Sachse007 hat geschrieben:Läuft es also darauf hinaus, dass man, wenn man militärisch UND wirtschaftlich stark ist, machen darf, was man will?
Ob man es darf, weiß ich nicht, aber es wird einfach gemacht. Vielleicht hat die UNO da schon Kriterien definiert oder wird es mal machen. Das ist aber auch ein Tiger ohne Zähne, denn das Sündenregister beider Großmächte ist gewaltig und das Urteil der Weltgemeinschaft, also der Mehrzahl der Mitglieder wird nachhaltig ignoriert, wenn es nicht in den Kram passt.
Und so stark ist die USA auch nicht mehr (gut, die drei großen Ratingagenturen und damit eine der eigentlichen Weltregierungen neben der Wall Street sitzen in New York).
Da wundere ich mich schon lange, dass in Moskau noch keine Ratingagenturen gegründet wurden, die ihre Einschätzungen nach realen Ergebnissen einstufen und damit die Finanzwirtschaft endlich auf stabile Füße stellen.
Aber ob das ewig gut geht, die Finazmärkte so ausufern zu lassen und die Realwirtschaft zu vernachlässigen?
Obowohl, die nächste Finanzkrise werden auch wieder wir bezahlen.
Das finde ich auch furchtbar, aber wahrscheinlich auch nur, weil ich mit meinen bescheidenen Finanzen nicht so richtig an der Schlacht gewinnbringend teilhaben kann.
Andererseits, wenn ich so meine persönliche Situation betrachte, hat mir der verbliebene, klägliche Rest von Realwirtschaft in den letzten Jahren so viel eingebracht, dass ich noch etwas profitierte und die Verluste, die mir die Finanzjongleure und staatlich verordneten Krisen zufügten, mehr als ausgleichen konnte.
Wenn ich da meckern würde, dürfte man mich zurecht als Heuchler beschimpfen.
Und im Vergleich zu den USA übt sich Russland wahrlich noch in Zurückhaltung.
Na auf jeden Fall, denn solche Spotlights wie Sotschi, das Krim-Abenteuer, die wohlwollende Verteilung von Milliarden an tapfere Verteidiger der Regierungsinteressen, die wohlgemeinte Unterstützung von Freiheitskämpfen usw., das sind doch Peanuts.
Diese albernen EU/USA-Sanktionen fördern die heimische russische Wirtschaft und bestrafen gleichzeitig die Sanktionierer, die nun in Absatzkrisen stürzen und zudem von der Lieferung wertvoller, notwendiger Rohstoffe und Fertigprodukte aus Russland ausgeschlossen werden.
Der Schuss ging also voll nach hinten los.
Der Preisverfall am Öl-/Gasmarkt, der ja von den USA und Saudis losgetreten wurde, war nur ein kläglicher, ziemlich misslungener Versuch.
Inzwischen steigen die Preise wieder und der Wechselkurs des Rubels klettert deutlich nach oben. Noch ein paar Wochen und dann werden US-$ und €uro locker überrundet.
Da bleibt nur ein unschöner Punkt, der sich eigentlich schon seit der Oktoberrevolution wie ein roter Faden durch russische Gemüter zieht:
Immer wieder wird "im Vergleich mit den USA" erwähnt, ein System, dass es zu schlagen galt.
Das steckt selbst in der RF noch in den Köpfen.
Kann man Kaviar mit stinkendem Fischmehl vergleichen? Soll der Kaviar denn auch so stinken?
Im real existierenden DDR-Sozialismus, Bewunderer und Nachahmer des großen Bruders und ML-Lehrmeisters, war es immer der Blick auf dem kapitalistischen Klassenfeind mit seinen US-Schergen gerichtet, den es zu überrunden galt. Hätten die Bonner Ultras denn jemals die DDR überholen können?
Dabei verschoben sich die vom Politbüro festgesetzten Überholtermine immer wieder, so wie jetzt die Eröffnung des BER, der als SXF noch perfekt funktionierte.
Haben diese Arbeiter- und Bauernparadiese und deren Nachfolger überhaupt einen Vergleich nötig? Hat es Gott im Himmel nötig, sich mit dem Satan zu vergleichen?
Irgendwann beginnt das total lächerlich zu werden und der Verdacht kommt auf, dass man an alten, vererbten Komplexen krampfhaft festhält.
Warum?
Nicht mal militärisch kann der Westen (USA/NATO/EU) eine Bedrohung sein. Selbst dann nicht, wenn er schon auf der Schwelle steht.
Die demoralisierte NATO-Resttruppe, faschistisch unterwandert und motivationslos, überwiegend mit Schrott ausgerüstet, der der russischen Präzisionstechnologe in den Händen aufrechter, hochqualifizierter Patrioten nichts entgegenzusetzen hat, außer dummdreiste Lügenpropaganda.
Vielleicht hilft ein Pfeifchen zur Beruhigung der Nerven:
