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Visum für Halbjähriges Praktikum in Moskau

Verfasst: 30 Nov 2013, 16:31
von Chrism
Hallo,

ich bin ein Student und möchte im nächsten Jahr ein Berufspraktikum in Russland machen. Ich habe bereits Kontakt zu einer kleinen Firma in Moskau die bereit ist mich aufzunehmen. Was wir bisher nicht klären konnten ist die Frage nach dem richtigem Visum. Bisher habe ich versucht mit dem Russischen Konsulat zu kommunizieren, aber deren Antworten lassen lange auf sich warten, sind äußerst knapp gehalten und scheinen den Informationen die ich sonst finden konnte zu widersprechen.

Also das Praktikum soll 5 bis 6 Monate daueren. Was ich dann offiziell auf dem Papier dort mache ist ja eine andere Geschichte. Das Konsulat hat mir ein Geschäftsvisum empfohlen, nur ist dieses doch auch von der 90 in 180 Tagen Regel betroffen, oder? Laut Konsulat bräuchte ich nur eine Einladung über 5 Monate, stimmt das? Wenn ja, was braucht man um ein solches Visum zu bekommen? Ich habe gelesen, dass man einen Verdienst von 1000 Euro im Monat nachweisen muss, ich kann aber nur einen SHK Vertrag vorweisen.

Danke für eure Hilfe
Christian

Re: Visum für Halbjähriges Praktikum in Moskau

Verfasst: 02 Dez 2013, 07:24
von Zejtnot
Wenn Du ein halbes Jahr vollkommen legal mit einer Aufwandsentschädigung (Lohn) in Russland Praktikum machen willst, so muss Dein Praktikumsunternehmen eine Arbeitsgenehmigung beantragen (Russen für die Stelle suchen und nicht finden, danach Einstellungsgenehmigung für Ausländer beantragen, darauf Arbeitsgenehmigung konkret für Dich, darauf Einladung für Arbeitsvisum für Dich, dann 3-Monate-Einreisevisum, danach Verlängerung). Alles sehr aufwändig - würden wir für einen Praktikanten beispielsweise nicht machen. Ferner gibt es noch Quoten, die über das Jahr meist ausgereizt sind und somit besteht eh kaum eine Chance, kurzfristig diese Genehmigung zu bekommen.

Die einzige realistische Chance sind zwei 3-Monate-Visa hintereinander (mit kurzer Ausreise für das neue Visum in der Mitte). Du wärest dann als Geschäftspartner vor Ort, darfst aber damit eigentlich nicht fest dort arbeiten. Dein Lohn müsste schwarz gezahlt werden oder über ein eventuell existierendes Mutterunternehmen in Deutschland. Ob Dein Praktikumsunternehmen eventuell daraus resultierende Probleme auf sich nehmen will, musst Du klären. (Die Gefahr ist eher gering, aber die Sanktionen können erheblich sein.)

Re: Visum für Halbjähriges Praktikum in Moskau

Verfasst: 02 Dez 2013, 12:40
von Chrism
Also in der Regelung der Vergütung ist das Unternehmen sehr frei, das unter der Hand zu machen ist da kein Problem.

Das Problem mit der der offiziellen Arbeitserlaubnis ist vor allem, dass der Stichtag für Anmeldungen im März des vorherigen Jahres liegt, das ist also ohnehin zu spät.

Den Gedanken mit den zwei 3-monatigen Visa hintereinander hatte ich auch schon. Einen kurzer Besuch zu Hause kann nach 3 Monaten sicher auch nicht schaden. Wie hoch schätzt ihr den die Wahrscheinlichkeit ein, dass das zweite Visum dann auch genehmigt wird?

Re: Visum für Halbjähriges Praktikum in Moskau

Verfasst: 02 Dez 2013, 13:09
von inorcist
Zejtnot hat geschrieben:Alles sehr aufwändig - würden wir für einen Praktikanten beispielsweise nicht machen. Ferner gibt es noch Quoten, die über das Jahr meist ausgereizt sind und somit besteht eh kaum eine Chance, kurzfristig diese Genehmigung zu bekommen.
Es besteht ja nach wie vor die Möglichkeit, sowas über eine Visa-Agentur laufen zu lassen. Ich hab mittlerweile ein paar deutsche Praktikanten in Moskau mit echten Arbeitsvisa kennengelernt. Die Kosten für so ein "Outsourcing" liegen wohl im niedrigen vierstelligen EUR-Bereich. Und es gibt Unternehmen, die bereit sind, sowas zu zahlen.

Re: Visum für Halbjähriges Praktikum in Moskau

Verfasst: 02 Dez 2013, 13:10
von Zejtnot
Chrism hat geschrieben:Den Gedanken mit den zwei 3-monatigen Visa hintereinander hatte ich auch schon. [...] Wie hoch schätzt ihr den die Wahrscheinlichkeit ein, dass das zweite Visum dann auch genehmigt wird?
Sehr hoch. Ich habe kenne einige Leute, die dies so gemacht haben und es wurde genehmigt. Jedenfalls wäre dies kein Visaverstoß (wie beispielsweise der Versuch von zwei Visa in verschiedenen Pässen), das Risiko ist also "nur" eine Ablehnung, aber keine Einreisesperre o.ä.
inorcist hat geschrieben:Es besteht ja nach wie vor die Möglichkeit, sowas über eine Visa-Agentur laufen zu lassen. Ich hab mittlerweile ein paar deutsche Praktikanten in Moskau mit echten Arbeitsvisa kennengelernt. Die Kosten für so ein "Outsourcing" liegen wohl im niedrigen vierstelligen EUR-Bereich. Und es gibt Unternehmen, die bereit sind, sowas zu zahlen.
Aber den zeitlichen Aspekt - die für das aktuelle Jahr ausgereizten Quoten - kann ja auch eine Agentur nicht wegzaubern, oder doch?

Mein früherer Arbeitgeber hat vor zehn Jahren eine solche Agentur beauftragt und der Mehrwert war minimal, denn die ganzen Kopien mussten wir nun denen statt den Behörden bringen und auch die Fake-Bewerbungsgespräche der russischen Arbeitsagentur hatten wir zu bewältigen. Einziger Vorteil war, dass die besser wussten, wann was zu tun war, aber Preis-Leistung (damals 400 Euro) standen in keinem guten Verhältnis.