Seite 1 von 2
U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 10:23
von bella_b33
Klick
Hat das gestern jemand mitbekommen? Ich war einige Minuten später auf der Ringlinie unterwegs. Das Einzigste, was ich zu dem Zeitpunkt hörte, daß die Leute meinten, in einer anderen Metrostation riecht es stark verbrannt. Den Rest sah ich erst beim Geschäftstermin im Wartesaal. Mein Beileid allen Opfern!
BTW: Moskau mag mich nicht und ich mag Moskau nicht: Letzes Jahr ist quasi kurz hinter uns, nahe der weißrussischen Botschaft, eine alte Reklame von nem Haus gefallen und hat nen Menschen schwer(oder vllt. sogar lebensgefährlich) verletzt.
Gruß
Silvio
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 10:25
von Admix
bella_b33 hat geschrieben:BTW: Moskau mag mich nicht und ich mag Moskau nicht:
Soll nicht abergläubisch klingen: Aber vielleicht ist das mit dem Kackfass doch keine so gute Bezeichnung ...
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 11:03
von Nikolaus
bella_b33 hat geschrieben: Moskau mag mich nicht ...
Naja, Du weisst ja, Moskau ist gross, und die kaputte Weiche ein ganzes Ende von der Ringlinie entfernt ...

Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 12:06
von Dietrich
Also wenn man sieht, wie oft hier irgendeine S-Bahn oder ein ICE technische Probleme hat, dann ist die Moskauer Metro doch wirklich ein zuverlässiges Verkehrsmittel.
Auch wenn in den letzten Jahren wohl die Probleme immer häufiger werden, so wundert es doch immer wieder, wie wenig da passiert.
Alle 90 Sekunden ein pickepackevollbesetzter Zug mit teilweise bis zu 90 km/h durch irgendwelche Tunnel zu schicken....
Interessant ist, dass es sich bei dem Stück Strecke wohl um eine recht neu angelegte handelte. Also wenn es denn wirklich eine Weiche war (woher die das jetzt schon wissen, wo der ganze Tunnel noch voll von Schrott ist), dann ist sie wohl nicht wegen Altersschwäche kollabiert. Man hat wohl sogar schon einen "Schuldigen" gefunden. Irgendein armer Bauarbeiter hat wohl irgendeine Kontrolle geschlampt.... Naja, an irgendwem muss man es ja jetzt auslassen.
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 14:57
von Zejtnot
Dietrich hat geschrieben:Interessant ist, dass es sich bei dem Stück Strecke wohl um eine recht neu angelegte handelte. Also wenn es denn wirklich eine Weiche war (woher die das jetzt schon wissen, wo der ganze Tunnel noch voll von Schrott ist), dann ist sie wohl nicht wegen Altersschwäche kollabiert. Man hat wohl sogar schon einen "Schuldigen" gefunden. Irgendein armer Bauarbeiter hat wohl irgendeine Kontrolle geschlampt.... Naja, an irgendwem muss man es ja jetzt auslassen.
Zuerst war es ja ein angeblich misslungener Bremsvorgang, was aber jeden Ingenieur stutzig machen sollte. Auch wurde in den ersten Berichten geschrieben, es wäre 200 Meter vor dem Славянский бульвар (was mich ebenso stutzig machte - denn alle Fotos der Rettungskräfte waren offensichtlich am Парк Победы), in Wirklichkeit war es aber wohl eher 300 Meter hinter dem Парк Победы.
Wie dem auch sei, Dietrich, schau mal wie die lokalen Eisenbahnfreaks schon innerhalb weniger Stunden anhand der vorliegenden Fotos die Weichen-Frage in den Raum gestellt haben:
http://ru-metro.livejournal.com/3815412.html
Zunächst wurde ja noch von der Metro behauptet, die Gleise wären tadellos in Ordnung gewesen, man hätte es schon geprüft. Inzwischen wurde bekannt, dass sich schon vor zwei Wochen ein Passagier über eigenartige Vibrationen auf diesem Abschnitt beschwert hatte:
https://www.facebook.com/molostvov/post ... 8326802836
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 16 Jul 2014, 17:24
von Dietrich
Zejtnot hat geschrieben:Wie dem auch sei, Dietrich, schau mal wie die lokalen Eisenbahnfreaks schon innerhalb weniger Stunden anhand der vorliegenden Fotos die Weichen-Frage in den Raum gestellt haben:
http://ru-metro.livejournal.com/3815412.html
Danke für den Link.
Muss ich mir nachher zuhause mal ansehen. Hier im Büro werden die ganzen Bilder nicht geladen, da sie weggefiltert werden (Pic-Hoster mag man hier nicht).
Im Moment sind es wohl 2 Hauptbeschuldigte, die (soweit ich es verstanden habe) irgendwas nicht richtig befestigt haben sollen. Wobei mich die Aufklärungsgeschwindigkeit des Untersuchungskommitees in dem Fall wirklich überrascht.....
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 17 Jul 2014, 06:34
von Zejtnot
Vor einigen Wochen wurde wohl eine neue Weiche zum derzeit im Bau befindlichen Südwest-Ast der gelben Linie eingebaut. Diese Abzweigung führt derzeit noch ins Nichts, weswegen die Weiche eigentlich verriegelt und verrammelt sein sollte. Wenn so offensichtlich ist, dass diese Weiche eben nicht vernünftig fixiert war, so ist es relativ einfach, zu ermitteln wer dafür zuständig war. Und diese zwei Personen wurden zunächst festgenommen - was auch vernünftig ist.
So wie ich es gelesen habe, haben sie die Arbeiten aber nicht selbst gemacht, sondern an Subunternehmen übergeben - das ändert aber nichts daran, dass sie für die Ausführung der Arbeit zunächst einmal die Verantwortung tragen. U-Haft ist insofern nicht abwegig.
Natürlich kann sich später noch herausstellen, dass - einfach mal als Theorie in den Raum geworfen - der Zug schlecht gewartet war, ein Metallteil herabhing, welches den Keil aus der Weiche gekickt hat, woraufhin der zweite Radsatz wie bekannt aus der Schiene gesprungen ist. Dann wäre die Wagenwartung Schuld. Aber zunächst ist davon nicht primär auszugehen. Und ehe die Weichentypen verschwinden, sollte man sie zunächst festnehmen.
Natürlich gibt es schon wilde Verschwörungstheorien. Es war der Westen, um Putin zu zeigen, dass die Gründung der BRICS-Bank und -Fonds nicht sein soll. Und wegen der Ukraine sowieso. Deswegen auch die Wahl der Stationen! Славянский Бульвар und Парк Победы!
Zugegeben klingt es aber auch etwas unlogisch, dass dieser ausführende Weichenfritze die Weiche mit 3 Millimeter dickem Draht fixiert haben soll. Auf einer Linie, wo täglich 400 Züge durchrauschen. So doof kann man ja eigentlich kaum sein.
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 17 Jul 2014, 10:45
von Dietrich
Zejtnot hat geschrieben:Zugegeben klingt es aber auch etwas unlogisch, dass dieser ausführende Weichenfritze die Weiche mit 3 Millimeter dickem Draht fixiert haben soll. Auf einer Linie, wo täglich 400 Züge durchrauschen. So doof kann man ja eigentlich kaum sein.
Das würde dann doch aber die vorher bereits gemeldeten Vibrationen nicht so richtig erklären... wobei die natürlich auch irgendwo anders gewesen sein können und damit vielleicht gar nichts zu tun haben.
Das mit dem Draht anstelle der richtigen "Klammern" (oder wie man sie nennen möchte) wäre natürlich ein ordentlicher Pfusch, der allerdings leider nicht unbedingt untypisch für Russland wäre....
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 17 Jul 2014, 10:52
von bella_b33
Admix hat geschrieben:vielleicht ist das mit dem Kackfass doch keine so gute Bezeichnung ...
Egal, wird sich nicht ändern, ich steh dazu! Spätestens bei der Rückreise aus Moskau und den stundenlangen Staus, hat sich das wieder bestätigt.
Gruß
Silvio
Re: U Bahnunglück in Moskau
Verfasst: 17 Jul 2014, 12:25
von _RGP_
bella_b33 hat geschrieben:Letzes Jahr ist quasi kurz hinter uns, nahe der weißrussischen Botschaft, eine alte Reklame von nem Haus gefallen und hat nen Menschen schwer(oder vllt. sogar lebensgefährlich) verletzt.
Demnach paßt Moskau also gut auf dich auf. Würde Moskau dich nicht mögen, wäre deine Metro entgleist, oder die Reklame auf deinem Kopf gelandet.
Zejtnot hat geschrieben:Zuerst war es ja ein angeblich misslungener Bremsvorgang, was aber jeden Ingenieur stutzig machen sollte.
Zuerst war, zumindest in deutschen Medien, von einer Notbremsung infolge eines Spannungsabfalls die Rede.
Daß bei Notbremsungen Waggons aus den Gleisen springen wäre kein Novum. Das war auch bei neuesten Zügen in Deutschland schon mal ein Problem und Grund, nachzurüsten.
Vielleicht hat man aber auch nur so schnell ein Unfallszenario als Ursache für das Unglück veröffentlicht, um gar nicht erst Gerüchte über einen Terroranschlag aufkommen zu lassen. (natürlich erst, nachdem man solch einen Anschlag selbst ausschließen konnte)