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Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 29 Mär 2014, 18:24
von Gatti
Sehr geehrte Damen und Herren!

aus Sorge um die Zukunft in Europa sende ich Ihnen folgenden Appell:

Aufruf zur Vernunft in Zeiten der Krise !

Die Krim gehört zu Russland !
Die Ukraine gehört zu Europa !
Russland gehört zu Europa !
Deutschland braucht ein starkes Russland !

Die Krim ist Teil Russlands...

Die Krim ist seit Katharina der Großen ein Teil Russlands. Erst 1954 wurde sie vom damaligen Regierungschef Nikata Chruschtschow von Russland abgetrennt und an die Ukraine ohne Volksbefragung „verschenkt“. Etwa so als ob Kanzler Adenauer Schleswig-Holstein an Dänemark verschenkt hätte. Kann ein Regierungschef ein Teil eines Landes an ein anderes Land verschenken? Hier liegt der Grund des heutigen Problems. In der Volkszählung von 2001 wurde ermittelt, dass auf der Krim nur 24,5 Prozent Ukrainer leben. Wenn nun die Ukraine „westlich“ wird ist es verständlich, dass Russland das „Geschenk“ zurück haben möchte.

Russland und die Ukraine sind Teile Europas...

Russland und die Ukraine gehören religiös, literarisch, musikalisch und wirtschaftlich seit Jahrhunderten zu Europa!
Europa und Deutschland können aus eigenem Interesse nicht zulassen, dass Russland immer weiter geschwächt wird. Russland sichert Sibirien (aus dem auch das Gas für Deutschland kommt). Will Europa einen beständigen Krisenherd an seiner Ostseite? Die Krisen im Nahen Osten und in Afrika können schon jetzt nur schlecht gemanagt werden. Die Europäische Union glänzt durch Hilflosigkeit und oft auch Abwesenheit. Deshalb sollte die Entwicklung im Osten Europas nicht durch Krieg und Trennung sondern durch Frieden und Zusammenarbeit bestimmt werden. Die Ukraine und Russland sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern mit beiden sollte zusammen gearbeitet werden. Deshalb ist eine Art Assoziierung der Ukraine und auch Russlands an die Europäische Union nötig.
Der über Jahrzehnte gewachsene Wirtschaftsraum aus Ukraine und Russland sollte aus ökonomischer und sozialer Vernunft nicht durch Grenzen zerschlagen werden. Auch sollte bedacht werden dass viele Familien durch neue Grenzen getrennt werden würden.

Auf lange Sicht ist ein weiteres Zusammenwachsen der Europäischen Union, der Ukraine und Russlands unumgänglich. Eine negative Lösung der heutigen Krise wird nur neues menschliches und wirtschaftliches Leid schaffen.

Als konkrete Maßnahme sollte der Visa-Zwang zwischen der EU, der Ukraine und Russlands kurzfristig versuchsweise abgeschafft werden.

Hundert Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs ist ein beherztes positives Vorgehen gefragt und kein zögerliches negatives Verhalten wie vor dem ersten Weltkrieg. Die Öffnung der Mauer schaffte 1989 ein positives Momentum, die Öffnung der Grenzen nach Russland und der Ukraine wird auch ein solches positives Momentum schaffen. Die Menschen sollen sich frei bewegen können von Gibraltar bis nach Wladiwostok ! Es kann administrative Verschiebungen von Landesgrenzen geben, aber die Menschen sollen dort leben können, wo sie es wünschen!

Deutschland sollte sich nicht in die Spirale von Sanktionen begeben. Diese Krise kann nur durch ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen der Europäischen Union, der Ukraine und Russland gelöst
werden. Dabei sind die sozialen, die historisch-machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen aller drei Partner zu respektieren !

Glück auf !

Re: Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 31 Mär 2014, 21:49
von klaupe
Gatti hat geschrieben:Erst 1954 wurde sie vom damaligen Regierungschef Nikata Chruschtschow von Russland abgetrennt und an die Ukraine ohne Volksbefragung „verschenkt“.
Der totale Unfug, aber so was glauben die, die irgendetwas abschreiben ohne die Geschichte zu kennen.

Aber nun wiederhole ich es nicht noch einmal.

Auch der Rest ist überwiegend Putinismus! Ab in den Reißwolf!

Re: Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 01 Apr 2014, 07:40
von Zejtnot
Ich halte einseitige Grenzkorrekturen für grundsätzlich zweifelhaft. Sich dabei auf die Geschichte zu berufen, ist immer ziemlich gewagt. Weite Teile von Sibirien waren noch bis in die 40er Jahre ausschließlich von Schoren, Altaiern, Jewenken und sonstigen Turkvölkern bewohnt. Außer wenigen Vorposten in Form von Festungen war dieses Land nie wirklich russisch. Insofern muss Russland mit solchen Thesen wirklich aufpassen.

Zur konkreten Frage: Man sollte bedenken, dass (soweit ich es in der russischen (!) Presse gelesen habe), zum Zeitpunkt der Schätzung 60 % der Einwohner der Krim Ukrainer waren.

Re: Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 01 Apr 2014, 09:36
von Nikolaus
Zejtnot hat geschrieben:Zur konkreten Frage: Man sollte bedenken, dass (soweit ich es in der russischen (!) Presse gelesen habe), zum Zeitpunkt der Schätzung 60 % der Einwohner der Krim Ukrainer waren.
Interessant, aber doch wahrscheinlich falsch. Kannst Du eine Quelle anfuehren?

Re: Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 01 Apr 2014, 10:10
von Zejtnot
Nikolaus hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben:Zur konkreten Frage: Man sollte bedenken, dass (soweit ich es in der russischen (!) Presse gelesen habe), zum Zeitpunkt der Schätzung 60 % der Einwohner der Krim Ukrainer waren.
Interessant, aber doch wahrscheinlich falsch. Kannst Du eine Quelle anfuehren?
http://news.ngs.ru/more/1708428/ Indirekt verstehe ich es zumindest so:
Согласно первой всеобщей переписи населения 1897 года, в Таврической губернии проживало 1,5 млн человек. Из них русских — 390 тыс., украинцев — 611 тыс., татар — 190 тыс.

Остальные — немцы, евреи, болгары, греки и т.д. Похожая картинка сохранялась в советское время, пока во время немецкой оккупации евреи не были уничтожены, а татары, армяне, болгары и греки после оккупации — депортированы. К середине 50-х годов русские и украинцы в крымском населении преобладали.

Re: Offener Brief! Keinen neuen kalten Krieg !

Verfasst: 01 Apr 2014, 11:35
von klaupe
Zejtnot hat geschrieben:Ich halte einseitige Grenzkorrekturen für grundsätzlich zweifelhaft. Sich dabei auf die Geschichte zu berufen, ist immer ziemlich gewagt.
Ich habe nun doch noch mal die Geschichte zusammengetragen und die häufigsten Irrtümer und Verfälschungen erläutert.
Zur konkreten Frage: Man sollte bedenken, dass (soweit ich es in der russischen (!) Presse gelesen habe), zum Zeitpunkt der Schätzung 60 % der Einwohner der Krim Ukrainer waren.
Wenn es um ukrainische Staatsbürger geht, halte ich 60 % für ein sehr mageres Ergebnis.

Interessant ist aber, dass die "Sahnestücke" überwiegend von den Russen bewohnt werden:
Bild
Verteilung der Ethnien auf der Krim:
Dunkelblau: 55%-68% Ukrainer, Krimtataren u.a.
Hellblau: 50%-54,9% Ukrainer, Krimtataren u.a.
Hellrot: 50%-54,9% Russen
Mittelrot: 55%-69,9% Russen
Dunkelrot: 70%-79% Russen