US-$, €uro, руб oder ¥uán ?
Verfasst: 23 Mai 2014, 10:29
Der US-Dollar als Verrechnungseinheit im multinationalen Handel und Orientierungsgröße für internationale Preisvergleiche ist ein potentielles Auslaufmodell.
Als Devisenreserve wird er zur Absicherung der Währung neben Goldreserven noch von den meisten Ländern gehalten.
Die Staatsgoldschätze wurden aber schon mit Beginn des 20. Jahrhunderts drastisch reduziert und durch andere kalkulatorische Werte ersetzt. Die USA als damalige führende Handels- und Weltmacht konnten den hochwertigen und stabilen US-Dollar als Verrechnungswährung etablieren, zumal der damals auch durch ausreichende Goldreserven abgedeckt war. Inzwischen sind aber die amerikanischen Staatsfinanzen so ins Schleudern geraten, dass der Dollar nur noch durch finanztechnische Manipulationen am Leben erhalten werden kann (z.B. Stützkäufe im Milliardenhöhe)
Selbst die klassische Goldwährung ist durch Preisschwankungen keine stabile Bezugsgröße mehr, zumal große Goldförderer, wie China, Australien, USA, Russland Südafrika usw. das System schnell aushebeln könnten. 10 Staaten decken 67 Prozent der weltweiten Goldförderung.
Es gibt noch stabilere Währungen einiger weniger kleiner Länder, die sich aber nur im geringen Maß einsetzen lassen. Selbst der vor vielen Jahren gepriesene SFR hat an Wert deutlich eingebüßt.
Der €uro hat seit Einführung erstaunlich an Wert und Vertrauen gewonnen und steht -- trotz einiger Krisen im €uro-Raum -- ziemlich stabil da. Internationale Verträge, die in €uro abgewickelt werden, nehmen erstaunlich zu, auch außerhalb der EU, wo er ja Standard-Verrechnungseinheit ist.
Der rasante Aufschwung der VR China macht den ¥uán (Renminbi als „Wai-bi“ = „Fremdengeld“) immer interessanter. Die stramme Koppelung an den US-$ führt aber zu einer Unterbewertung. Bei einer Wechselkursfreigabe wurde die US-Wirtschaft deutlichen Schaden nehmen. Das will man dem Hauptgeschäftspartner nicht antun und der Zusammenbruch des US-Marktes käme wie ein Bumerang auf China zurück.
Russland will nun für den internationalen Handel den Rubel etablieren, fast schon ein Witz, bei der momentanen Wirtschaftslage mit Inflation und Währungsverfall. Der Verfall ist aber rechnerisch an den Kurs zum US-$ gekoppelt und von der Klammer will man sich befreien.
Ich kann es mir zwar nicht vorstellen, aber Russland erhofft sich dadurch eine Aufwertung und Stabilisierung.
Wie das funktionieren soll, können bisher nur russische Potentaten und deren befreundete Banker erklären; die internationale Fachwelt fühlt sich bestenfalls belustigt und keinesfalls beunruhigt. Im Prestigekampf $-Obama gegen руб-Putin erhofft sich Zar Wladimir wohl etwas mehr Glanz unter der Sonne.
Natürlich ist die interne Größe kalkulierbar, wenn die Inflation mal drastisch gestoppt werden kann. Die Idee ist gut, allein der Glaube fehlt.
Ein wackeliger Rubel an der Kasse kurbelt zwar Exporte an, da sie bei den Kunden immer billiger werden. Zum Schluss zahlt man die paar Rubel aus der Hosentasche.
Aber was soll exportiert werden? Da kommt die einseitig ausgebaute Wirtschaft schnell an die Grenzen.
Vernünftig ist die Regelung beim Tauschhandel. Ich kaufe für 1 Mio. Gas und liefere für 1 Mio. Maschinen. Da ist es total egal, ob es Mücken, Kröten, Batzen oder Rubel sind. OK, die Rubel-Kosmetik freut die Herren im Kreml. Russische Damen mit netter Kosmetik sind aber attraktiver.
Für Importe aus dem Ausland muss man schon einen Vollidioten finden, der langfristige Verträge auf Rubel-Basis macht, denn damit ist seine Pleite vorprogrammiert.
Ideal wäre eine international installierte und akzeptierte künstliche Währung mit fixiertem Wert, mit der alle internationalen Geschäfte abgewickelt werden. So eine Art UNO-Taler, dessen Stabilität alle Länder garantieren. Ein US-Veto oder gar Russland-Veto wird das sicherlich verhindern.
Als Devisenreserve wird er zur Absicherung der Währung neben Goldreserven noch von den meisten Ländern gehalten.
Die Staatsgoldschätze wurden aber schon mit Beginn des 20. Jahrhunderts drastisch reduziert und durch andere kalkulatorische Werte ersetzt. Die USA als damalige führende Handels- und Weltmacht konnten den hochwertigen und stabilen US-Dollar als Verrechnungswährung etablieren, zumal der damals auch durch ausreichende Goldreserven abgedeckt war. Inzwischen sind aber die amerikanischen Staatsfinanzen so ins Schleudern geraten, dass der Dollar nur noch durch finanztechnische Manipulationen am Leben erhalten werden kann (z.B. Stützkäufe im Milliardenhöhe)
Selbst die klassische Goldwährung ist durch Preisschwankungen keine stabile Bezugsgröße mehr, zumal große Goldförderer, wie China, Australien, USA, Russland Südafrika usw. das System schnell aushebeln könnten. 10 Staaten decken 67 Prozent der weltweiten Goldförderung.
Es gibt noch stabilere Währungen einiger weniger kleiner Länder, die sich aber nur im geringen Maß einsetzen lassen. Selbst der vor vielen Jahren gepriesene SFR hat an Wert deutlich eingebüßt.
Der €uro hat seit Einführung erstaunlich an Wert und Vertrauen gewonnen und steht -- trotz einiger Krisen im €uro-Raum -- ziemlich stabil da. Internationale Verträge, die in €uro abgewickelt werden, nehmen erstaunlich zu, auch außerhalb der EU, wo er ja Standard-Verrechnungseinheit ist.
Der rasante Aufschwung der VR China macht den ¥uán (Renminbi als „Wai-bi“ = „Fremdengeld“) immer interessanter. Die stramme Koppelung an den US-$ führt aber zu einer Unterbewertung. Bei einer Wechselkursfreigabe wurde die US-Wirtschaft deutlichen Schaden nehmen. Das will man dem Hauptgeschäftspartner nicht antun und der Zusammenbruch des US-Marktes käme wie ein Bumerang auf China zurück.
Russland will nun für den internationalen Handel den Rubel etablieren, fast schon ein Witz, bei der momentanen Wirtschaftslage mit Inflation und Währungsverfall. Der Verfall ist aber rechnerisch an den Kurs zum US-$ gekoppelt und von der Klammer will man sich befreien.
Ich kann es mir zwar nicht vorstellen, aber Russland erhofft sich dadurch eine Aufwertung und Stabilisierung.
Wie das funktionieren soll, können bisher nur russische Potentaten und deren befreundete Banker erklären; die internationale Fachwelt fühlt sich bestenfalls belustigt und keinesfalls beunruhigt. Im Prestigekampf $-Obama gegen руб-Putin erhofft sich Zar Wladimir wohl etwas mehr Glanz unter der Sonne.
Natürlich ist die interne Größe kalkulierbar, wenn die Inflation mal drastisch gestoppt werden kann. Die Idee ist gut, allein der Glaube fehlt.
Ein wackeliger Rubel an der Kasse kurbelt zwar Exporte an, da sie bei den Kunden immer billiger werden. Zum Schluss zahlt man die paar Rubel aus der Hosentasche.
Aber was soll exportiert werden? Da kommt die einseitig ausgebaute Wirtschaft schnell an die Grenzen.
Vernünftig ist die Regelung beim Tauschhandel. Ich kaufe für 1 Mio. Gas und liefere für 1 Mio. Maschinen. Da ist es total egal, ob es Mücken, Kröten, Batzen oder Rubel sind. OK, die Rubel-Kosmetik freut die Herren im Kreml. Russische Damen mit netter Kosmetik sind aber attraktiver.
Für Importe aus dem Ausland muss man schon einen Vollidioten finden, der langfristige Verträge auf Rubel-Basis macht, denn damit ist seine Pleite vorprogrammiert.
Ideal wäre eine international installierte und akzeptierte künstliche Währung mit fixiertem Wert, mit der alle internationalen Geschäfte abgewickelt werden. So eine Art UNO-Taler, dessen Stabilität alle Länder garantieren. Ein US-Veto oder gar Russland-Veto wird das sicherlich verhindern.