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Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 07 Nov 2016, 22:45
von saransk
Soeben in der t3n gelesen.
"In seiner andauernden Fehde mit den USA hat Putin jetzt ein neues Ziel auserkoren: Microsoft mit sämtlichen Produkten aus Russland zu verbannen. Überraschend ist das nicht.
Russlands Präsident Wladimir Putin will sowohl in der russischen Regierung als auch in sämtlichen Ämtern die Software und ihre Komponenten von US-Konzern Microsoft entfernen lassen. Das berichtet jetzt NBC News. Auch das Karrierenetzwerk Linkedin soll blockiert werden: Die Seite wurde erst kürzlich von Microsoft übernommen.
Ersetzt werden sollen die Programme demnach durch Alternativen, die direkt aus Russland kommen."
Was an dieser Meldung dran ist, lässt sich wohl noch nicht sagen, da dies wohl bereits öfters mal angedacht war.
Ob es allerdings dann wirklich das gelbe vom Ei ist, da habe ich dann doch schon meine Zweifel.
Passt aber schon ins Bild, da sich beide Seiten in letzter Zeit gegenseitig wegen angeblicher Cyber-Attacken in den Haaren hatten.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 08 Nov 2016, 05:37
von m5bere2
Wäre nur zu begrüßen. Da weißt du erstens nicht, was drinsteckt und zweitens ist es sicher nicht schwer, bei dem ganzen Hin- und Hergestecke von USB-Sticks Behördencomputer mit Spionageviren zu verseuchen. Öffnet natürlich auch potentiell Industriespionage Tür und Tor.
Und hier scheinen zumindest die Unis deutlich MS-verseuchter als in Deutschland. Als ich noch in Deutschland gearbeitet habe, brauchte ich nie MS-Produkte. Aber jetzt flattert andauernd ohne Not irgendein doc oder docx ins Haus und ich muss extra ins Büro, wo ein Computer mit MS Office steht, ...
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 08 Nov 2016, 06:21
von Zejtnot
Es ist dennoch unrealistisch. Deutsche Behörden haben es ja ausprobiert. Die Kosten für die Umstellung und laufende Kosten waren sehr hoch, die Produktivität der Mitarbeiter ging runter. Obwohl, da so etwas in Russland nicht zählt, könnte es hier eher klappen.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 08 Nov 2016, 19:18
von m5bere2
Zejtnot hat geschrieben:die Produktivität der Mitarbeiter ging runter.
Was wohl eher an Umgewöhnung allgemein liegt als an der Produktivität von Microsoftprodukten... meine Produktivität geht auch runter, wenn man mich vor MS Office setzt...
Mich würde zum Vergleich mal interessieren, was passiert, wenn man auf neuere Officeversionen hochrüstet. Da ändert sich ja andauernd komplett alles in den Bedienoberflächen. Statt z.B. von Windows XP mit Office 2003 auf Windows 10 mit Office Sonstwas zu aktualisieren könnte man einfach komplett was anderes aufspielen.

Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 08 Nov 2016, 22:10
von saransk
m5bere2 hat geschrieben:Was wohl eher an Umgewöhnung allgemein liegt als an der Produktivität von Microsoftprodukten... meine Produktivität geht auch runter, wenn man mich vor MS Office setzt...
Bei der Masse der Nutzer (private Nutzer und Mittelstand) weltweit ist es sicher irgendeine MS-Version, die auf dem Rechner aufgespielt ist.
Habe bei Linux ja auch das "Problem", das manche Sachen nicht sofort übertragen, oder wie z.B. JNT-Dateien geöffnet werden können.
Zejtnot hat geschrieben: Die Kosten für die Umstellung und laufende Kosten waren sehr hoch, die Produktivität der Mitarbeiter ging runter
Zudem kommt doch noch eine gewisse Entwicklungszeit. Und das so ein System dann direkt fehlerfrei läuft, ist auch eher unwahrscheinlich. Dann gehen manche Ungeduldige direkt wieder zu MS zurück.
Und wenn dieses System dann aus "patriotischen" Gründen eventuell zu anderen Systemen weltweit nicht ausreichend kompatibel ist (oder auch von deren Seite geblockt wird), ist der Nutzen im gewerblichen und wissenschaftlichen Bereich schon wieder dahin.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 09 Nov 2016, 07:13
von Zejtnot
m5bere2 hat geschrieben:Mich würde zum Vergleich mal interessieren, was passiert, wenn man auf neuere Officeversionen hochrüstet. Da ändert sich ja andauernd komplett alles in den Bedienoberflächen. Statt z.B. von Windows XP mit Office 2003 auf Windows 10 mit Office Sonstwas zu aktualisieren könnte man einfach komplett was anderes aufspielen.

Letztendlich gab es nur eine einzige spürbare Änderung - von Office95 auf 2003, als die Menüs durch Ribbons ersetzt wurden. Danach wurde nichts mehr verändert.
Aber der Vorteil ist halt: Jeder Drucker und jedes andere Gerät wird ab Werk mit funktionierenden Windows-Treibern angeboten und MS-Office-Dokumente können alle außer die wenigen Linux-Nerds auf allen Geräten öffnen, notfalls in Google-Docs. Vielleicht kann man unter budgetfinanzierten Wissenschaftlern

mit otd oder Latex etwas anfangen - aber würde ich einem Kunden so ein Dokument zur Überarbeitung schicken, bekäme ich im besten Fall ein paar ratlose Fragezeichen zurück. Und genau das war der Effekt in den deutschen Ämtern - sie waren einfach nicht mehr fähig, Dokumente mit der realen Welt auszutauschen.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 09 Nov 2016, 09:39
von Marco
Man darf auch nicht unterschätzen, dass die meisten sich zumindest mit der Bedienung von Windows auskennen, weil sie es von einem Rechner von zuhause kennen. Ich mache hier auch Support für Endanwender und viele unterschätzen einfach, dass Leute Schwierigkeiten haben, wenn sich die Dinge alle ändern. Und das größere Problem ist dann eben die Fachsoftware. Die musst du dann erstmal auf Linux (ich gehe mal davon aus, dass RU nicht was von vorne ganz entwicklen wird)portierern. Und daran scheitert es dann viel häufiger.
Die einzige größerer Benhörde, die das geschafft hat, ist bisher die Stadt München
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 09 Nov 2016, 10:36
von m5bere2
Mir geht es ja gar nicht darum, was jetzt besser ist ... Linux, Windows, oder sonstwas. Wichtig ist, dass der Quellcode offen ist. Sonst stecken in Windows sonstwelche NSA-Wanzen oder Hintertüren für Verschlüsselungen. Niemand kann das prüfen.
Und jetzt kriege ich immer irgendwelche DOC-Dateien zum Bearbeiten und LibreOffice macht beim Speichern immer irgendwelche Tabellen und Formulare kaputt. Ich würde ja MS Office nehmen, aber da scheitert es nicht nur an fehlender Windows-Lizenz. MS Office ist auch nicht billig und möchte ich mir aus Prinzip nicht kaufen.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 09 Nov 2016, 10:43
von m5bere2
Eine Variante wäre ja: per Gesetz Hersteller von Softwareprodukten dazu verpflichten, russischen Behörden, die die Software einsetzen wollen, den Quellcode zur Verfügung zu stellen. ;-)
Das wäre doch mal interessant.
Re: Jetzt auch gegen Microsoft
Verfasst: 09 Nov 2016, 11:41
von Marco
MS hat doch RUssland den Quellcode zur Verfügung gestellt.......