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Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 03 Feb 2015, 17:06
von Zejtnot
Wer von Euch hat Erfahrung mit Visa für Weiterbildung russischer Mitarbeiter in Schengenland sammeln können? Was wurde genehmigt und welchen Bedingungen in welchem Land?

Re: Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 03 Feb 2015, 17:08
von Wladimir30
Für wie lange?

Re: Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 03 Feb 2015, 17:42
von zimdriver
Unsere Leute fahren zur Weiterbildung mit ihren normalen Business- Visa. Sie bekommen dort keine Bezahlung, machen sich nicht schmutzig, sind nicht in der Produktion am Band, sodass es m.E. nicht notwendig ist, Visa für Praktika, Arbeitserlaubnis o.ä. zu beantragen. Oder ist das eine zu leichtfertige Interpretation des Business- Visums?

Re: Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 04 Feb 2015, 11:17
von Wladimir30
Unsere genau so. Unsere machen sich z.T. aber eben schon schmutzig, da sie in der Produktion mitarbeiten müssen. Das wird aber bei Antragstellung im Einladungsschreiben vom Mutterhaus in DE auch so geschrieben. Auf Wunsch kann ich Dir so ein Einladungsschreiben per mail mal zuschicken.

Klar, alle Kosten werden von der einladenden Seiten übernommen, unsere Leute hier müssen nur eine Auslandsversicherung abschließen. Allerdings ist die Dauer der Visa beschränkt auf drei Monate. Deshalb meine Frage, wie lange die Aus- oder Fortbildung dauern soll.

Re: Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 04 Feb 2015, 11:47
von Anelya
Aus dem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis weiß ich, dass problemlos Business-Jahresvisa für die maximale Nutzung von 90 in 180 Tagen ausgestellt werden. Allerdings sind das "echte" Angestelltenverhältnisse mit existierenden russischen Firmen, d.h. keine fingierten Scheinkonstruktionen. Extra Visa explizit zur Weiterbildung habe ich allerdings noch nicht gesehen - wohl aber Einladungsschreiben der deutschen Partnern, in denen explizit die weitere Ausbildung der russischen Mitarbeiter als Reisezweck genannt wurde. Bei einigen Bekannten funktioniert das schon seit mehreren Jahren so, immer ohne Probleme.

Re: Weiterbildung in Schengen

Verfasst: 05 Feb 2015, 09:58
von Zejtnot
Ich wollte meinen konkreten Fall zunächst etwas zurückhalten, um unabhängig davon zu hören, was "normal" ist.

Ein Mitarbeiter unserer russischen Tochterfirma wollte gern für drei Monate im Mutterhaus arbeiten. Er würde seine ganz gewöhnliche russische Arbeit in Europa machen, aber zur Teambildung, für gemeinsame Strategiegespräche und für einige wenige Kundenbesuche direkt vor Ort sein. Wir zahlen natürlich für die Unterkunft und die sonstigen Mehrkosten.

Beantragt wurde ein 3-Monate-Visum zur Weiterbildung, weil wir dies für "Teambildung, für gemeinsame Strategiegespräche und für einige wenige Kundenbesuche direkt vor Ort" am passend fanden - das entspricht in unseren Augen der Realität. Es wurde ein 3-Monate-Visum ausgegeben, aber mit Beschränkung auf 30 Tage, da verdeckte Schwarzarbeit vermutet wird. Wir bekämen auch 90 Tage, müssen dann aber eine Arbeitsgenehmigung mit lokalem Mindestlohn plus Kost und Logie beantragen. (Es geht hier nicht um Deutschland, der Mindestlohn ist deutlich höher als in Deutschland.)

Mich hat dies etwas verwundert, weil keine Schwarzarbeit vorliegt - der Mitarbeiter arbeitet auch jetzt in genau denselben Projekten. Der Besuch in Europa bringt uns für das Projekt keinerlei Vorteil (außer Teambildung), und bedeutet eher Zusatzkosten. Hauptziel war eine zusätzliche Motivation des Mitarbeiters. Das Gastgeberland hätte quasi einen Touristen für drei Monate gehabt, auf unsere Kosten.

Mich wundert es vor allem unter dem Aspekt, dass in Spanien jeder Tourist ein 365/90-Visum bekommt - eine Umgehung dieser Entscheidung wäre also nicht einmal ein Problem.

Ich habe mich aber inzwischen informiert - die Regeln für Weiterbildung sind wirklich sehr eng gefasst. Formell ist die Entscheidung also korrekt.