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Binational und Eltern
Verfasst: 17 Nov 2004, 20:43
von Oletsch
Hallo liebe Leute,
einige von euch leben in einer binationalen Ehe, wobei die Konstellation "deutscher Mann & russische Frau" wahrscheinlich die häufigste ist. An euch geht meine Frage.
Wie läuft so die Beziehung von Eltern vom Mann zu ihrer Schwiegertochter? Konkret: spielen dabei bekannte Vorurteile eine Rolle? Der häufige Vorurteil: "sie nutzt ihn aus"
Eure Erfahrungen wären hilfreich.
Gruß
Oletsch
Verfasst: 17 Nov 2004, 21:11
von Dave
Hey Oletsch
Wie richtig festgestellt, leben tatsächlich einige hier (aus anderen Diskusionen zu entnehmen) in einer binationalen Ehe. Darüber zu diskutieren ist aber schon ein gutes Stück Privatsache eines jeden Einzelnen.
Anregend für die Diskusion wäre zum Beispiel Dein persönlicher Standpunkt und eine Erklärung, wieso Dir ein Erfahrungsaustausch hilfreich wäre.
Ich weiss nicht wie dies die anderen Forumsteilnehmer sehen, aber das wäre schon angebracht.
Grüsse Dave
Verfasst: 17 Nov 2004, 22:03
von Oletsch
ok, Dave, das ich nicht schwer: wenn ich das frage, habe ich sicherlich negative Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt, und zwar genau wie beschrieben funktionerte der Vorurteil mit ausnutzen etc. Solange die Frau lieb ist, gibt es ja auch keine Angriffspunkten und keinen Grund. Ist sie einmal nicht lieb (warum auch immer, spielt keine Rolle), denken die Schwiegereltern schnell an ihre Nationalität und leiten davon ihre Schlußfolgerungen ab. Was nicht passiert wäre, wenn sie auch deutsch wäre.
Alle sind wie früher freundlich zueinander, höflich und lieb, aber wir alle können zwischen den Zeilen lesen.
eine Erklärung, wieso Dir ein Erfahrungsaustausch hilfreich wäre.
weil ich wissen möchte, ob andere ähnliche Erfahrungen haben und wie sie damit zurecht kommen.
Oletsch
Noch ist sie lieb...
Verfasst: 18 Nov 2004, 07:52
von werner
Zu diesem Thema, musst Du Dir mal den Film mit Marcello Mastroianni
ansehen : " Scheidung auf Italienisch ".
Auch eine Lösung.
Ich denke, wenn der andere Partner aus Russland ( noch Europa ) kommt,
ist es doppelt so schwer sich aneinander zu gewöhnen.
Aber das festigt dann die Beziehung und stärkt sie.
Eine deutsche Ehefrau, kann jeder Pinsel bekommen.

Verfasst: 18 Nov 2004, 10:18
von Sibirier
Also ich kann von meinen Eltern folgendes sagen:
Sie glauben jedenfalls, dass ich viel zu lang mit meiner 1. Ehefrau (eine Deutsche) verheiratet war und diese mich ausgenutzt hat.
Mit meiner jetzigen Frau haben sie nur manchmal ein Verständigungsproblem -sonst nichts-. Sie akzeptieren sie vollkommen und halten sich aus unseren Leben raus. Sie wissen aber auch, dass ich jetzt mit meiner Frau glücklich bin und das genügt für sie. Einzige was sie schade finden, dass ich jetzt in Russland lebe.
Verfasst: 18 Nov 2004, 11:01
von Dietrich
Ich schliesse mich an, was die "Situation" betrifft.
Auch ich bin mit einer russischen Frau verheiratet. Wir leben in Moskau.
Oletsch hat geschrieben:Ist sie einmal nicht lieb (warum auch immer, spielt keine Rolle), denken die Schwiegereltern schnell an ihre Nationalität und leiten davon ihre Schlußfolgerungen ab. Was nicht passiert wäre, wenn sie auch deutsch wäre.
Dazu kann ich direkt nichts sagen, weil meine Frau bisher immer lieb war :-)
Am Anfang war bei meinen Eltern schon der Gedanke da das ich nur ausgenutzt werde. Als wir uns dann aber entschlossen hier in Russland zu leben, sahen sie dann aber doch das es fuer meine Frau nicht um ein "besseres Leben" ging. Denn ich hatte hier keinen Job und wir haetten vom finanziellen her in Deutschland wahrscheinlich von Anfang an entsprechend mehr Geld, mehr Platz und ein ruhigeres Leben gehabt.
Ich muss sogar sagen das ich immer noch sehr ueberrascht bin wie sehr meine Eltern meine Frau moegen! Ich war vorher 12 Jahre mit einer deutschen Frau zusammen (nicht verheiratet) und meine Eltern waren zwar nicht feindselig, aber doch wesentlich kuehler als jetzt. Das ist besonders bei meinem Vater sehr offensichtlich. Er hat es sich bis jetzt nie nehmen lassen uns bei Besuchen nachher wieder zum Flughafen zu bringen, obwohl ihm solche Abschiede eigentlich gar nicht passen,
Meine Eltern sind natuerlich auch traurig das ich hier so weit weg lebe...
Also mit schlechten Erfahrungen kann ich (noch) nicht dienen!
Dietrich
Verfasst: 18 Nov 2004, 13:48
von Dave
Hallo Oletsch
Also ich kann Dir nur sagen, dass ich/wir überhaupt keine solchen Probleme habe. Mag vielleicht auch daran liegen, dass wir hier in der Schweiz eine andere Einstellung gegenüber den Russen im Allgemeinen haben.
Zu erwähnen ist vielleicht, dass es für uns beide die erste lange Beziehung also auch Ehe ist. Und die Trennung von der Familie durch Reisen, verschiedene Aufenthaltsorte.... sind wir uns, als Kinder von Unternehmerfamilien, schon von klein auf gewohnt.
Wenn überhaupt, dann herrscht in der Schweiz das Vorurteil, dass die Männer Ihre ausl. Frauen ausnutzen würden.
Vorurteile gehören in den geistigen Mülleimer, also verbannt aus Kopf und Herz.
Gruss Dave
Vorurteile gegen binationale Beziehungen, "Umgebungster
Verfasst: 18 Nov 2004, 17:42
von Magdeburg-Moskva
Dave hat geschrieben:Vorurteile gehören in den geistigen Mülleimer, also verbannt aus Kopf und Herz.
Das ist sehr schön gesagt, nur bekommt man sie aus seiner Umgebung (Eltern, Freunde, Bekannte, Verwandte) nur schwer heraus. Vielleicht ist es sinnvoll, seine Umgebung nicht gleich mit dem "schweren Schlag" der Heirat ;-) zu überraschen, sondern alle Seiten vorsichtig aneinander zu gewöhnen.
Aber im Ernstfall muss man sich wohl konsequenterweise auch für eine Konfrontation mit seiner Umgebung für seine(n) Partner(in) entscheiden. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als den ständigen Einfluss aus der Umgebung, die einfach nur "herumnervt" und die Beziehung erschwert. Nun gut, schön gesagt, aber nicht jede(r) kann so konsequent sein.
Verfasst: 18 Nov 2004, 17:42
von Oletsch
Sibirier hat geschrieben: Sie glauben jedenfalls, dass ich viel zu lang mit meiner 1. Ehefrau (eine Deutsche) verheiratet war und diese mich ausgenutzt hat.
aber wenn sie russisch ist (polnisch, tschechisch...) denken sie : sie nutz ihn aus, ist ja kein Wunder, schliesslich kommt sie auch dem Ostblock...Merkst Du den Unterschied?
@Dietrich:
schön, dass Deine Frau immer lieb ist
Als wir unsere Beziehung starteten, war ich sowieso schon in DE, hatte guten Job, also auch kein Grund zu denken, ich würde meinen Freund ausnutzen. (wir sind auch gar nicht verheiratet). Aber gerade da muss man höllisch aufpassen: soll ich meine Arbeit verlieren aud auf der sozialen Treppe einen Schritt runter machen, bin ich schnell "die arme Russin". Und das gilt für die gesamte Gesellschaft, die Eltern sind ja nur ein Teil davon.
Dave hat geschrieben:Vorurteile gehören in den geistigen Mülleimer, also verbannt aus Kopf und Herz.
wenn es so einfach wäre!
Leben in der Schweiz viele Russen? ich glaube um einiges weniger als in Deutschland, daher der Unterschied.
Verfasst: 18 Nov 2004, 18:22
von Dave
Oletsch hat geschrieben:....bin ich schnell "die arme Russin".
Die Frauen aus Russland, die ich kennenlernen durfte waren alle viel zu Stolz um sich geschlagen zu geben. Ich habe öfters gestaunt, wer da die Hosen an hatte und den Karren aus dem Dreck zog!
Eine Schande zu glauben die würden jemanden ausnutzen!
wenn es so einfach wäre!
Ist zugegeben nicht einfach, aber es lohnt sich dran zu Arbeiten!
Leben in der Schweiz viele Russen? ich glaube um einiges weniger als in Deutschland, daher der Unterschied.
Das kann ein guter Grund für den von mir angesprochenen Unterschied sein.
Grüsse Dave