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Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 20 Mai 2014, 22:56
von Alex KA
Heute Abend war ich zufällig zeuge wie ein Adidas Geschäft aufgelöst wurde, Adidas Klamotten standen mit 70% Rabatt zum verkauf. Geschäft wurde schon fast komplett leergeräumt. Nur eine kleine Gruppe von Kunden standen im Schlange zu Kasse.
Der sogenannte Rubel -abfall hat dazu geführt dass kein Mensch kauft heutzutage Adidas Klamotten, den die sind etwa 3 mal so teuer als chinesische.. Ich war Zeuge das innerhalb letzte 2 Jahre dieser Adidas Geschäft immer kleiner und kleiner wurde, und Heute Schließlich verschwunden..
Sehen so aus sogenannte Sanktionen gegen Russland? Vermutlich nicht.

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 20 Mai 2014, 23:56
von klaupe
Alex KA hat geschrieben:Sehen so aus sogenannte Sanktionen gegen Russland? Vermutlich nicht.
Das ist wirklich die Frage, ob es eine Folge der Sanktionen ist oder eher eine Folge der Rubelschwäche. Im Februar sorgte vielleicht noch einmal die Olympiade für einen Aufschwung und danach ging es bis Mai steil bergab.
Ehe die internationalen Geschäfte in den Abwärtssog geraten, könnte eine Trennung vom Russlandgeschäft sinnvoller sein.
Adidas gehört ja zu den Unternehmen, die einen ziemlich hohen Anteil ihres Umsatzes in Russland machen und könnte nun zu den großen Verlierern gehören. 20 % Einbruch bringen zwar den Konzern nicht um, aber die Aktionäre werden ziemlich lange Gesichter machen.

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 11:17
von Gunnar
Alex KA hat geschrieben: den die sind etwa 3 mal so teuer als chinesische.. .
... mit ADIDAS Aufdruck ;)

Das ist wohl wahr. Marken-, Geschmacksmuster-, Urheber- und sonstige Rechte wurden in der RF noch nie konsequent verfolgt. Für relativ leicht zu fakende Markenprodukte ist das tatsächlich ein Problem und wenn dann noch die Währung verfällt kann man eigentlich nur noch dicht machen.

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 11:29
von klaupe
Gunnar hat geschrieben:Das ist wohl wahr. Marken-, Geschmacksmuster-, Urheber- und sonstige Rechte wurden in der RF noch nie konsequent verfolgt. Für relativ leicht zu fakende Markenprodukte ist das tatsächlich ein Problem und wenn dann noch die Währung verfällt kann man eigentlich nur noch dicht machen.
Sicherlich wird es diese Fake-Kollektion auch noch weiterhin in der RF, Türkei, Polen-Bazar usw. geben, ohne unter Währungsschwankungen und EU-Sanktionen zu leiden.

Es kann natürlich sein, dass Patrioten nun nur noch russische Labels tragen, um der EUSA eins auszuwischen -- von wegen Sanktionen :lol:

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 11:31
von Alex KA
Gunnar hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben: den die sind etwa 3 mal so teuer als chinesische.. .
... mit ADIDAS Aufdruck ;)

Das ist wohl wahr. Marken-, Geschmacksmuster-, Urheber- und sonstige Rechte wurden in der RF noch nie konsequent verfolgt. Für relativ leicht zu fakende Markenprodukte ist das tatsächlich ein Problem und wenn dann noch die Währung verfällt kann man eigentlich nur noch dicht machen.
Nein, nicht mit Adidas Aufdruck, die Chinesen haben eigene Marken, die kein Mensch kennt, aber ach mit relativ gutem Qualität, vergleichbar mit Adidas aber billiger, gefälschte Ware in offiziellen Geschäften wird nicht verkauft, vielleicht auf dem Markt, aber dort war ich schon lange nicht.
Diese Problem mit gefälschte Ware war im 90-ger Jahren üblich, heutzutage viel weniger

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 11:36
von Gunnar
Produktpatriotismus ist ja an sich eine feine Sache. Ich finde es zum Beispiel immer wieder toll, in so Bevölkerungskleinen Ländern wie den Skandinavieren diese Beharrlichkeit zu sehen, mit denen eigene kleine und feine Produkte gekauft werden. Lebensmittel sowieso, aber auch Baumaschinen, Möbel, Klamotten usw. kriegt man alles auf Skandinavisch.

Es wäre daher den Russen zu wünschen, auch so eine Philosophie zu entwickeln und bestandskräftige heimische Produkte herzustellen. Leider ist halt vieles einfach nur Mittelmaß bis Schrott, was bislang hergestellt wird und nicht ansatzweise mit skandinavischen Kleinserienschmieden zu vergleichen (Husqvarna, Philippa K, Marimekko, Poulsen etc. etc.).

Und der russische Schrott muss sich dann mit den Fernostprodukten unmittelbar messen lassen, was die Sache nicht besser macht ...

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 12:04
von Alex KA
ich weiß nicht was sie unter russischen Schrott verstehen, es wird hier nur selten produziert, meistens aus China importiert. Aber so wie ich weiß in St. Petersburg werden Lichtdioden produziert und Inventar für Garten, Lichtdioden sind schon überall in Straßenbeleuchtung installiert, die muessen gut sein vermute ich.. Und Schaufeln für Garten sind auch gut, ich habe ein paar

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 13:08
von klaupe
Gunnar hat geschrieben:Produktpatriotismus ist ja an sich eine feine Sache
Für viele muss es einfach aus dem Ausland sein, um gut zu sein. Da ist das Label wichtiger, als die Qualität. Schon in der UdSSR war es einfach toll, wenn es etwas aus der DDR gab, das war ja schon irgendwie "Made in Germany" und musste damit einfach besser sein, also stand man in der Schlange, selbst wenn Inlandsprodukte mindestens gleichwertig waren. Die 1. Wahl der DDR-Produkte landete geneg harte Devisen bei Quelle, IKEA & Co., 2. Wahl bei den Weltfriedensfreunden und der Ausschuss auf dem heimischen Markt.
Gunnar hat geschrieben:Und der russische Schrott muss sich dann mit den Fernostprodukten unmittelbar messen lassen, was die Sache nicht besser macht ...
Abgesehen von einigen bestimmten Lebensmitteln wüsste ich nichts, was ich mir in Russland kaufen würde, weil es besser und/oder billiger wäre, mal abgesehen von Lizenz- und Auftragsproduktionen unter westlicher Regie und Qualitätskontrolle.

In Fernost wird auch Qualität hergestellt, die unter bekannten Labels dann international verkauft wird. China ist nicht nur der weltweit größte Apfelexporteur, auch ohne China würde z.B. Apple verdammt schlecht dastehen.
Die billigen Kopien und Plagiate gibt es zwar immer noch für den Massenmarkt, aber die bedienen ein anderes Käufersegment.

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 13:22
von Gunnar
Alex KA hat geschrieben:ich weiß nicht was sie unter russischen Schrott verstehen, es wird hier nur selten produziert, meistens aus China importiert. Aber so wie ich weiß in St. Petersburg werden Lichtdioden produziert und Inventar für Garten, Lichtdioden sind schon überall in Straßenbeleuchtung installiert, die muessen gut sein vermute ich.. Und Schaufeln für Garten sind auch gut, ich habe ein paar
Ja, ein paar Nischenprodukte gibts sicher, die gut sind. Auch der Vodka ist ja unangreifbar oder Valenki. Aber das sind halt keine hochentwickelten Fertigungsbranchen die einen großes Spektrum an Bedarfsgütern des täglichen Lebens abdecken.

Und mit "Schrott" meine ich einfach so Sachen wie den UAZ, die gesamte heimische Möbelbranche usw.
Gerade Möbel ist doch kurios. Ein Land mit Wäldern ohne Ende bietet ganz überwiegend nur billige Kunststoffmöbel an. Mit so viel Rohstoff und recht günstiger Arbeitskraft im Land müsste es doch machbar sein, wirklich Identitätsstiftende massive Holzmöbel herzustellen, im russsischen Stil und nicht verkitscht. Sowas würde sich garantiert auch im Westen verkaufen, aber die Leute haben dafür eben (noch) keinen Sinn.

Allgemeine Lebenseinstellung: Eine Stuckdecke aus Styropor ist eben genauso schön wie eine aus Stuck und vieeeel billiger ....

Re: Schließung eines Adidas Geschäfts in St.Petersburg

Verfasst: 21 Mai 2014, 14:17
von Alex KA
Gute Möbel aus massiven Holz gibt es schon, diese Möbel kommt meistens aus Ausland, aber russische gibt es auch, sehr teuer, ein Tisch oder Sessel kostet 1000 Euro oder mehr,aus edlen Holzarten. Ich habe gehört dass edle Holzhärten werden auch exportiert, was auch ein Problem darstellt, große Gebiete angeblich werden abgeholzt, das habe ich natürlich nicht selbst unüberprüft. Genau so wie mit Gas Export.. Deutsche Tischler haben schon auf diese Idee mit russischen Holz gekommen...