad wird eine spezielle Arbeitsgruppe zum Problem der Müllentsorgung in Kaliningrad geschaffen. Seit Jahren ist dieses Problem ungeklärt und wächst sich langsam zu einem zum Himmel stinkenden Problem aus. Als Leiter dieser Arbeitsgruppe wurde der Abgeordnete Arsen Machlov vorgeschlagen. Eine Entscheidung, die einer gewissen Logik aber auch eines gewissen „Humors“ nicht entbehrt. Lesen Sie hierzu auch meinen Kommentar der Woche.
Quelle: http://rugrad.eu/news/558887/

Im Verlaufe des Jahres 2012 hat sich die Anzahl der Fahrzeuge in Kaliningrad um 17.000 Stück erhöht. Somit sind im Kaliningrader Gebiet 183.000 Fahrzeuge registriert.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24042-z ... 17-tysyach

In Kaliningrad wird die Einrichtung einer „Globalen Erholungszone“ geplant. Insgesamt sollen drei dieser Zonen in Russland eingerichtet werden. Sie sollen dazu dienen 10 – 12 Millionen Touristen jährlich anzulocken. Sotchi, Primorski Krai und Kaliningrad gehören zu den Auserwählten. Der russische Staat stellt für den Aufbau dieser Regionen mehrere Milliarden Dollar zur Verfügung. Als Vorbilder werden solche Orte wie Las-Vegas und Makao genannt.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/24044-v ... ogo-otdyha

Der ehemalige Bürgermeister von Moskau Lutshkow, setzt seine neue Karriere in Kaliningrad fort. Er beschäftigt sich mit der Zucht von Schafen. 400 Schafe hat er schon auf seinen Gutshof im Kaliningrader Gebiet heranschaffen lassen. Insgesamt umfasst seine Landwirtschaft 5.000 ha Land. Lutshkow betreibt die Wirtschaft gemeinsam mit seiner Frau, die auch Besitzerin eines Pferdegestütes in Kaliningrad ist.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/econo ... asti-.html

Uwe Niemeier

Kaliningrad: Thema der Woche

An dieser Stelle wird durch mich ein Kaliningrader Thema etwas ausführlicher dargestellt oder kommentiert. Weitere Kommentare zu Kaliningrad finden Sie auch in meinem BLOG „… mit deutschem Akzent“ – im Bemühen, wöchentlich einen neuen Beitrag zu schreiben.

http://www.blog.aktuell.ru/category/kal ... em-akzent/

Erinnern Sie sich noch an meine Information zu einem offenen Brief, den 4.000 Kaliningrader Bürger an Putin gerichtet hatten? In diesem Brief kritisierten sie die unhaltbaren Zustände auf einer Müllkippe in unmittelbarer Nähe der Stadt. Sie wiesen auf die Inaktivität und die Verständnislosigkeit des Kaliningrader Gouverneurs in dieser Frage hin und ließen anklingen, dass, wenn 4.000 Unterschriften unter diesen offenen Brief nicht ausreichen, sie auch 200.000 sammeln können.

Das löst natürlich Handlungsbedarf aus. Und so kam es, dass das Thema auf einer gemeinsamen Sitzung des Kreisrates zur Sprache kam. Der Gouverneur schlug vor eine Arbeitsgruppe auf der Basis der Kreisverwaltung zu bilden. Prompt schlug der Bürgermeister vor eine Arbeitsgruppe unter Verantwortung der Stadtverwaltung zu gründen. Der Gouverneur legte nach, bestand auf seinem Vorschlag und wollte noch viele hochrangige Spezialisten aus der Stadtverwaltung zum Müll schicken – also ich meine zur Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe.

Als Leiter der Gruppe wurde Arsen Machlow, Abgeordneter im Kreisparlament vorgeschlagen. Arsen ist in seinem „früheren Leben“ ein kleiner Rebell gewesen – in Kaliningrad. Sein Vater betrieb eines der größten Verlagsunternehmen in Kaliningrad und er, Arsen, gründete 1999 die erste kostenlose Stadtzeitung für Kaliningrad. Sie heißt „Dwornik“ (Straßenfeger) und wird z.B. mir kostenlos jede Woche in den Briefkasten geworfen. Ich zähle nur sehr bedingt zu den Lesern, denn diese Zeitung beschäftigt sich mit der Aufdeckung von Skandalen im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben und kritisiert Unzulänglichkeiten in der Stadt in einer Art und Weise, die nicht meinen Vorstellungen entspricht. Nichts desto trotz (meine Meinung spielt hier überhaupt keine Rolle), bewegt er mit seinen Veröffentlichungen viel.

Und er hält auch viel aus, denn in seinem Leben hat er alles durch: Verleumdung, Verhaftung, Verurteilung, Verbrennung des PKW und einen Mordanschlag. Und auch viele seiner Mitarbeiter haben diesen „Erfahrungsweg“ durchlebt. Aber ihm ist es immer gelungen, vermutlich auch dank dessen, dass alle Mitarbeiter von „Dwornik“ an einem Strang ziehen, sich ungerechtfertigten Handlungen ihm gegenüber erfolgreich zu widersetzen. Er war auch einer der Initiatoren der „Mandarinenaktion“ im Jahre 2010, die zum Sturz des Vorgängers des jetzigen Gouverneurs, G. Boos führte.

Im Rahmen der letzten Wahlen zum Bürgermeister, wurde er in den Kreisrat gewählt. Nach dem er so viel in seinem bisherigen Leben kritisiert hatte, entsprach es einer gewissen Logik, dass ihn der Gouverneur als Leiter dieser – wirklich nicht einfachen – Arbeitsgruppe vorschlug. Kritisieren ist das eine, es besser machen ist eine andere Sache, die nicht jeder kann. Nun hat Arsen die Möglichkeit unter Beweis zu stellen, dass er auch ein guter Organisator praktischer Lösungen von Problemen ist. Da das Problem der Müllentsorgung keine „Melotsh“ (Kleinigkeit) ist, würde ich mich persönlich über einen Erfolg von Arsen freuen. Insbesondere auch deshalb, weil er damit einen qualitativen Schritt in seinem Leben vorwärts geht, aber auch ein Problem der Stadt löst.

Die Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht in der Erarbeitung einer komplexen Lösung des Müllproblems bis zum Jahre 2018, dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaften. Die Lösung sieht einerseits die Schließung bestehender, umweltschädlicher Deponien in Kaliningrad vor und andererseits die Einführung des Systems der Mülltrennung. Dies wiederum gibt der Versorgungswirtschaft in Kaliningrad neue Impulse, denn im Rahmen der Schaffung des Systems der Mülltrennung entstehen völlig neue Wirtschaftsbetriebe und Arbeitsplätze – eine spezifische Industrie, die bisher nicht existiert.

Quelle: Eigenkommentar
Uwe Niemeier