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Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 00:00
von rholuk
Servus an alle,

mein Name ist Lukas, bin 17 Jahre jung und komme aus der schönen Thüringer Rhön.
Ich bin noch Schüler, lerne seit der 7. Klasse Russisch (Erfolg ist verhalten) und interessiere mich sehr für Osteuropa und Russland.

Ich lese hier schon länger mit und bin dankbar für einige Hinweise, die ich in Moskau gebrauchen konnte.
Des Weiteren danke ich für die Aufnahme hier im Forum und hoffe auf lesenswerte Themen. ;)

Gruß
Lukas

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 06:38
von kamensky
Hallole Lukas und willkommen an Board des Forums

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 06:51
von bella_b33
Hi Lukas und herzlich Willkommen hier bei den Russland-Verrückten!
Cool, Russisch in der Schule. Ist da im Moment viel Resonanz oder immernoch sehr sehr wenig? Ich war der erste Jahrgang, der das ab der 5. nicht mehr machen musste, Anfang der 90er. In meiner Klasseenstufe, ca. 100 Leute, waren das damals plötzlich nur noch 3 bis 5 Leute.

Gruss
Silvio

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 12:09
von Jenenser
Mit 16 war ich das erste Mal in Russland und der Ukraine. Es ergab sich nun die Möglichkeit, die russische Sprache ein wenig anzuwenden. Eine Sprache, die ich bisher nur mit „Nase rümpfen“ gelernt habe, auf Entscheidung meiner Eltern sogar schon ab der 3.Klasse. Noch heute erinnere ich mich jedoch gern an den heißen Sommer in Kiew und kurze Zeit später an den bitterkalten Winter, bei minus 25 C, in Moskau. Lange ist es her...

Gruß aus Thüringen nach Thüringen!
Und schreib doch mal kurz `was über Moskau!

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 16:37
von rholuk
Danke an euch alle!

Also zum Thema Russisch in der Schule gibt es einiges zu berichten. Der Status der Sprache ist meiner Erfahrung nach von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Ich bin an einem relativ kleinen Landgymnasium mit 600 Schülern. Deswegen gab es nur die Wahl zwischen Russisch und Französisch. In meinem Jahrgang war der Trend klar zu Russisch, 2/3 haben die Sprache gewählt.
Wie es an anderen Schulen aussieht kann ich schlecht bewerten, da alle anderen Gymnasien meist zusätzlich Spanisch und Latein zur Auswahl haben und die Schüler an der Regelschule keine 2. Fremdsprache belegen müssen.
Allerdings wird an den Regelschulen meist nur fakultativ Russisch angeboten, da die Lehrer im DDR-System oft Russisch zusammen mit Englisch studiert haben.

Ich kann natürlich nur aus Thüringer Sicht sprechen. Ein Deutschland, 16 Bildungssysteme. ;)
Die Jahrgänge nach mir fangen schon in der 6. Klasse mit der 2. Fremdsprache an (Gymnasium), mit Englisch wird meist in der 3. Klasse, sprich für alle in der Grundschule, begonnen. Allerdings in der Grundschule noch ohne Bewertung, dafür mit Worturteil.


Und nun zu meinem kleinen Moskau-Trip.
Meine Schule pflegt seit letztem Jahr eine Partnerschaft mit einer Moskauer Schule. Im November 13 war eine kleine Gruppe Moskauer Schüler bei uns in der Rhön zu gast. Es war schon relativ interessant zu sehen, wie sie beeindruckt waren von unseren Dörfern. Die meisten dachten, dass keine geteerten Straßen gibt, die Leitungen frei hängen und Internet nicht vorhanden wäre. (Als wir in Moskau im Kolomenskoe waren, meinten die Schüler, dass so die russischen Dörfer noch immer aussehen.)

Mitte März 14 ging es dann von Frankfurt los, 17 SchülerInnen, 2 Lehrer und 1 Referendarin. In Scheremetewo um 16:00 angekommen, war ich erstmal fasziniert von dem "neuen" Flughafen. Und dann die Fahrt in die Stadt, an der Mega-Mall vorbei und den 100000 Autohäusern. Uns wurde bisher ein ganz anderes Bild von Russland oder zumindest Moskau vermittelt.
An der Schule in Severnoe Tuschino angekommen wurden wir abgeholt, alle in Severnoe Tuschino untergebracht außer mein Kumpel und ich. Wegen den kleinen Wohnungen haben sich unsere Austauschpartner eine Wohnung angemietet und nicht irgendwo, sondern am Neuen Arbat in einem der großen Hochhäuser. Sie meinten, dass die Wohnungen in Tuschino teurer seien als in der Stadt. Aus dem Auto ausgestiegen fährt mal eben so ein Porsche und danach ein Audi Q8 an einem vorbei. Alles ein bisschen anders als gewohnt.
Im 14. Stock angekommen, hat die Gastmutter schon Abendbrot zubereitet. Allgemein waren unsere russischen Austauschfamilien alle sehr nett und die russische Gastfreundlichkeit ist wirklich sehr groß. Sie fuhren uns jeden morgen eine halbe Stunde durch die Stadt zu Schule und haben jeden Abend gekocht.

Da wir in der Stadt wohnten, war der Arbat nicht weit weg und der Rote Platz auch nicht. Alle, sogar die Lehrer, haben uns beneidet. Und dann der Moment, zum ersten Mal auf dem Roten Platz, fantastisch. Es war abends, alles angeleuchtet. Wunderschön. Allerdings war die Freude getrübt, denn es wurden Bühnen aufgebaut für die Willkommensfeier für die Krim.
Die weiteren Tage waren wir noch im Kolomenskoe, im Kreml, in der Waffenkammer des Kreml, Bolschoi Theater, Tretjakow-Gallerie, eine Metro-Tour unternommen. Also eigentlich die typische Touritour. Mit unseren Gastbrüdern waren wir dann noch privat im Nikulin-Zirkus. Für mich war die Woche in Moskau eine tolle Erfahrung.
Ich stand zwar auch ungewollt im militärischen Sperrgebiet, aber das ist eine andere Geschichte...

Das war glaub ich erstmal genug für eine Kurzbeschreibung.

Grüße
Lukas

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 17:52
von Admix
Servernoje Tuschino :D
Da habe ich knapp 10 Jahre gelebt. In welcher Schule warst Du? Vielleicht kenne ich die ja :D

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 19:14
von fugen
Hallo Lukas,

klingt doch interessant mit deinen Erlebnissen :-)
Dann hast ja schon mehr von Russland gesehen als der Ein oder Andere hier(sowohl Forum als auch Deutschland)

Lass dich aber von Moskau nicht täuschen, weil es ein anderes Russland ist.

Herzlich Willkommen auch von mir

Ps wer A sagt, der muss auch B sagen! Also raus mit der Geschichte über das Sperrgebiet

Re: Privjet!

Verfasst: 02 Jun 2014, 20:09
von _RGP_
rholuk hat geschrieben: Aus dem Auto ausgestiegen fährt mal eben so ein Porsche und danach ein Audi Q8 an einem vorbei.
Vollkommen normal.
Als ich vor ein paar Jahren meine ersten Spaziergänge durch Moskau machte, war ich auch überrascht ob der Dichte dickster Modelle deutscher Luxushersteller.
Außerdem habe ich in Moskau zum ersten mal Stretchlimousinen und Maybachs gesehen. Ganz offensichtlich alles nichts, wonach die Eingeborenen sich umdrehen.
rholuk hat geschrieben: Roten Platz ...Es war abends, alles angeleuchtet. Wunderschön. Allerdings war die Freude getrübt, denn es wurden Bühnen aufgebaut
Ging mir damals auch so. Da war es die Woche vorm "Tag der Stadt". Montags angekommen, Roter Platz die ganze Woche vom Auferstehungstor bis hinter die Basiliuskathedrale gesperrt - Sch**e!
Am Freitagabend war dann irgendein Boxkampf auf dem Platz. Da war ich das erste mal drauf.
Am Wochenende die Twerskaya auf der gespertten Straße hochgelaufen, und ich glaube dann am Montag konnte man auf den Roten Platz.
Da ich 4 Wochen in Moskau war kein Problem, wer nur für ein paar Tage hinfährt, und den Roten Platz dann nur vom Seiteneingang des GUM bzw. hinter den Absperrung aus der Ferne sieht, der hat natürlich die A...karte, wenn er in so einer Woche dort ist.
100000 Autohäusern.
Gibt es das 2 Auto-Autohaus von Rolls Royce eigentlich noch? :lol:

Re: Privjet!

Verfasst: 03 Jun 2014, 01:43
von rholuk
@admix
Das war die Schule Nummer 1399, ist ein bisschen versteckt gelegen aber wir waren 2 Minuten Fußweg an der Tramstation an der Улица Героев Панфиловцев. ;)


@fugen
Also für die Woche kann ich an neuen Eindrücken nicht meckern. Komischerweise werde ich in Deutschland immer gefragt, ob ich das Mausoleum besucht hätte. Viele haben hier immer noch den Eindruck, dass Russen nur militärverliebte Kommunisten wären...

Allgemein zum Thema Mausoleum: Die Öffnungszeiten waren nur Dienstag-Sonntag 11-13 Uhr. Ist das nicht etwas beschämend für ein 'Nationalheiligtum'? Oder wird das Mausoleum aus deutscher Sicht überbewertet?


@_RGP_
Ich kann dir nicht sagen wie viele Autohäuser ich gesehen habe, aber das nobelste war wohl an der Wostwischenka-Straße zwischen der Leninbibliothek und dem neuen Arbat. Da bin ich täglich immer langgelaufen Richtung Roter Platz.

Re: Privjet!

Verfasst: 03 Jun 2014, 08:28
von Zejtnot
rholuk hat geschrieben:Allgemein zum Thema Mausoleum: Die Öffnungszeiten waren nur Dienstag-Sonntag 11-13 Uhr. Ist das nicht etwas beschämend für ein 'Nationalheiligtum'? Oder wird das Mausoleum aus deutscher Sicht überbewertet?
Wird es.

Es ist ein Relikt aus Sowjetzeiten und wird von vielen Russen mit gewisser Skepsis betrachtet - keiner weiß so recht, was daraus werden soll. Einfach so wegmachen brächte Horden von Altkommunisten auf die Beine, zumal es ja auch ein Stück Geschichte ist. Aber so recht passt es dennoch nicht mehr in die Zeit - auch wenn man eine gewisse Rückbesinnung auf die Sowjetunion gern sieht.