Generalmobilmachung in der Ukraine
Verfasst: 23 Jul 2014, 21:20
Die meisten werden es mitbekommen haben:
Poroschenko hat gestern die Generalmobilmachung angeordnet. Ab jetzt können alle wehrfähigen Männer zum Dienst in der Armee eingezogen werden.
Hintergrund hierfür ist sicher zunächst einmal, daß die, die derzeit für Kiew kämpfen schon etliche Monate im Einsatz sind, und man händeringend nach Ablösung sucht.
Allerdings gibt es auch Meldungen/Gerüchte, daß die Gefallenenzahlen doch deutlich höher liegen, als von Kiew immer verkündet.
Offiziell hat man erst irgendwas um 300 Soldaten verloren, tatsächlich (und das stammt nun aus der russischen Presse) sollen es tausende sein. Demnach bekommen die meisten Familien keine Gefallenenmeldung, sondern eine Mitteilung, daß ihr Angehöriger verschollen sei. Somit muß man diese Menschen nicht als Tote verkünden, und die permanenten Erfolgsmeldungen bleiben glaubwürdiger. Außerdem würde höhere Gefallenenzahlen nicht unbedingt die Bereitschaft potentieller neuer Soldaten erhöhen, sich zum Dienst zu melden.
Dabei stellt sich dann auch wieder die Frage, wieviele Soldaten (also echte Soldaten, der ukrainsichen Armee) überhaupt den Befehlen Kiew folgen, wieviele sind desertiert, wieviele übergelaufen. Denn für die paar hundert "drogenabhängige Trinker" (so nannte sie Jazeniuk mehrfach) müßte die ukrainische Armee ja eigentlich ausreichen.
Hat da doch die Mehrheit den Dienst quittiert oder kämpft auf der anderen Seite?
Weiterhin zahlt Kiew nach wie vor den Sold nicht regelmäßig (wovon auch), was viele Familien in finanzielle Nöte bringt.
Hier eine deutschsprachige Meldung: http://www.merkur-online.de/aktuelles/p ... 20780.html
Da hat man natürlich die A***karte, wenn man heute noch seiner Arbeit nachgeht, und morgen stehen die Feldjäger vor der Tür (bildlich gesprochen), und holen einen ab, damit man sich im Osten irgendwo Kugeln um die Ohren fliegen lassen darf, und im "besten" Fall im großen Plastiksack nach Hause kommt, wo mittlerweile aus Geldmangel alles den Bach runtergegangen ist.
Ich bin gespannt, ob es zu Demonstrationen kommt, wenn die ersten unfreiwillig eingezogen und an die Front geschickt werden, und wie Kiew damit umgeht.
Falls sich jemand wundert, warum trotz Kämpfen und Generalmobilmachung nach wie vor kein Kriegsrecht über den Osten verhängt wird: Der IWF zahlt ungern Gelder an Staaten, die sich im Krieg befinden, was, das dürfte nicht mal unter uns Sturköpfen hier in diesem Forum strittig sein, aber in der Ukraine dier Fall ist.
(Irgendwie wird "Krieg" damit zum bürokratischen Begriff, zu einer reine Formalie...ist schon irgendwie komisch)
Poroschenko hat gestern die Generalmobilmachung angeordnet. Ab jetzt können alle wehrfähigen Männer zum Dienst in der Armee eingezogen werden.
Hintergrund hierfür ist sicher zunächst einmal, daß die, die derzeit für Kiew kämpfen schon etliche Monate im Einsatz sind, und man händeringend nach Ablösung sucht.
Allerdings gibt es auch Meldungen/Gerüchte, daß die Gefallenenzahlen doch deutlich höher liegen, als von Kiew immer verkündet.
Offiziell hat man erst irgendwas um 300 Soldaten verloren, tatsächlich (und das stammt nun aus der russischen Presse) sollen es tausende sein. Demnach bekommen die meisten Familien keine Gefallenenmeldung, sondern eine Mitteilung, daß ihr Angehöriger verschollen sei. Somit muß man diese Menschen nicht als Tote verkünden, und die permanenten Erfolgsmeldungen bleiben glaubwürdiger. Außerdem würde höhere Gefallenenzahlen nicht unbedingt die Bereitschaft potentieller neuer Soldaten erhöhen, sich zum Dienst zu melden.
Dabei stellt sich dann auch wieder die Frage, wieviele Soldaten (also echte Soldaten, der ukrainsichen Armee) überhaupt den Befehlen Kiew folgen, wieviele sind desertiert, wieviele übergelaufen. Denn für die paar hundert "drogenabhängige Trinker" (so nannte sie Jazeniuk mehrfach) müßte die ukrainische Armee ja eigentlich ausreichen.
Hat da doch die Mehrheit den Dienst quittiert oder kämpft auf der anderen Seite?
Weiterhin zahlt Kiew nach wie vor den Sold nicht regelmäßig (wovon auch), was viele Familien in finanzielle Nöte bringt.
Hier eine deutschsprachige Meldung: http://www.merkur-online.de/aktuelles/p ... 20780.html
Da hat man natürlich die A***karte, wenn man heute noch seiner Arbeit nachgeht, und morgen stehen die Feldjäger vor der Tür (bildlich gesprochen), und holen einen ab, damit man sich im Osten irgendwo Kugeln um die Ohren fliegen lassen darf, und im "besten" Fall im großen Plastiksack nach Hause kommt, wo mittlerweile aus Geldmangel alles den Bach runtergegangen ist.
Ich bin gespannt, ob es zu Demonstrationen kommt, wenn die ersten unfreiwillig eingezogen und an die Front geschickt werden, und wie Kiew damit umgeht.
Falls sich jemand wundert, warum trotz Kämpfen und Generalmobilmachung nach wie vor kein Kriegsrecht über den Osten verhängt wird: Der IWF zahlt ungern Gelder an Staaten, die sich im Krieg befinden, was, das dürfte nicht mal unter uns Sturköpfen hier in diesem Forum strittig sein, aber in der Ukraine dier Fall ist.
(Irgendwie wird "Krieg" damit zum bürokratischen Begriff, zu einer reine Formalie...ist schon irgendwie komisch)