Seite 1 von 13

Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 14:13
von Jenenser
Wer erinnert sich noch an die Rede des US-Präsidenten Reagan 1987 am Brandenburger Tor: "Mr. Gorbachev, open this gate. Mr. Gorbachev, tear down this wall!" Der amerikanische Präsident wußte genau, wer den Schlüssel hat. Und nur zwei Jahre später öffnete es sich, das Brandenburger Tor...

[youtube]F5xuDi6PJ_s[/youtube]

Am Wochenende wurde in Berlin gefeiert. Gorbatschow weilte ebenfalls unter den Gästen. Er hatte auch `was zu kritisieren. Wurde aber scheinbar von niemandem mehr mit seinen Ansichten für Voll genommen. Naja, mit seiner Einschätzung, die „Spiegel-Online“ gestern veröffentlichte lag er gar nicht mal so falsch:
Gorbatschow warf dem Westen und besonders den USA anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls am Wochenende vor, ihre Versprechen nach der Wende 1989 nicht gehalten zu haben. Stattdessen habe man sich zum Sieger im Kalten Krieg erklärt und Vorteile aus Russlands Schwäche gezogen. "Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er hat schon begonnen." In den letzten Monaten habe sich ein "Zusammenbruch des Vertrauens" vollzogen.
In Russland und in der Ukraine ist nach meiner Erfahrung sein Name mit Zorn und Wut verbunden im Zusammenhang mit dem jämmerlichen Untergang der Sowjetunion...

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 14:32
von Zejtnot
Übrigens wurde diese Aussage heute morgen auch bei mdr info alle Viertelstunde in den Nachrichten wiederholt. (Nur als Info für alle SU-Hampelmänner.)

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 14:57
von Jenenser
Zejtnot hat geschrieben:Übrigens wurde diese Aussage heute morgen auch bei mdr info alle Viertelstunde in den Nachrichten wiederholt. (Nur als Info für alle SU-Hampelmänner.)
Ja, ich habe heute früh auch erst Radio gehört und später „Spiegel“ gelesen. Gorbatschow war mal großer Hoffnungsträger im jetzigen MDR-Sendegebiet. Nachrichten über seine Person werden heute noch mit Interesse verfolgt. Freut mich, dass der Sender auch Anhänger in Nowosibirsk hat. :D

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 15:38
von Gunnar
Gorbi hat in Deutschland seit diesem Ereignis
Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat den Ausgang des Referendums auf der Krim begrüßt. Er hält die Voraussetzungen für einen Beitritt der Krim zu Russland für erfüllt.
http://www.t-online.de/nachrichten/spec ... belt-.html

den Großteil seines Ansehens als jemand, der dem sowjetischen Imperialismus abgeschworen hat, weitestgehend verspielt.

Daher braucht er sich auch nicht zu wundern, dass man zwar nach wie vor seine historischen Leistungen würdigt, ihn aber aktuell nicht mehr für ein politisches Schwergewicht hält.
Dass ein binnen weniger Tage oder Wochen durchgepeitschtes und mit ausländischen guerillaähnlich operierenden ungekennzeichneten Soldaten flankiertes und jeden ernsthaften Wahlkampf vermissen lassendes (vergleich im Gegensatz etwa Schottland!) Referendum völkerrechtswidrig oder zumindest äußerst zweifelhaft ist, wird keiner bestreiten, dessen Stimme auch nur ein wenig Gewicht auf internationalem Parkett behalten soll. Noch schlimmer ist die anschliessende Annektion dieses Landstriches durch eine fremde Macht, um deren Soldaten es sich bei den Guerillatruppen gehandelt hat, wie deren Staatspräsident später selbst freimütig und feixend einräumt.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:16
von Zejtnot
Ach Gunnar, glaubst Du wirklich, dass Du jetzt irgendwen überzeugt hast?

Ist das ein Textbaustein, den Du immer wieder einkopierst oder machst Du Dir wirklich noch immer die Mühe, dass jedes Mal wieder alles hinzutippen?

Komm, Berlino, schreib du mal noch was zu den US-Hampelmännern ...

(Ich will nicht einmal abstreiten, was Ihr schreibt ... aber finde den Stil und Ton schlicht ermüdend und vor allem ziellos. Und genau daran krankt der ganze Konflikt, im Kleinen wie hier im Forum und im Großen in der Realität.)

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:25
von Jochen
Aber sehr unterhaltend, hier im Forum zumindest. Und ziellos ist es auch nicht. User gunnar will halt mit der grossen Keule von sich überzeugen.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:30
von Gunnar
Dafür brauch ich keinen Textbaustein, denn diese Wahrheit ist so schnell getippt, wie ich nichtmal copy and paste bedienen kann. Im Übrigen hab ich das so nicht sondern höchsten so ähnlich schon mal formuliert und werde es auch weiterhin tun. Es ist eine einfach klare Erklärung für den Grund, weshalb Gorbi nicht mehr von der deutschen Öffentlichkeit für voll genommen wird. Was daran so verwerflich sein soll, Begründungen zu einer aufgeworfene Frage zu liefern, das musst Du schon mal erklären, wenn Du derart gereizt reagierst. Dass diese Begründung Dich und einige andere nicht überzeugt, ist ja bekannt. Die breite Öffentlichkeit sieht das aber nun mal so. Das passt Deinen politisch Anschauungen nicht in den Kram und daher darf es nicht gesagt werden? Ach Zejtnot, Deine Beiträge waren schon mal inhaltsbezogener als der hier. Sofern Du Berlino in gespielter Genervtheit um Erledigung der Argumentationsarbeit bittest wirst Du wenig Glück damit haben, es sei denn er setzt sich in Widerspruch zu seinen bisherigen Äußerungen. Er hat immer wieder betont, dass er die Krim Annektion nicht für rechtmäßig einwandfrei, jedenfalls aber für fragwürdig hält. Genau das tut Gorbi aber neuerdings im russischen Hurraton.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:42
von kamensky
Was hätte dann Gorbi betreffend Krim anderes von sich geben können ohne das Risiko eines möglichen Landesverweis in seinem vorgerückten Alter und nicht mehr ganz so stabilen Gesundheitszustand einzugehen?

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:45
von Jochen
Gunnar hat geschrieben:Dafür brauch ich keinen Textbaustein, denn diese Wahrheit ist so schnell getippt, wie ich nichtmal copy and paste bedienen kann. Im Übrigen hab ich das so nicht sondern höchsten so ähnlich schon mal formuliert und werde es auch weiterhin tun. Es ist eine einfach klare Erklärung für den Grund, weshalb Gorbi nicht mehr von der deutschen Öffentlichkeit für voll genommen wird. Was daran so verwerflich sein soll, Begründungen zu einer aufgeworfene Frage zu liefern, das musst Du schon mal erklären, wenn Du derart gereizt reagierst. Dass diese Begründung Dich und einige andere nicht überzeugt, ist ja bekannt. Die breite Öffentlichkeit sieht das aber nun mal so. Das passt Deinen politisch Anschauungen nicht in den Kram und daher darf es nicht gesagt werden? Ach Zejtnot, Deine Beiträge waren schon mal inhaltsbezogener als der hier. Sofern Du Berlino in gespielter Genervtheit um Erledigung der Argumentationsarbeit bittest wirst Du wenig Glück damit haben, es sei denn er setzt sich in Widerspruch zu seinen bisherigen Äußerungen. Er hat immer wieder betont, dass er die Krim Annektion nicht für rechtmäßig einwandfrei, jedenfalls aber für fragwürdig hält. Genau das tut Gorbi aber neuerdings im russischen Hurraton.
Wenn du so über den Dingen stehst und alles richtig weisst: was willst du dann hier? Es muss doch für dich sehr erschöpfend sein, sich regelmässig mit uns abzugeben. Welchen Bezug zu Russland hast du eigentlich? Hass?

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 11 Nov 2014, 16:50
von Dietrich
Ich muss Zejtnot nur in sofern recht geben, dass die Art der Argumentation (Hampelmänner etc) sich wirklich mittlerweile so festgefahren hat, dass es sich eigentlich nicht lohnt, zu bereits diskutierten Themen noch irgendetwas zu sagen.
Das mag für den einen die Bewertung Gorbis sein, für den anderen die Beweislage zum Flugzeugabschuss und für den dritten die Faschisten aus Kiew oder der Genozid der Ukrainer an ihren eigenen Landsleuten. Je nachdem, was einem gerade gegen die eigene politische Überzeugung geht, kommen einem die einen oder anderen "Argumente" schon aus den Ohren raus, während man die anderen - die man selbst unterstützt - gar nicht oft genug wiederholen kann.

Aber damit wird man wohl leben müssen, wenn man sich in die Tiefen des politischen Forums begibt.