nowodka hat geschrieben:Jetzt ist einmal eine gründliche Einarbeitung bezüglich Alphabet und Grammatik angesagt...
Eben, ich rate dazu, nichts zu überstürzen.
Zunächst einmal die Frage, welche Zielsetzung Du für Dich selber hast. Du schreibst ja, dass Du "ein bisschen Russisch" lernen willst, was mehr so oberflächlich klingt. Andererseits legst Du größten Wert auf reinste Aussprache usw., was auf einen hohen Anspruch hinweist Das passt so jetzt für mich erstmal nicht zusammen.
Alphabet geht schnell, sieht nur so schlimm aus, ist es aber nicht, Es ist ja wie das lateinische Alphabet auch ein lautorientiertes, kein Silbenalphabet oder vergleichbares wie das Chinesische z.B. Ob man jetzt einen Laut so schreibt oder so (z.B. den Laut [p] schreibt als "p" oder als "п") ist dann Übungssache. Die Aussprache ist auch gut aus der Schreibung ableitbar, nicht wie im Französischen, wo mehrere Buchstaben evtl. nur einem Laut entsprechen(z.B. "eau" entspricht ([o]). Einzig die Betonungsstelle, die im Russischen wechselt, hat Einfluss auf die Aussprache der Vokale (am deutlichsten hörbar bei der Aussprache des [o], dass je nach Position als [o] (wenn betont), [a] (wenn direkt vor der betonten Silbe) oder praktisch vollsändig verschluckt wird (in fast allen anderen Positionen). Also das angesprochene Akanje und Okanje. Aber eigentlich eigentlich ist hier kein echtes Problem vorhanden.
Dialekte gibt es Russland nur sehr schwach ausgeprägt. Diese unterscheiden sich voneinander weniger durch die Aussprache (bis auf Betonungswechsel in manchen Gegenden, ansonsten wie Norbert schon schrieb sind die größten Besonderheiten hauptsächlich in den südlichen Regionen Richtung Ukraine runter zu finden), sondern auf der Ebene der Lexik (Begriffe und Redewendungen). Diese werden aber russlandweit von allen verstanden, also besteht kein Grund, unter dem Gesichtspunkt des Spracherwerbs einer bestimmten Region den Vorzug zu geben.
Wichtiger sind Vokabeln und Grammatik. Die werden allerdings schon ein gehöriges Maß an Arbeit erfordern. Assimil, wie hier schon vorgeschlagen, ist zu empfehlen. Hier heißt es schlicht pauken pauken pauken. Aber, wiederum die Frage: wie tief willst Du in die Sache einsteigen? Gerade was die Grammatik angeht, hast Du hier ein sehr weites Feld, wo Du Dich richtig drin versenken kannst. Für "ein bisschen Russisch" wirst Du Dich nicht z.B. mit den Verben der Bewegung (ein richtig großes Fass) rumärgern müssen.
Dein Bestreben, gleich Muttersprachler in Originalgesprächen hören zu wollen, ist zwar löblich, aber mit einer großen Frustgefahr verbunden. Die Aussprache im üblichen Redefluß ist für ungeübte Ohren schwer zu verstehen. Nachrichtensprecher haben zwar in der Regel eine klare Aussprache, aber einen schnellen Redefluß. Werbung ist evtl. schwierig, weil in kurzer Zeit (Werbesekunden sind teuer) geballte Information rübergebracht werden soll, und die ist für Ausländer nicht immer leicht zu verstehen (inhaltlich gesehen). Ich persönlich (jeder hat da seine eigene Methode) habe Liedertexte mehr oder weniger auswendig gelernt und die Lieder dann bis zum Erbrechen gehört, bis ich alles verstanden hatte. Die Texte zu den Liedern zu finden ist ja heue kein Problem mehr. Und welche Art von Musik: es gibt alle Musikgenres mit russischen Texten. Dann mitsingen, was gleichzeiitg die Aussprache fördert und den aktiven Wortschatz vergrößert.
Viel Glück und - ganz wichitg - viel Spaß bei Deinem Vorhaben.