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SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 10 Jun 2013, 17:32
von manuchka
... Putin und die Ökologie":
Wer in Russland über Umwelt, Demokratie und Korruption schreiben will, muss feststellen: Es gibt kaum noch freie Medien und auch Umweltjournalisten müssen mit Verfolgung rechnen. Während Naturschützer schikaniert werden, präsentiert sich Präsident Putin als Bewahrer der Schöpfung.
http://www.sueddeutsche.de/wissen/oekol ... -1.1692589

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 10 Jun 2013, 19:36
von kamensky
Und nicht nur der Umweltschutz klagt über die Behinderung im Journalismus

http://de.rian.ru/opinion/20130610/266278795.html

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 00:06
von Dietrich
Wenn das Gesetz also morgen tatsächlich "durchgepeitscht" wird, dann bin ich auf die Reaktion der "Ist doch noch gar nicht beschlossen"-Relativierer Fraktion gespannt.
Aber wahrscheinlich nur Schweigen im Walde.
Das man in der Beziehung als Konservativer gegen weit links eingestellte Leute tatsächlich FÜR Rechte von Schwulen und Lesben diskutiert... wirklich witzig.
Aber Russland (und damit Anti USA) macht auch das möglich!

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 10:05
von Kultgrieche
Wa
Dietrich hat geschrieben:Aber Russland (und damit Anti USA) macht auch das möglich!
Was'n das für eine Retro-Kalter-Krieg-Aussage? Seit wann ist Russland "Anti-USA"?

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 10:32
von bauplan
Dietrich hat geschrieben: Das man in der Beziehung als Konservativer gegen weit links eingestellte Leute tatsächlich FÜR Rechte von Schwulen und Lesben diskutiert... wirklich witzig.
Aber Russland (und damit Anti USA) macht auch das möglich!
Ach Dietrich, wie schön hast du es dir in deiner schwarz-weissen-konservativen Welt doch eingerichtet. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass schwulsein nichts mit konservativ oder links zu tun hat?
Die Konservativen sind eher verlogener, aber ich würde nun Westerwelle, Altmeier, von Beus etc. nicht gerade als links bezeichnen. Und auch Uschi von der Leyen, die sich für das Adoptionsrecht in ihrer konservativen Partei stark macht, ist auch keine Linke.

Und ich gebe dir Recht, ein Gesetz, welches die Rechte von gleichgeschlechtlichen Partnern einschränkt, wie auch immer, bis hin zur Adoption, halte auch ich, egal in welchem Land, für schlecht.

Zum Süddeutsche Artikel. Mir gefällt der Leserbrief sehr gut:
Sumpfläufer

Zitat: "Meine Ergebnisse kann ich nur in meinem Blog veröffentlichen. In die Zeitungen gelangen sie nicht. Mein Name ist seit meinen Berichten über Umweltsünden für die meisten russischen Medien tabu."

Moment mal, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich kenne noch ein Land, in dem das so ist.... Ja, richtig, Deutschland heißt dieses Land.
Recht hat er, einige, die bei uns schreiben, haben früher (90er Jahre) z.B. in der Süddeutschen veröffentlicht. Jetzt geht das nicht mehr. Nur mal so als Beispiel. Man sollte nicht so tun, als wenn jeder der irgendwas zu schreiben hat, es in Deutschland über die Massenmedien auch verteilt bekommt. Das ist doch sehr realitätsfern.

Wer aber die Macht der Blogger in Russland und deren Verbreitungsgrad kennt, weiss, dass die problemlos an die Leserzahlen von ssogenannten Massenmedien heraankommen. Das ist mit deutschen Bloggern nicht zu vergleichen.
Und ich finde es gut, das es in Russland so viele Blogger gibt, die kritisch vieles hinterfragen, kommentieren und trotzdemvon ihrer Arbeit leben können. Auch das ist in Deutschland nicht möglich.

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 13:11
von Dietrich
bauplan hat geschrieben:Ach Dietrich, wie schön hast du es dir in deiner schwarz-weissen-konservativen Welt doch eingerichtet. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass schwulsein nichts mit konservativ oder links zu tun hat? Die Konservativen sind eher verlogener, aber ich würde nun Westerwelle, Altmeier, von Beus etc. nicht gerade als links bezeichnen. Und auch Uschi von der Leyen, die sich für das Adoptionsrecht in ihrer konservativen Partei stark macht, ist auch keine Linke.
Hast du dir wieder mal richtig Mühe gegeben, mich falsch zu verstehen, um mir damit dann eine einseitige Sicht vorzuwerfen...
Das "Schwul-Sein" nicht irgendwie links oder rechts ist, habe ich auch nicht behauptet. Wieso sollte es auch?
Aber der AKTIVE "Einsatz für die Rechte von Schwulen und Lesben" durch Nicht-Schwule ist meist eher auf der linken Seite des politischen Spektrums zu finden. Nicht weil alle Konservativen was gegen Schwule und Lesben haben. (Obwohl natürlich das extrem rechte Spektrum da anders tickt - aber das sind auch keine Konservativen!).
Linke sind in der Hinsicht einfach eher auf Minderheiten fixiert. Hat vielleicht was mit ihrem Weltverbesserungsbedürfnis zu tun. Bei Konservativen fällt der Schutz von Minderheiten eher unter die allgemeinen Pflichten des Rechtsstaates, was ihn da nicht weniger wichtig macht, nur steht er eben weniger im Vordergrund der politischen Diskussion.

Und was solche Sachen wie "Adoptionsrecht" angeht, da wirst du auch in der Basis von Linken, Grünen und SPD wohl sehr unterschiedliche Meinungen finden.

Was meinst du eigentlich speziell mit "verlogener"? Wer lügt? Und wie?

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 14:09
von Cookie
@dietrich
Gut dass du darüber schreibst kannst du mir den Link zum Gesetzestext geben ich wollte mir das ganze mal durchlesen was da genau geplant ist und konnte leider den geänderten Gesetzesentwurf nicht finden. Ich kann nämlich nur über etwas diskutieren was ich auch kenne nicht wie manch anderen.

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 14:29
von domizil
... also mein BLOGGER-Portal arbeitet nun seit Anfang des Jahres. Und wer ab und zu dort mal draufschaut wird feststellen, dass die Berichterstattung dort nicht gerade schmeichelhaft für den Gouverneur ist. Mich hat deswegen noch niemand "belästigt". Und immerhin haben im Mai 11.000 Nutzer die Seite aufgerufen - da ist sicher auch dieser oder jener aus dem Staatsapparat dabeigewesen ...
Uwe Niemeier

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 16:09
von Dietrich
domizil hat geschrieben:... also mein BLOGGER-Portal arbeitet nun seit Anfang des Jahres. Und wer ab und zu dort mal draufschaut wird feststellen, dass die Berichterstattung dort nicht gerade schmeichelhaft für den Gouverneur ist. Mich hat deswegen noch niemand "belästigt". Und immerhin haben im Mai 11.000 Nutzer die Seite aufgerufen - da ist sicher auch dieser oder jener aus dem Staatsapparat dabeigewesen ... Uwe Niemeier
Tja Uwe, dann versuch mal aus deinem Blogger-Portal eine Zeitung oder sogar einen TV-Sender zu machen.
Blogger werden im Moment noch mehr oder weniger in Ruhe gelassen(*). Wobei man sich das Handwerkszeug ja auch schon zurecht gelegt hat, um zur Not solche Seiten von heute auf morgen zu sperren.
Solange lässt man sie bloggen. Einerseits können die unzufriedenen Internetaktivisten da Dampf ablassen, andererseits hat man dann immer noch so ein Feigenblatt, welches man vorzeigen kann, nach dem Motto "Wieso? Bei uns gibt es doch jede Menge Meinungsfreiheit im Netz". Hauptsache der Großteil der einfachen Menschen auf dem Land kommt damit nicht in Berührung, damit man seine 35+X=6x% Wahlergebnisse einfahren kann.

(*) Es sei denn, sie werden persönlich zu bekannt, dann wird auch schon mal vorsorglich eingeschüchtert (siehe Artikel).

Re: SZ-Artikel "Schikanen im Jahr des Umweltschutzes - ...

Verfasst: 11 Jun 2013, 16:25
von domizil
Dietrich hat geschrieben:Tja Uwe, dann versuch mal aus deinem Blogger-Portal eine Zeitung oder sogar einen TV-Sender zu machen.
... nun, in diesem Jahr werden wir es nicht mehr schaffen ...

Aber was die Frage "Zeitung" anbelangt, so wurde ich diesbezüglich tatsächlich bereits gefragt. Staatlicherseits würde ich dafür Unterstützung bekommen (man braucht in Russland eine Lizenz für Informationstätigkeiten). Und diese Frage/Angebot war sehr freundschaftlich gemeint - trotz des kritischen Tones auf meinem Portal.

In Vorbereitung meiner neuen Tätigkeit habe ich Medienvereinbarungen mit einer Reihe von Zeitungen, Journalen, Radiostationen und Internetportalen abgeschlossen - darunter auch Zeitungen, die ich selber als sehr kritisch, eine davon sogar als "rebellisch" einschätzen würde. Gut, es geht hier um "Kommunales" und nicht um Föderales. Aber trotzdem existieren diese Zeitungen und die Portale schon viele Jahre und die kommunalen Mächtigen hätten auch hier schon eingreifen können. Die "Macher" hatten es viele Jahre nicht einfach (bis hin zu Mordanschlägen - siehe Arseni Machlow) und heute sind viele dieser "Revoluzzer" Duma-Abgeordnete oder im Stadtrat oder einfach nur geachtete Oppositionspolitiker. Ich sehe hier schon eine interessante Entwicklung.

Was mich persönlich stört in Russland ist die oftmals primitive Schimpferei (bis hin zu "Matom") im öffentlichen Raum. Kritisieren ist ja gut, aber wenn ich mit irgendetwas nicht einverstanden bin, so sollte ich gleich sagen (konkret sagen) wie ich mir denn eine bessere Lösung vorstelle. Und das passiert häufig eben nicht - hauptsache meckern, hauptsache "dagegen sein". Und wenn gegen "Kritik unterhalb der Gürtellinie" vorgegangen wird, habe ich dafür Verständnis.
Uwe Niemeier