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Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 31 Jan 2017, 02:38
von Sherlockholmes
Ne, die Betreffzeile ist nicht ernst gemeint....
Aber meine Reise nach Kaliningrad schon. Zusammen mit meinem Sohn starte ich im März, wir wollen uns ein eigenes Bild vom "Roten Bären" machen.
St. Petersburg habe ich selbst schon mal kennengelernt (Kurzbesuch - viel zu kurz) und nun starten wir allein in unser Abenteuer in Richtung Oblast...(Visa sind vorhanden)
Meine Anmeldung hier im Forum soll der Informationsgewinnung dienen und ich baue auf euch.
In diesem Sinne, schöne Grüße aus Mecklenburg von Detlef
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 10 Feb 2017, 23:37
von Glider
Salut Detlef,
du wirst in Kaliningrad kaum noch einen russischen Baeren finden. Der westlichste Oblast der RF erscheint mir immer noch mehr europaeisch gepraegt als Peterburg. Geniess es also. Ich habe verstanden, dass Du frei von Altlasten der Vertriebenen bist? Dann ist es umso besser. Geniesse die Natur auf der Nehrung, geniesse auch das brachliegende nichts, was Du aus Meck/Pomm vielleicht gar nicht kennst. Bewahre Dir die Ruhe, die Du in der Hektik auch dieser Region bestimmt gebrauchen kannst.
Ein sehr netter und hilfsbereiter Mensch hier ist der Uwe Niemeyer (kaliningrad-domizil.ru). Der lebt schon seit etlichen Jahren dort.
Du kannst ihn haeufig im Zoetler in Kaliningrad treffen, immer Mittwochs am Trefftisch von Deutschsprachigen. Ich als Tourist nutze auch immer wieder gerne diese Moeglichkeit, vor allem, da es auch russische Leute gibt, die deutsch sprechen wollen, aber eben keine Touristen, Expats etc sind.
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 22 Feb 2017, 19:02
von Sherlockholmes
Danke für den Tipp, aber leider ist das ja erstmal nur ne Stippvisite, also erstmal nur zwei Nächte. Da sind wir Mittwochs dann schon weiter ins Baltikum unterwegs.
Und ja, die Nehrung sollte gleich das erste Ziel nach unsere Ankunft sein. Da wird das Abenteuer aber schon losgehen, weil von hier in Deutschland fast nix zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu erfahren ist. Mit ein Grund, mich hier Forum anzumelden....
Und das mit dem Bären... tzzzzz...

Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 22 Feb 2017, 19:04
von Sherlockholmes
Ach so, das mit den "Altlasten" hast du richtig verstanden.....
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 23 Feb 2017, 13:36
von Anelya
Sherlockholmes hat geschrieben:
Und ja, die Nehrung sollte gleich das erste Ziel nach unsere Ankunft sein. Da wird das Abenteuer aber schon losgehen, weil von hier in Deutschland fast nix zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu erfahren ist. Mit ein Grund, mich hier Forum anzumelden....
:
Ich möchte dich nicht enttäuschen, aber so abenteuerlich ist das nicht: Du kannst zum Beispiel mit der 593 vom südlichen Bahnhof (über den nördlichen Bahnhof) direkt auf die kurische Nehrung fahren, Fahrtzeit rund 1,5 Stunden. Gehe am besten morgens hin, die Busse fahren gerade im Winter nicht so häufig. Ansonsten könntest du mit der Elektritchka nach Zelenogradsk fahren, von dort gibt es dann häufiger Verkehr auf die Nehrung.
Du kannst dir kostenlos die App 2Gis herunterladen - dort siehst du dann mithilfe von GPS, wo du dich befindest und kannst dir für jede beliebige Strecke die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs in der ganzen Oblast anzeigen lassen. Im Bus dann verfolgst du mit GPS die Route und siehst genau, wo du dich befindest (und dazu kannst du dir anzeigen lassen, wo sich Restaurants/Bars/Geschäfte/Schwimmbäder/Friseure etc.pp. befinden samt Öffnungszeiten und Telefonnummern).
Falls du dir ein bißchen Abenteuer bewahren möchtest, dann lade dir die App nicht runter - dann bist du gezwungen, zumindest ein bißchen mit der örtlichen Bevölkerung in Kontakt zu treten.
Viel Spaß in Kaliningrad!
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 23 Feb 2017, 15:46
von Sherlockholmes
Hallo Anelya,
also, Abenteuer is für mich schon, ohne mein geliebtes Auto unterwegs zu sein...
Insofern hab ich mir natürlich gleich die App aufs Handy gezogen (jetzt weiß Wolodja auch gleich, wo ich mich immer aufhalte

)....
LTE sollte in KGD nutzbar sein, oder?
Wollte die App gleich mal ausprobieren, ich Dusel.....^^
Doch Spaß beiseite, n bisschen Übung hab ich schon, hatte letztes Jahr mit meinem Sohn schon einen ähnlichen Trip nach Auschwitz, Gleiwitz und Breslau gemacht. Auch ohne eigenes Auto.
Positiver Effekt der Reise war neben der geschichtlichen Sensibilisierung meines Sohnes die Erkenntnis, dass so eine "Männerreise" ohne detaillierten, nur etwas grobem Plan und dem Einlassen auf Spontanität total entspannt und tiefgründig ist. Das schweißt Vater und Sohn (52/29) noch tiefer zusammen.
Und nun soll es halt in den Norden Osteuropas gehen.... Geschichte im Vordergrund!
Ich werde mit Sicherheit berichten, wenn wir wieder da sind.
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 23 Feb 2017, 16:33
von Anelya
na dann: Viel Spaß! Ich bin gespannt auf den Bericht.
A.
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 24 Apr 2017, 02:00
von Sherlockholmes
So, liebe Gemeinde,
ich bin zurück......
Ja, die "ach so bösen Russen" haben mich doch tatsächlich rein- und wieder rausgelassen.
Also, allen Neulingen (mich eingeschlossen) sei gesagt - probieren geht über studieren!
Alles das, was von "Angsthasen-hinter-dem-Schild-hinterherlauf-Urlaubern" prophezeit wurde ist NICHT eingetroffen. Keine Leibesvisitation, keine Koffer auspacken, kein Wedeln mit dem Knüppel.....e.t.c
Okay, Visa is logisch, und der Fotoapparat gehört nicht an die Grenze. Aber sonst war alles völlig chillig.
Es war für mich irgendwie ein bisschen eine Reise in die Vergangenheit. Grenzkontrollen waren mir ja von cer CSSR und auch von Polen schon von früher bekannt, für meine Sohn jedoch ein Novum.
Aber wenn man sich den Grenzbeamten ggü. Ganz normal verhält, hat man wohl auch keine Probleme (is halt keine Reise nach Österreich).
Ja und dann...... Kaliningrad = Russland (?) Ich weiß nicht so genau.
Gefallen hat mir die Freundlichkeit und das Erstaunen der Russen, wenn ich mit meinen wenigen Russischkenntnissen versucht habe, freundlich zu sein.... - irgendwie konnte ich damit immer punkten. Und das Erstaunen war dann groß, wenn ich irgendwie nicht weiter kam.
Aber das Eis war gebrochen und die von uns getroffenen Leute fanden es die Baltic-tour mit meinem Sohn schon ganz schön crazy.
So richtig enttäuscht war ich ob der baulichen Gegebenheiten nicht, war ja vorbereitet. Und zum Architekturstudium war ich ja auch nicht da.
Interessant war der Kurztripp allemal, für meinen Sohn schon etwas ernüchternd ob der "Wärme" in der Heimat - das war es allemal wert.
Leider war die Zeit für einen ausgedehnten Ausflug an die Küste zu kurz, aber da wir ja an der Ostseeküste zi Hause sind, war das zi verschmerzen.
Wie haben wir immer früher vom Zeltplatz geschrieben - "Wetter geht so, Essen perfekt (Trunk ohne Kommentar) und sonst geht's uns gut".... das war zutreffend.
Lustig und teilweise spannend gestaltete sich zwar die Suche nach Ansichtskarten, irgendwie gibt es keine klassischen Souvenirshops.... Aber auch das haben wir souverän gemeistert. Mit ein bisschen Engagement klappt das auch mit den Marken.
Der Service, sowohl im Hotel als auch außerhalb, ist von mir nicht zu beanstanden, da war alles easy. Auch die Hilfsbereitschaft der Leute erinnerte mich positiv an alte Zeiten aus meiner Jugend.
Ja, wie gesagt, als Tourist sind einige Alltagsfloskeln schon hilfreich.
Und: man sollte zumindest kyrillische Schrift lesen können. Ohne diese Fähigkeit (betraf mich zum Glück nicht), ist man ganz schön aufgeschmissen.
Nun, was soll ich jetzt noch sagen, Bernsteinzimmer hab ich nich gefunden, aber das Museum ist schon ein Juwel. Die wenigen, noch erhaltenen historischen Gebäude, nebst wieder aufgebautem Dom, gehörten zum Pflichtprogramm, auch im Bunker-Musum war ich - Geschichte halt.....
Und der Besuch der unterschiedlichen Märkte mit entsprechender Verkostung war obligatorisch - sehr schmackhaft, sehr interessant.
(Das mit den Bildern bekomme ich irgendwie noch nicht hin, meine Dateien sind immer zu groß...)
Ja, was soll ich noch sagen - probiert es aus, die "ach so bösen Russen" beißen nicht - wirklich......
In diesem Sinne, bis zum nächsten mal (Wolgograd samt Geschichte ruft - mal schauen)
VG Detlef
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 24 Apr 2017, 22:43
von Magdeburg-Moskva
Hinter was für einem Schild?!
Zurzeit ist es wirklich nicht gesund, in Russland hinter einem Schild zu laufen, gerade so in Menschenmengen.
Sehr erfreulich, dass Ihr mit einem positiven Eindruck zurückgekommen seid.
Re: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer
Verfasst: 25 Apr 2017, 13:35
von Okonjima
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Hinter was für einem Schild?!
Ich glaube er meint damit Urlauber(Reisegruppen), die im Rudel dem Reiseleiter hinterhertrotten, der ein Schild zur Erkennung hoch hält!

Also nicht politisch gemeint. Kann mich aber auch irren...