kamensky hat geschrieben:
Da habe ich doch manchmal den Eindruck, ausgerechnet die Krimtataren sollen in der westlichen Presse den Status des Widerstandskämpfers gegen Russland auf der Halbinsel Krim einnehmen.
Man kann sicher erst mal Fakten über die Krimtataren im Netz sammeln. Wer ist das eigentlich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Krimtataren
Es lohnt sich, wenn man denn für diese Minderheit ein wenig Interesse zeigt, vor Ort auf der Krim, das Gespräch mit ihnen zu suchen. Die Krimtataren sprechen sehr gut Russisch. Die meisten können sich gut erinnern und geben gern Antwort auf die Fragen: Wie war das damals 1989, als sie auf die Krim zurück kamen? Kurze Zeit später brach ja die Sowjetunion zusammen. Wie gestaltet sich das Problem der Massenarbeitslosigkeit, die Landzuteilung mit entsprechender Infrastruktur? Wie ist das Verhältnis zwischen den Krimtataren und der ostslawischen Bevölkerung (Russen, Ukrainer, Weißrussen) auf der Krim?
Zum letzten Punkt bekam ich von allen stets die Antwort: нормально!
Sollte sich nach dem Referendum im März dieses Jahres so viel geändert haben?
Einen ersten Eindruck vom Leben der Krimtataren erhält der Tourist wahrscheinlich, wenn er mit der Seilbahn auf den Berg Ai Petri fährt. Dort befindet sich eine Siedlung der Krimtataren, die sich auf die ankommenden Gäste bereits spezialisiert hat. In der Gondel der Bahn sah ich leider nie einen Besucher aus Westeuropa. Möglicherweise wurden sie alle im Vorfeld schon abgeschreckt, u.a. durch so einen Artikel, wie Du ihn gepostet hast...
Im Netz habe ich einen kurzen Videoclip gefunden, wie das denn so abläuft, mit der Seilbahn, den meist ukrainischen und russischen Touristen, die ihr entsteigen und der Gastfreundschaft der Krimtataren...
(Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der vorstehenden Verlinkung)
[youtube]cGHVlwezXog[/youtube]