AnGro hat geschrieben: Ob man allerdings ausreisen kann und der PKW bleibt zwischenzeitlich im Land - weiss ich nicht, hab ich nicht probiert, kann es mir aber vorstellen.
Das gibt mit Sicherheit mehr als Probleme! AFAIR weist das Konsulat sogar darauf hin.
AnGro hat geschrieben: Interessant sind die offiziellen Strafen fuer Geschwindigkeitsueberschreitungen. Wer im Ort bis zu 20km/h zu schnell ist wird meist gar nicht angehalten und von 20 bis 40 km/h kostet es offiziell 100 Rubel [...] Man kommt trotzdem schneller durchs Land, wenn man sich nicht anhalten laesst, da doch sehr oft kontrolliert wird und es nervt einfach nur.
Gute Fahrt.
Offizielle Strafen? Gibt es da irgendeinen Link, oder Fundstelle im Netz, wo man sich belesen kann?
Ich habe ja dieses Mal in Piter 250 Euro Straf gezahlt, allerdings auch "ohne Protokoll und Bankeinzahlung" und natuerlich auch ohne Quittung ... :x
Planmaessig wollten wir eigentlich vor Piter Pause machen und 2, oder 3 Stunden schlafen und am Tag dann durch die Stadt, damit man noch ein bischen schoppen und rumschauen kann. Da ich noch ziemlich fitt war (wir sind ca 1:00 Uhr in Piter angekommen) wollten wir wenigstens noch schnell ueber die Bruecke, bevor die hochgehen ...
Richtung Vyborg geht es dann ja mal eine ganzes Stueck an der Neva lang, dann links ueber die Neva, die zweite rechts weg u.s.w.
Vielleicht doch nicht mehr so ganz fitt, bin ich eine zu frueh ueber die Neva abgebogen, habe dort einen Taxifahrer geweckt und gefragt wie ich in Richtung Vyborg fahren muss. Er sagte mir, ich solle hier wenden zurueck ueber die Bruecke und die naechste abbiegen. Das habe ich auch getan..., nur habe ich dabei uebersehen, dass ich beim wenden, von der ganz rechten Geradeausspur in die ganz linke (4.) Geradeausspur gewendet habe. Ich haette also erst noch ein paar Meter geradeaus fahren muessen und dort um eine kleine Insel wenden...
Wie ich nun sehe, dass ich entgegen der Fahrtrichtung stehe, habe ich die Karre schnell nochmal gewendet, aber die Jungs hatten mich schon im Visier ... :x
Ich also mit zu den Jungs in einen 1600er Lada und da hat er mir erklaert, dass die inlaendischen Kraftfahrer fuer eine solche Aktion zu der entsprechenden Strafe mindestens fuer zwei Monate den Lappen abgeben.
Das war das erste Problem. Das naechste Problem war weitaus schlimmer:
Beim durchsehen der Versicherungspapiere, stellt er fest, dass ich seit rund 10 Tagen ohne Pflichtversicherung durch Russland reise.
Ich verlasse Russland planmaessig am 21.09.04 und dieser Dussel an der Grenze hackt in seinen Computer den 12.09.04 ...
Also ein Zahlendreher, darunter meine Unterschrift! Ich habe alles kontrolliert, Fahrzeugnummer, Chassis, also eigentlich alles was auf dem Zettel stand, den man bei der Ausreise an der Grenze wieder abgeben muss ...,
ausser das G ü l t i g k e i t s d a t u m
Man muss dazu sagen, dass dieses besagte Datum nicht in der dafuer zustaendigen Zeile stand, sondern verrutscht in die kleingedruckte Erklaerung zum Ausfuellen dieses Blattes, im unteren Drittel, war also wirklich nur bei genaueren hinsehen zu lesen.
Naja, nachdem er mir erklaert hatte, dass wir nun gemeinsam auf den Zollhof von Piter fahren und dort morgen frueh um 9:00Uhr jemand kommt, der das Problem versucht zu loesen, ging die uebliche Diskussion los ... 8)
Nachmittags um 17:00 Uhr fuhr unsere Faehre in Turku Richtung Heimat (Finnland) und Helsinki wollten wir eigentlich auch noch erkunden ...
Ich bat also, dass ich meine Frau gerne dazu holen wuerde (Frauen koennen mit Maennern sehr viel besser), die immer noch brav im Auto hinter dem besagten Taxi stand.
Der eine gab mir sogar noch den Tipp, unbedingt das Auto abzuschliessen ...
Also kurz und knapp, ich bin mit meiner Frau seit 13 Jahren (btw gestern) verheiratet, aber so habe ich meine Gute noch nicht erlebt. Ein Schleimer, ich glaube die beiden rutschen heute noch auf dieser Schleimspur aus, die mein Weib da hingelegt hat.
Uebrigens haben auch die beiden Milizionaere alle Register gezogen, von wegen: Auslaender, zwei nicht unerhebliche Delikte, nachts um 1:00 Uhr, Miliz immer aufmerksam, Chef wuerde nicht mit Lob sparen, Praemie gesichert u.s.w. u.s.f.
Aber mein Weib war auch nicht schlecht

und so einigten wir uns auf 300 Euro. Beim rausziehen der Scheine, schob ich mit dem Daumen einen 50 Euroschein zurueck in die Boerse und bemerkte, dass wir ja noch tanken waren und ich leider nur noch 250 Euro habe ...
.... ладно, поидёт ...
Als Dank fuhren Sie, es war kurz vor Brueckenoeffnung, mit halsbrecherischen Tempo vorne weg, damit wir noch durchkommen - an Kreuzungen immer kurz mal mit eingeschaltetem Blaulicht und ueber den Aussenlautsprecher des Fahrzeuges "Hinweise" fuer andere Verkehrsteilnehmer, die die Spur nicht schnell genug frei machten -- wirklich! --.
Kurz vor Vyborg, in dem Waldstueck (unbeleuchtet, logisch) lag dann noch ein dunkelgrauer Kamaz Auflieger quer auf der Strasse ....
Auf der Fahrt zur Grenze, haben wir verschiedene Szenarien durchgespielt und uns dann doch fuer den Tipp der beiden Milizionaere aus Piter entschieden: "voellig ueberrascht und unwissend" das Papier rueberschieben ...
Nach einigen heftigen Diskussionen, Rueckruf vom Natschalnik: "Wenn da Tod durch erschiessen steht, wuerde ich wohl auch unterschreiben", vergleichen der Papiere - Einreisestempel, Ausfuelldatum u.s.w. und der offensichtlichen Einsicht, dass das nur ein Zahlendreher sein kann, beließ er es bei einer unendgeldlichen Belehrung ... puh!
Im Sinne von Lenin also: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser"
Laut Ueberlieferung hiess es ja eigentlich: "Nicht aufs Wort glauben, aufs strengste prüfen - das ist die Losung der marxistischen Arbeiter"
-ah-
@Moderator: Der Beitrag passt in der Ausfuehrlichkeit vielleicht nicht ganz hierher. Wenn er stoert, einfach verschieben/verlinken, ich bin mit allem einverstanden ...
