Axel Henrich hat geschrieben:Also ich habe jetzt mal einen Bericht gesehen, dass die Supermärkte in Deutschland aber fett bei der Frische mit den Wochenmaerkten mithalten koennen, z.T. sogar besser sind!
Das habe ich auch gesehen und ich war sehr erstaunt.
Im letzten Jahr gab es hier in der Region (PM) auch eine vergleichende Untersuchung: Supermarkt - Obst-/Gemüsegeschäfte - "Bioläden" - Wochenmarkt - Hofläden - Straßen(rand)händler mit Produkten aus dem eigenen Garten.
Das Ergebnis war verblüffend!
- Die Bioläden schnitten sehr gut ab, hatten aber durchweg Apothekenpreise. Dazu waren die Produkte optisch manchmal nicht so schön, z.B. fleckiges Obst. OK, wenn man nicht spritzt, ist das auch eine Einladung für das Ungeziefer.
- Spitzenreiter waren im Preis-/Leistungsverhältnis eindeutig die großen Supermarktketten. Offensichtlich drücken die nicht nur die Preise, sondern erlauben sich auch mehr Kontrollen und/oder haben die Hersteller dressiert und in der Zange. Nur bei Paprikaschoten aus Ungarn war die Pestizidbelastung hart am Grenzwert. Die Optik war überwiegend gut und der Kram von gestern landet im Container oder bei der Tafel.
- Die Obst-/Gemüsehändler (überwiegend "regionale Produkte") und die Wochenmarkthändler konnten mit dem Supermarkt im Durchschnitt nicht mithalten. Preise und Belastung waren im selben Geschäft oft sehr unterschiedlich. Bei den Preisen kann man ja noch vergleichen, aber beim Einkauf habe ich mein Minilabor nicht dabei.
- Die Hofläden konnten auch wenig punkten. Reduziertes Warenangebot "direkt vom Erzeuger", bei den Preisen deutlich über Supermarkt und in der Qualität sehr unterschiedlich. Ich kenne ein paar dieser Nachbarschafts-Bauern und musste feststellen, das das Zeug auch teilweise sehr lange lagert oder sehr schnell ausverkauft ist. Da habe ich sogar schon Eier erwischt (glückliche Freilandhühner!) die jenseits der Schleudergrenze waren. Bei dem Bio-Eier-Preis (gluten-,laktosefrei, 100% ovolaktovegetabil) greifen wohl selten die Kunden zu.
Ich kaufe dort nur Kartoffeln, weil ich die aus der Kiste selbst aussuchen kann und der Sack-Preis akzeptabel ist.
- Extrem schlimm war es bei den Vorgartenhändlern an der Straße. Offensichtlich sparen die Laubenpiper nicht mit Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel. Einer hatte wohl "natürlich" mit dem Inhalt seiner Sickergrube gedüngt, da waren Waschmittelrückstände und Bakterien (Kolio?) nachweisbar. Bei Obst reichte das Spektrum von unbelastet bis 'großzügig gespritzt'. Dazu kam die deutlich nachweisbare Staub- und Schwermetallbelastung durch den Straßenverkehr. Bei den Preisen lagen sie meist in der Obergruppe und die Optik reichte von "mein erster Versuch" bis "Profi", aber da kann man ja meist auch selbst aussuchen.
Aber nun wenigstens noch ein Rezept von meiner Freundin aus Lillehammer:
Forikohl (sage ich, mit weit offenem 'o', eigentlich
Får i kål = Hammel und Kohl)
Anmerkung: Statt Hammel nehmen viele Lamm, auch durchwachsenes Rindfleisch oder eine Mischung daraus.
1 kg Fleisch, nicht zu mager, grob gewürfelt wie bei Gulasch,
1 kg Kohl grob geschnitten,
paar Zwiebeln (ca. 300-400 g) in Scheiben oder nicht zu fein gewürfelt,
Salz, schwarze oder bunte Pfefferkörner (1/2 Hand voll),
Kümmel nach belieben, ggf. auch Knoblauch (wer es mag und hinterher kein Rendezvous hat)
ggf. 1 EL Mehl, zum Andicken
ggf. Petersilie, geschnitten für die Optik
Der Topf sollte möglichst hoch sein, also keine breite "Pfanne"
Die fettesten Fleischstücke auf den Boden schichten, darüber ein paar Pfefferkörner oder grob gemahlen,
dann eine dünnere Schicht Zwiebeln und eine ordentliche Schicht Kohl, darüber Kümmel und nicht zu viel Salz (Kümmel gibt Geschmack und verhindert, dass der Kohl und Zwiebel hinterher geräuschvoll den Körper verlassen; Salz macht Durst und erhöht den Blutdruck)
Nun weiter Schichten Fleisch, Zwiebel, Kohl, gewürzt wie oben.
Topf etwas mit heißem Wasser füllen. Ich mag es dicker, manche füllen aber den Topf gut zur Hälfte mit Wasser.
Kurz aufkochen lassen und dann bei kleiner Flamme mit gut geschlossenem Deckel (Dampfdrucktopf wäre ideal) ca. 2 Stunden schmoren lassen (Dampfdruck geht etwas schneller). Wenn man, wie ich, wenig Wasser nimmt, sollte die Nase aktiv bleiben, dass nichts anbrennt; notfalls 1 Tasse Wasser nachkippen.
Zum Schluß die Brühe (falls vorhanden) etwas binden (1 EL Mehl in 1 Glas Kaltwasser klumpenfrei verquirlen und dann unterrühren) und ggf. mit geschnittener Petersilie etwas Farbe drauf.
Ich verschlinge den Fårikål so, wie er ist, meistens viel zu viel
Manche nehmen Kartoffel dazu, insbesondere, wenn mit mehr Brühe serviert wird.
Mit einem Linie Aquvit kann man das Mahl stilecht abrunden, schon wegen dem Kümmel (s.o.) empfehlenswert.
Der Topf muss nicht leer werden, denn mit jedem Aufwärmen schmeckt es besser!
God Appetitt - Бон Аппетит