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Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 11:58
von Gunnar
Aus Russland hört man irgendwie so gar keine Vorschläge zum Thema Terrorbekämpfung im nahen Osten. Im Kaukasus ist Putin da doch bislang überhaupt nicht zimperlich gewesen, aber in Syrien und dem Irak? Fehlanzeige. Kadyrov hat neulich mal ein paar markige Sprüche losgelassen, als IS Russland bedrohte, mehr und vor allem Konstruktives kann ich allerdings nicht erkennen.

Das letzte, was ich zu dem Thema auf Ria Novosti gelesen haben waren diese verschwurbelten Aussagen von Lavrov.

http://de.ria.ru/politics/20141001/269685103.html

Weiß jemand näheres?

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 12:58
von Okonjima
Warum sollte man aus Richtung RUS zum diesem Thema irgendetwas hören? Sollen Sie den USA ein "Joint venture" anbieten? ;)
Ich finde es eher gut das RUS sich da raushält. Außerdem würde "der Westen" jegliche Äußerungen aus Richtung RUS sowieso nicht ernst nehmen bzw. in den Medien sinnlos ausschlachten.
Es geht doch eh wieder nur um Öl, alles getarnt unter dem Deckmantel Menschenrechtsverletzung. Würde es in Ruanda Öl geben, könnten vielleicht auch noch viele Menschen leben!! :oops:
Elende Heuchelei dan Ganze!

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 13:36
von Dietrich
Okonjima hat geschrieben:Es geht doch eh wieder nur um Öl, alles getarnt unter dem Deckmantel Menschenrechtsverletzung. Würde es in Ruanda Öl geben, könnten vielleicht auch noch viele Menschen leben!! :oops: Elende Heuchelei dan Ganze!
Du bist also der Meinung, "lass sie sich da ruhig abschlachten!"?
Wo (geographisch gesehen) muss der IS denn deiner Meinung nach stehen, bevor es keine Heuchelei mehr ist, sondern man ehrlich besorgt darüber ist, dass dort Menschen auf widerlichste Art und Weise umgebracht werden?
Reicht die Türkei? Oder (weiter im Osten) Azerbaijan? Armenien? Georgien? Sochi?
Oder doch mindestens Bulgarien? Griechenland?

...aber hauptsache mal wieder "es geht nur ums Öl" mit untergebracht.....

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 13:52
von Gunnar
wiedermal so eine typische Aluhutantwort [gaehn]

Aber vielleicht ist das mit dem Öl ja doch nicht ganz falsch, ich hab hier mal eine schöne Theorie aus dem Focus, allerdings mit ganz anderer Blickrichtung:
Manifest im Irak aufgetaucht: Ölfelder für geheime Atomtechnik: IS-Dschihadisten wollen Russland bestechen
http://www.focus.de/politik/ausland/man ... 84451.html


@Okonjima: Es bietet sich hier tatsächlich einmal eine Gelegenheit, den irgendwie verlernten Schulterschluss von West und Ost wiederzubeleben. Putin ist auf der Krim sogar vor einer militärisch flankierten Anexion "aus humanitären Gründen" nicht zurückgeschreckt und hat Tschetschenien ca. 10 Jahre aus humanitären Gründen mit seinem Krieg überzogen . Da könnte man doch zur Abwechslung auch mal dabei helfen, aus humantären Gründen dem Abschlachten in Syrien Einhalt zu gebieten.

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 14:29
von Okonjima
Geht es nicht um ÖL?? Aber sicher doch!!
Außerdem - woher hat sich den ISIS "entwickelt"? U.a. aus Söldnern die der Westen nach Syrien geschickt hat um Assad zu stürzen. Also die nächste Heuchelei.
Übrigens erstaunliche Parallelen zu Al Qaida und Afghanistan, oder?
Mir geht es auch nicht darum wo und was ISIS macht, sondern mit Heuchelei meine ich das "wir" als westliche Welt uns das Recht herausnehmen Weltpolizei zu
spielen und zwar an den strategischen Punkten die "wir"für wichtig erachten. Wenn an Plätzen dieser Welt Menschen abgeschlachtet werden die wir für nicht wichtig erachten
interessiert das keine SAU! Das meine ich mit Heuchelei und daher auch mein Seitenhieb mit Ruanda (falls du damit etwas anfangen kannst?).
Wenn ich jetzt hier noch weiterdenke komme ich sofort zu Ebola. Als vor Monaten der erste Fall in Westafrika wieder auftratt hatte die ganze westliche Politik weggeschaut
bzw. Sie hatten alle mit dem Thema Ukraine zu tun was ja wieder strategisch wichtiger war. Was interessieren da ein paar tausend Westafrikaner! Kostet ja auch alles Geld, oder?
Und jetzt gucken sich alle dumm an und bringen so Sätze "womit niemand gerechnet hat ist eingetreten..." usw.
Und eh der Einwand kommt - Ja Russland hat auch weggeschaut!!
Bitte nicht falsch verstehen - ich bin der Letzte dem sowas am Arsch vorbeigeht aber mich kotzt die westliche Heuchelei zu diesen Themen sowas von an! :evil:

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 14:51
von Dietrich
Okonjima hat geschrieben:Bitte nicht falsch verstehen - ich bin der Letzte dem sowas am Arsch vorbeigeht aber mich kotzt die westliche Heuchelei zu diesen Themen sowas von an! :evil:
Aber du drückst dich nach wie vor vor einer klaren Aussage:
Soll man etwas tun ja oder nein? Wann ja, WAS?

DAS ist Heuchelei. Immer nur demjenigen der etwas macht zu erklären, warum es falsch ist, aber selbst keine klaren Aussagen tätigen, wann denn bitteschön was angebracht ist.

Wann und wieviel früher hätte man denn in Bezug auf Ebola WAS machen müssen? Lies dir mal http://de.wikipedia.org/wiki/Ebolafieber-Epidemie_2014 durch:
Die Epidemie begann im Südosten Guineas, wo im Februar 2014 einzelne Fälle von Ebolafieber bekannt wurden. In den folgenden Monaten wurden in den benachbarten Ländern Sierra Leone und Liberia weitere Erkrankungen gemeldet, Anfang August auch in Nigeria und am 29. August ein erster Fall im Senegal. Gleichfalls Ende August 2014 wurde bekannt, dass in der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika mehrere Menschen an Ebolafieber erkrankt und gestorben sind. Diese Fälle stehen jedoch in keinem direkten epidemiologischen Zusammenhang mit den Ebola-Fällen in Westafrika,[5] da es sich um eine andere Ebolavirus-Variante handelt. Ende September 2014 wurde erstmals ein Fall von Ebolafieber in den USA nachgewiesen. Der Patient hatte sich in Liberia infiziert.[6] Am 6. Oktober 2014 wurde die erste Infektion außerhalb Westafrikas bekannt. Es handelte sich um eine spanische Krankenschwester, die zuvor einen in Afrika erkrankten spanischen Missionar in Madrid behandelt hatte.[7]Wegen der Epidemie riefen zunächst Liberia und Sierra Leone den Notstand aus, am 8. August 2014 auch Nigeria.[8] Die Grenzen zwischen den Staaten wurden geschlossen und der internationale Verkehr zum Teil durch Reisewarnungen eingeschränkt. Am selben Tag deklarierte die WHO die Epidemie nach Beratungen des zuständigen Notfallausschusses zum Internationalen Gesundheitsnotfall (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC).[9][10] Am 12. August 2014 erklärte die Weltgesundheitsorganisation den Einsatz experimenteller, jedoch noch nicht zugelassener Wirkstoffe zur Bekämpfung der Epidemie für ethisch vertretbar.[11] Am 18. September 2014 gab UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im UN-Sicherheitsrat die UN-Mission UNMEER bekannt, die in den von der Epidemie betroffenen Ländern Notfall-Hilfe leisten soll.[12]
und
Am 4. August 2014 sicherte die Weltbank den von der Epidemie betroffenen Ländern eine Nothilfe von bis zu 200 Millionen US-Dollar (149 Millionen Euro) zu. Damit sollen Eindämmungs- und Präventionsmaßnahmen in den Staaten finanziert werden. Die WHO hat zuvor bereits Hilfsgelder von 100 Millionen US-Dollar zugesagt.[64] Ende September 2014 erhöhte die Weltbank die finanzielle Unterstützung auf insgesamt 400 Millionen US-Dollar.[65]
Zur Unterstützung des Personals vor Ort wurden von der WHO etwa 400 Mitarbeiter in die betroffenen Gebiete entsandt,[32] ebenso 70 Mitarbeiter durch die CDC.[55] Von der Organisation Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen) waren 1.086 Mitarbeiter im Einsatz[66] (Stand: August 2014).
Ende August 2014 stellte die WHO einen Plan (roadmap) vor, wie man die Epidemie innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate stoppen könne. Darin waren internationale Hilfsmaßnahmen vorgesehen, um in den Epidemiegebieten flächendeckend Behandlungszentren errichten und die notwendigen Güter bereitstellen zu können. Die Kosten dafür wurden von der WHO auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt.[67] Da sich die Situation vor allem in Liberia und Sierra Leone stetig verschlechterte, forderte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Anfang September in einem öffentlichen Appell insbesondere die Industriestaaten zu mehr Hilfeleistungen auf.[21]
Liest sich jetzt nicht gerade so, als hätte man erst Monate lang Menschen zu tausenden verrecken lassen, bevor man etwas gemacht hat.
Welche Hilfsmaßnahmen hättest du wann als angebracht erachtet?

Wie du ja bereits gesagt hast, kam von Russland da vergleichsweise eher noch weniger Reaktion.

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 14:56
von Gunnar
Ich sehe einen klaren Widerspruch darin einerseits zu verlangen, dass der Westen aufhören soll Weltpolizei zu spielen und andererseits im gleichen Atemzug der Vorwurf formuliert wird (und zwar auch und insbesondere in den jeweiligen Kriesenregion) dass der Westen sich nicht ausreichend um alle Regionen dieser Welt kümmere.

Folgt daraus, entweder alles oder nichts? Folgt daraus, dass der Westen grundsätzlich nicht zugleich eigene Interessen mit Hilfen in anderen Regionen dieser Welt verbinden und verfolgen darf und nach seinen Interessen seine Einsatzbereitschaft abwägen darf? Es ist bisschen wie bei Teenagern, die den unbedingten Schutz und die finanzielle Unterstützung ihrer ach so egoistischen Eltern einfordern und diesen aber zugleich jede Erziehungsberechtigung absprechen und ausflippen, sobald diese mal ein paar Bedingungen formulieren. Ich hab ja noch Verständnis, wenn diese Haltung in den jeweiligen Ländern eingenommen wird, aber dass Wutbürger im Westen sich selbst mit großer Lust so zerfleischen, dafür fehlt mir irgendwie das Verständnis.

Bitte einen realistischen Weg aufzeigen, wie sich der Westen richtig verhalten soll und welche Konsequenzen dafür warum in Kauf zu nehmen sind.

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 17:14
von kamensky
Logisch und wohl selbsterklärend ist Russlands Stellungsnahme betreffend ISIS und den von der "selbsternannten Anti-Terror-Koalition" (so wird diese anscheinend von den Dumaabgeordneten genannt) und deren Einsatz. Assad ist ja ein guter Busenfreund zu WaWo und dann ist da bestimmt noch die Angst um den Mittelmeerhafen "Tartus", welcher man verlieren könnte. Hauptsache die IS mäht die Kurden nieder, wie ein Mähdrescher das reife Korn, oder aber die Kurden flüchten in die Türkei. Doch das ist nicht das Problem von RU betreffend Unterkunft und auch die möglich toten Kurden sind keine eigenen Landsleute. Also Alles halb so schlimm.

http://de.ria.ru/politics/20141008/269742635.html

Hr. Putin, wie war das noch mit der "Verletzung der Souveränität von Staaten" bei dem Einmarsch in neutralen Anzügen (grüne Männchen) auf der Krim, welche vor dem fragwürdigen Referendum meines Wissens immer noch zu einem souveränen Staat Namens Ukraine gehörte. Ahh, ich verstehe, für Russland gelten natürlich selbstgemachte Sondergesetze, welche solche Aktionen ohne Mandat anderer Staaten gerechtfertigen, zumal das "Unterdrücken einer Landessprache" lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann, im Gegenteil aber das möglich bestialische Abschlachten von Kurden "mit abgedeckten Augen" jedoch geduldet wird.

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 17:56
von Okonjima
@Dietrich
Aber du drückst dich nach wie vor vor einer klaren Aussage:
Soll man etwas tun ja oder nein? Wann ja, WAS?
Natürlich soll etwas getan werden wenn Menschen insbesondere Zivilsten leiden oder ermordet werden.
Nur bitteschön generell immer und überall auf diesem Planeten und nicht nur wenn es um "unser" Geld geht.
Nochmal - für Ruanda hat sich keiner interessiert, für Tibet oder Simbabwe interessiert sich momentan auch keiner.
Kommt in unseren Medien ja auch nicht mehr vor.
Oder sind etwa ermordete Kurden im Irak wichtiger als ermordete Afrikaner in Simbabwe oder Eritrea? Kommt mir gerade so vor.
Aber vielleicht ist meine Denkweise ja einfach nur zu naiv... :oops:
Deine schönen kopierten Informationen aus Wikipedia zum Thema Ebola lesen sich erstmal wunderschön. Aber sind 400 Mitarbeiter genug für so ein großes Gebiet?
Ich denke nicht. Außerdem bin ich davon überzeugt das ein Gegenmittel für Ebola schon existiert, es aber einfach zu teuer ist um es kostenlos in Westafrika "zu verschwenden"!
Oder warum sind alle infizierten zurückgekehrten amerikanischen Ärzte komischerweise wieder genesen oder zumindestens auf dem Weg der Besserung?
VERSCHWÖRUNGSTHEORIE OFF!

Ich versuche weder jemendem etwas vorzuschreiben noch habe ich irgendwelche tiefgreifenden Ratschläge für die Weltpolitik parat ;)
Ich denke aber es ist vielleicht besser sich seine eigenen Gedanken zu machen und nicht jede Pressemitteilung als Gesetz zu betrachten!
Wenn ich das Forum hier verfolge kommt mir das sehr oft so vor!


blitzdings und weg... ;)

Re: Wie steht Putin eigentlich zum ISIS?

Verfasst: 08 Okt 2014, 18:03
von Okonjima
zurück zum eigentlichen Thema:

was wäre eigentlich wenn Russland militärische Hilfe gegen ISIS anbieten würde... ? :shock: