Mythos 5: Putin hat mit den Oligarchen aufgeräumt
Verfasst: 05 Feb 2015, 15:45
Zitat aus
http://www.focus.de/politik/ausland/tid ... 33805.html
Der Prozess gegen den reichsten Mann Russlands, Michail Chodorkowski, der seit 2003 in Haft war, gilt vielen als Beleg dafür, dass der Staatschef die Oligarchen gebändigt hat, also die Superreichen, die unter seinem Vorgänger Boris Jelzin unter dubiosen Umständen zu gigantischen Vermögen gekommen sind. Der Chef des Yukos-Konzerns war bei Putin in Ungnade gefallen, weil er die Opposition finanzierte und in seinem Konzern ohne Rücksprache mit dem Kreml agierte. Bis auf zwei weitere Oligarchen, den einstigen Putin-Förderer Boris Beresowski und den Medienmagnaten Wladimir Gussinski, sind alle anderen Superreichen aus der Jelzin-Zeit bis heute bestens im Geschäft und müssen nicht einmal Fragen nach der nebulösen Herkunft ihres Vermögens fürchten: Allen voran Roman Abramowitsch, der Eigner des FC Chelsea.
Politisch haben viele – aber nicht alle – der alten Oligarchen zwar an Einfluss verloren, und Putin forderte von ihnen Zurückhaltung im Gegenzug dafür, dass er ihre Geschäfte nicht störte oder weiter förderte. Dafür ist aber eine neue Oligarchen-Kaste entstanden aus Vertrauten des Präsidenten, vor allem aus dem früheren KGB. Männer wie Putins Datschen-Nachbar Juri Kowaltschuk, sein Freund Gennadi Timtschenko, sein Judo-Partner Boris Rotenberg und zahlreiche andere wurden von mittelmäßigen Geschäftsleuten zu einflussreichen Magnaten mit gigantischen Vermögen, die heute über Russlands Schicksal bestimmen.
De facto ist die Zahl der Oligarchen unter Putin gestiegen, und die „Aufsteiger“ in den elitären Zirkeln aus den Geheimdienste haben den „Alteingesessenen“ in Sachen politischer Einfluss beerbt; die Clans bzw. ihre Anführer bilden heute eine Art modernes Politbüro und sind an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt. Kritiker klagen zudem, dass viele Firmen formell zwar in staatlichem Besitz sind, tatsächlich aber von Männern aus Putins Umfeld wie seinen früherer Vorzimmer-Chef Igor Setschin kontrolliert werden, und die Gewinne de facto privatisiert werden – etwa über Verträge mit dubiosen Mittlerfirmen oder durch den Verkauf von Rohstoffen zu verbilligten Preisen.
M.f.G. manfredsa
http://www.focus.de/politik/ausland/tid ... 33805.html
Der Prozess gegen den reichsten Mann Russlands, Michail Chodorkowski, der seit 2003 in Haft war, gilt vielen als Beleg dafür, dass der Staatschef die Oligarchen gebändigt hat, also die Superreichen, die unter seinem Vorgänger Boris Jelzin unter dubiosen Umständen zu gigantischen Vermögen gekommen sind. Der Chef des Yukos-Konzerns war bei Putin in Ungnade gefallen, weil er die Opposition finanzierte und in seinem Konzern ohne Rücksprache mit dem Kreml agierte. Bis auf zwei weitere Oligarchen, den einstigen Putin-Förderer Boris Beresowski und den Medienmagnaten Wladimir Gussinski, sind alle anderen Superreichen aus der Jelzin-Zeit bis heute bestens im Geschäft und müssen nicht einmal Fragen nach der nebulösen Herkunft ihres Vermögens fürchten: Allen voran Roman Abramowitsch, der Eigner des FC Chelsea.
Politisch haben viele – aber nicht alle – der alten Oligarchen zwar an Einfluss verloren, und Putin forderte von ihnen Zurückhaltung im Gegenzug dafür, dass er ihre Geschäfte nicht störte oder weiter förderte. Dafür ist aber eine neue Oligarchen-Kaste entstanden aus Vertrauten des Präsidenten, vor allem aus dem früheren KGB. Männer wie Putins Datschen-Nachbar Juri Kowaltschuk, sein Freund Gennadi Timtschenko, sein Judo-Partner Boris Rotenberg und zahlreiche andere wurden von mittelmäßigen Geschäftsleuten zu einflussreichen Magnaten mit gigantischen Vermögen, die heute über Russlands Schicksal bestimmen.
De facto ist die Zahl der Oligarchen unter Putin gestiegen, und die „Aufsteiger“ in den elitären Zirkeln aus den Geheimdienste haben den „Alteingesessenen“ in Sachen politischer Einfluss beerbt; die Clans bzw. ihre Anführer bilden heute eine Art modernes Politbüro und sind an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt. Kritiker klagen zudem, dass viele Firmen formell zwar in staatlichem Besitz sind, tatsächlich aber von Männern aus Putins Umfeld wie seinen früherer Vorzimmer-Chef Igor Setschin kontrolliert werden, und die Gewinne de facto privatisiert werden – etwa über Verträge mit dubiosen Mittlerfirmen oder durch den Verkauf von Rohstoffen zu verbilligten Preisen.
M.f.G. manfredsa