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Bleibe im Land und nähre dich redlich

Verfasst: 18 Feb 2016, 19:57
von Wladimir30
Auskopplung aus: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=36&t=18648 Zejtnot, Vize-Admin
louise hat geschrieben:Bleibe im Land und nähre dich redlich. (Ps 37,5) :?
Damit sind internationale Ehen dazu verurteilt, dass jeder der Partner in seinem Heimatland bleiben muss?

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 18 Feb 2016, 20:57
von louise
Wladimir30 hat geschrieben:Damit sind internationale Ehen dazu verurteilt, dass jeder der Partner in seinem Heimatland bleiben muss?
Man soll sich nicht auf unüberschaubare Risiken einlassen, sei es Land, Leute, Jobs o.Ä....so verstehe ich den Psalm.
De facto Entsendungen -wie bei den meisten usern hier auf dem Board- sehe ich nicht als Risiko. Die Geographie spielt dabei heute kaum eine Rolle.
Der Partner mit dem größten Potential tut wahrscheinlich gut daran, dort zu bleiben, wo er seine Ressourcen am besten nutzen kann.
Only my 5 cents....... :) .

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 18 Feb 2016, 21:03
von Wladimir30
Das klingt eher nach Schuster bleib bei Deinen Leisten. Aber lassen wir das, ich bin jedenfalls nicht einverstanden mit dieser Deutung.

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 19 Feb 2016, 07:34
von Zejtnot
louise hat geschrieben:Der Partner mit dem größten Potential tut wahrscheinlich gut daran, dort zu bleiben, wo er seine Ressourcen am besten nutzen kann.
Wir haben uns einst anders entschieden. Für uns war wichtig, wo wir als Familie (!) die größte Zufriedenheit erreichen können - sprich für beide eine brauchbare Perspektive, die einen erfüllten Alltag ermöglicht. Was hätte es uns genutzt, wenn ich mein Potential in Deutschland hätte voll ausschöpfen können, aber meine Frau mangels Sprachkenntnissen keine Perspektive für ihren Studienabschluss gehabt hätte. So habe ich lieber mein Potential nicht voll ausgeschöpft, aber in Russland ein für beide erfülltes Leben gesucht.

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 19 Feb 2016, 12:14
von louise
Zejtnot hat geschrieben: Wir haben uns einst anders entschieden. Für uns war wichtig, wo wir als Familie (!) die größte Zufriedenheit erreichen können - sprich für beide eine brauchbare Perspektive, die einen erfüllten Alltag ermöglicht. Was hätte es uns genutzt, wenn ich mein Potential in Deutschland hätte voll ausschöpfen können, aber meine Frau mangels Sprachkenntnissen keine Perspektive für ihren Studienabschluss gehabt hätte. So habe ich lieber mein Potential nicht voll ausgeschöpft, aber in Russland ein für beide erfülltes Leben gesucht.
Hallo Zejtnot!
Wie ich Dich verstanden habe, fällst Du ja unter die "Entsendeten", die die Tür "zurück" weit offen lassen. Das meinte ich eigentlich nicht.

Ich konnte/musste zahlreiche echte Auswanderer (ehemalige Kollegen) virtuell und auch persönlich beobachten. Nach anfänglichen Erfolgen waren 80 % der Auswanderungen nach 10 Jahren tragisch gescheitert, ausnahmslos aus soziokulturellen Gründen. Fachliche Gründe gab es nicht. Die 'Erfolgreichen' waren entweder schon vor der Auswanderung wohlhabend und gegen Scheitern immun, die anderen haben sich im Auswanderungsland mit einer Einheimischen 'gut verheiratet' und konnten sich auf ein funktionierendes soziales Netzwerk stützen. (1 Ausnahme gibt es. Der Typ bekam eine Beamtenstelle, nachdem er schnellstmöglich die neue Staatsangehörigkeit angenommen hatte.)

Also ich bleib dabei.....der Psalm hat im Prinzip recht :D
Grüßle
l.

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 19 Feb 2016, 12:58
von Wladimir30
louise hat geschrieben:Nach anfänglichen Erfolgen waren 80 % der Auswanderungen nach 10 Jahren tragisch gescheitert, ausnahmslos aus soziokulturellen Gründen.
Da gibt es auch andere. Wer sich soziokulturell nicht anpassen kann oder will, soll in der Tat lieber zuhause bleiben.
Die 'Erfolgreichen' waren entweder schon vor der Auswanderung wohlhabend und gegen Scheitern immun, die anderen haben sich im Auswanderungsland mit einer Einheimischen 'gut verheiratet' und konnten sich auf ein funktionierendes soziales Netzwerk stützen.
Das ist ein bequemes Netz, in das man sich fallen lassen kann. Hat aber nicht jeder.
(1 Ausnahme gibt es. Der Typ bekam eine Beamtenstelle, nachdem er schnellstmöglich die neue Staatsangehörigkeit angenommen hatte.)
Nein, es gibt mehr. Ich kenne mindestens noch zwei.

Ich war weder wohlhabend, als ich kam. noch bin ich von irgendjemandem geschickt worden, sondern habe selbst den Schritt in die unbekannte Arbeitswelt hier getan, habe mir völlig selbständig und ohne Hilfe Jobs gesucht (das waren hier insgesamt fünf, bis ich den jetzigen Job nach 9 Jahren durch viel Glück gefunden habe), ich habe meine Frau kennen gelernt, NACHDEM ich mich entschieden hatte, hierher zu kommen, ein sonderliches soziales Netz hat sie darüber hinaus auch nicht.
.der Psalm hat im Prinzip recht

Psalme haben immer recht, wie alles, was in der Bibel steht. Nur muß man sehr vorsichtig sein bei den möglichen Deutungen. Ich würde mir nie zurtrauen zu behaupten, ich hätte die eine oder andere Stelle aus der Bibel richtig interpretiert.

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 20 Feb 2016, 23:48
von m1009
Wie ich Dich verstanden habe, fällst Du ja unter die "Entsendeten", die die Tür "zurück" weit offen lassen. Das meinte ich eigentlich nicht.
Du hast falsch verstanden.

Die Meisten hier im Forum, die ich persoenlich kenne, sind keine klassischen "Entsendeten"/Expats, die einfach nur das Rueckflugticket samt Umzug im Head-Office ausserhalb Russlands bestellen koennten.

Existenz in Russland aufgebaut, Deutschland ist inzwischen weiter weg, als der Mond.

Re: Nicht Russland: Abchasien

Verfasst: 28 Jun 2017, 20:19
von Zejtnot
louise hat geschrieben:
Zejtnot hat geschrieben: Wir haben uns einst anders entschieden. Für uns war wichtig, wo wir als Familie (!) die größte Zufriedenheit erreichen können - sprich für beide eine brauchbare Perspektive, die einen erfüllten Alltag ermöglicht. Was hätte es uns genutzt, wenn ich mein Potential in Deutschland hätte voll ausschöpfen können, aber meine Frau mangels Sprachkenntnissen keine Perspektive für ihren Studienabschluss gehabt hätte. So habe ich lieber mein Potential nicht voll ausgeschöpft, aber in Russland ein für beide erfülltes Leben gesucht.
Wie ich Dich verstanden habe, fällst Du ja unter die "Entsendeten", die die Tür "zurück" weit offen lassen. Das meinte ich eigentlich nicht.
Nein, absolut nicht. Ich habe mich nach dem Studium schlicht entschieden, hier zu bleiben, aus den oben genannten Gründen. Habe mit 14.000 Rubel Lohn begonnen (damals unter 500 Euro), ohne jegliche Entsendeten-Leistungen (Versicherung, Heimflüge, Wohnung, Auto) während in Deutschland das Zehnfache drin gewesen wäre. Wir haben mit russischen Freunden eine WG gegründet, da mehr nicht drin war.

Natürlich hat man durch seinen Pass immer die Tür zurück offen - mehr aber auch nicht.
louise hat geschrieben:Ich konnte/musste zahlreiche echte Auswanderer (ehemalige Kollegen) virtuell und auch persönlich beobachten. Nach anfänglichen Erfolgen waren 80 % der Auswanderungen nach 10 Jahren tragisch gescheitert, ausnahmslos aus soziokulturellen Gründen. Fachliche Gründe gab es nicht. Die 'Erfolgreichen' waren entweder schon vor der Auswanderung wohlhabend und gegen Scheitern immun, die anderen haben sich im Auswanderungsland mit einer Einheimischen 'gut verheiratet' und konnten sich auf ein funktionierendes soziales Netzwerk stützen.
Da kenne ich zum Glück etliche Gegenbeispiele - allein hier im Forum einige. Gut eingeheiratet hat davon niemand, aber glücklich sind sie dennoch. Was natürlich wichtig ist, ist ein soziale Netzwerk des Partners, welches einen offenherzig aufnimmt. Aber da ist klappt ja in Russland oft.