Gunnar hat geschrieben:Tuersteher Ivan hat geschrieben:Diese "Berichte" nimmt man in Russland nicht Ernst.
Daran hatte ich jetzt auch kaum Zweifel ... das macht aber diese "Berichte" nicht etwa unglaubwürdig, eher im Gegenteil
Subjektiv ist dieser Bericht natürlich irgendwie richtig. Man muss eben nur beachten von wem er mit welcher Intention gemacht wurde.
Eine von George Soros finanzierte Organisation, die sehr eng mit der US-Regierung und ehemaligen US-Regierungsmitgliedern verbunden ist, hat natürlich einen bestimmten speziellen Blick auf Russland und welche Ergebnisse so ein Bericht bringen soll.
Wenn ich, nur mal so als Beispiel, Kasparow oder Nawalny frage, ob die Opposition in Russland unterdrückt wird, dann ist schon klar, wohin das Ergebnis geht.
Laut SPON basiert der Bericht auf 35 Interviews mit Aktivisten von NGO und anderen Organisationen in verschiedenen Städten des Landes.
Unsere NGO, die übrigens auch untersucht wurde, wo unser Geld herkommt und wo es hingeht, wurde jedenfalls von HRW nicht gefragt.
Ferner sollen sie laut SPON Interviews mit Regierungsmitgliedern geführt haben und Dokumente der Behörden analysiert haben.
Wie damals schon bei Wikileaks es sich gezeigt hat, kann man aus solchen „Untersuchungen“ keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen.
Es ist eine US-Amerikanische Sichtweise auf Russland und misst Russland mit selbstverständlich anderen Maßstäben, wie Sibirer auch schon richtig schrieb.
Als wissenschaftliche Untersuchung kann man diesen Bericht meines Erachtens genauso wenig sehen, wie die Unterlagen, die die US-Botschaft ( siehe Wikileaks ) als Information über Russland an das US-Aussenministerium schickte.
Es kommt das heraus, was man möchte und das ist kein großes Problem.
Interessant in diesem Zusammenhang wäre mal eine Untersuchung, wie viele vom Ausland finanzierte NGOs es in Russland gibt und wo die ihr Geld herbekommen und was die in Russland so treiben. Gerne im Vergleich zu russischen NGOs im Ausland.
Die Verschärfung des Demonstrationsrechts nur damit abzutun, dass es dafür ist die Aktionen der Opposition zu erschweren, ist Populismus. Wie ich schon einmal geschrieben hatte, sollte man die „deutliche“ Erhöhung der Geldstrafen mal bitte im Kontext mit der Inflationsrate seit der letzten Erhöhung sehen. Dann sieht das alles nämlich schon ganz anders aus.
Es gibt sicher noch vieles, aber das wesentliche ist eben, der Bericht ist aus einer bestimmten Sicht mit dem Ziel eines bestimmten Ergebnisses geschrieben. So wurden die „Untersuchungen“ gemacht und man hat das herausbekommen, was man wollte.
Wenn ich Menschenrechtsverletzungen finden will, egal in welchem Land, dann finde ich auch welche und es ist auch richtig, diese immer und überall anzuprangern.
Insofern, ist dieser Bericht natürlich richtig.
Aber um etwas zu verändern hilft es nicht subjektive Berichte zu schreiben, sondern Gesellschaft und Kultur zu verstehen und nicht einfach alles, was irgendwie nach Opposition aussieht hochzuloben und kritiklos zu feiern, wie jetzt gerade Nawalny.
Wandel durch Annäherung, diese Wort von Egon Bahr gilt mehr den je. Wandel durch erhobenen Zeigefinger und Besserwisserei wird man nicht erreichen.