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Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 13:52
von Bobsie
Der Tod gehört zum Leben. Sagt man. Tantchen in Taganrog 93 Jahre alt war örperlich und geistig fit. Eines Tages hatte sie keine Lust, aufzustehen und sagte "Ich binkrank" Der Doktor wurde geholt und schaute sich die Frau kurz an: Was wollen sie von mir, die Frau will sterben. Tantchen lag dann 14 Tage, die letzten 10 Tage hat sie nicht gegessen und die letzten 4 Tage nichts mehr getrunken. Um 6 Uhr morgens ist sie dann verstorben. Die Tochter und meine Frau haben sie dann, solange sie noch nicht steif war, gewaschen und angezogen. Nach russischem Brauch wurde sie dann vor dem Haus aufgebahrt, damit sich die Nachbarn noch von ihr verabschieden können. Ach ein kompotenter Mensch kasm und stellte den Totenschein aus.14 Uhr wurde sie mit offenem Sarg in den Bus, in dem auch die Trauergäste sassen, geladen. Der Bus fuhr dann auf den Friedhof, bis an das vorbereitete Grab, alle konnten sich Tantchen noch einmal ansehen. Dann den Deckel auf den Sarg, mit 4 Nägeln wurde er verschlossen und kam in die Erde Keine 10 Stunden nach eintreten des Todes. Geimensam ing es dann mit dem Bus zu einem Restaurant zur Abschiedsfeier. Da dufte mann auch eigene Getränke mitbrinhgen.
Man stirbt also in Russland anders als in Deutschland. Besser oder schlechter - wer weiss das schon.....
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 15:31
von bella_b33
Bobsie hat geschrieben: 27 Mär 2019, 13:52"Ich binkrank" Der Doktor wurde geholt und schaute sich die Frau kurz an: Was wollen sie von mir, die Frau will sterben.
Mein Beileid!
Mal diesen Fall(mit gut 90 hat man sicher gut und lange gelebt) aussen vor gelassen:
Aber so oder ähnlich wird ab einem Alter >60 bei uns fast nur argumentiert, wenn Du die skoraja Pomotsh rufst. Nachbars Schwiegervater anfang 60 wollte man letztens nicht mit ins Krankenhaus nehmen "Es sei denn, sie kennen persönlich einen Doktor, der sie aufnimmt". Bei unserer Oma Ende 70 konnte man es auch vergessen....
Ist für mich, später im höheren Alter, auch ein extremst schwerer Minuspunkt.....mein Gefühl: Wer aus dem arbeitsfähigen Alter raus ist, bekommt noch weniger Medizinversorgung, als er vorher bekam(und es ist ja so schon nicht sonderlich viel).
Ist das nur in Mordowien so? Dann könnt man das mit nem Oblastwechsel für sich noch verbessern...
Aber ja, die Zeremonien sind anders. Die Leiche bleibt bis zu Bestattung im Haus liegen(daher muss diese Bestattungsgeschichte auch ziemlich schnell gehen sonst wirds ungemütlich), dann bestellt man nen Priester, der stundenlang alles rauf und runter betet......dabei war ich bis heut noch nicht(ich will aber auch keinen toten Menschen anschauen, das Bild würd ich wohl ewig nicht ausm Kopf bekommen) und werde das auch, soweit irgendwie möglich, umgehen!
Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 17:56
von Tonicek
Bobsie hat geschrieben: 27 Mär 2019, 13:52Man stirbt also in Russland anders als in Deutschland. Besser oder schlechter - wer weiss das schon.....
Das ist, weiß Gott, nicht nur in RUS so, in den meisten Ländern stirbt man anders, als in DE. - Hab' mal eine solche Prozedur in Rumänien mitgemacht, auch ganz anders als in DE - ist das nun etwas Besonderes oder nicht?
Vor vielen Jahren, ich war an der Ostsee in eine neue Wohnung gezogen, kam paar Mal der Pfarrer und fragte, wann ich endlich "meine" Kirchensteuer zahlen werde? Ich sagte: "Nie + nimmer . . ." Darauf er: "Dann werden Sie auch nicht anständig begraben [was immer das heißen mag ?] dann kommen Sie hinter die Friedhofsmauer . . ." Na, und? Was soll's ? ich kann damit leben, zumindest jetzt noch.
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 19:50
von bella_b33
Tonicek hat geschrieben: 27 Mär 2019, 17:56
ist das nun etwas Besonderes oder nicht?
Ja, irgendwo sind alle Beerdigungen auf ihre Art und Weise etwas Besonderes.....ein Mensch ist von uns gegangen!
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 23:45
von m1009
bella_b33 hat geschrieben: 27 Mär 2019, 15:31
Ist für mich, später im höheren Alter, auch ein extremst schwerer Minuspunkt.....mein Gefühl: Wer aus dem arbeitsfähigen Alter raus ist, bekommt noch weniger Medizinversorgung, als er vorher bekam(und es ist ja so schon nicht sonderlich viel).
Die Oma meiner Frau ist 92. Vor 3 Jahren wurde Ihr eine Hueftoperation empfohlen. Letztes Jahr eine Laser Behandlung beider Augen wegen Grauem/Gruenen (keine Ahnung) - Star. Nein, nicht in Moskau. In Kirov. Kostenlos.
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 27 Mär 2019, 23:47
von bella_b33
okay....gut zu wissen! Würde bei uns so nicht stattfinden!
Sterben in Russland
Verfasst: 28 Mär 2019, 00:16
von Tonicek
bella_b33 hat geschrieben: 27 Mär 2019, 23:47 . . . Würde bei uns so nicht stattfinden!
Das Gleiche trifft für mich zu : Bin jetzt Krankenversicherter III. Grades.
I. Grad: Privatversicherte
II. Grad: Arbeitende Versicherte
III. Grad: Rentner m. minimaler Rente, demzufolge minimalen Krankenversicherungsbeiträgen
Ich kann + muß damit leben . . .
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 28 Mär 2019, 09:03
von Wladimir30
Die Zeremonien, wenn jemand gestorben ist, unterscheiden sich von Gegend zu Gegend. Dass am selben Tag beerdigt wird, ist allerdings ungewöhnlich, weil orthodoxe Christen aus Gründen, die aus der Bibel entlehnt sind, am 3. Tag beerdigen. Am selben Tag machen es in der Regel die Moslems.
Mir persönlich gefallen die Rituale in Russland besser. Dazu gehört auch das Aufbahren zuhause. Welches allerdings auch zurück geht.
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 28 Mär 2019, 09:15
von m1009
Verallgemeinerungen hat.... ich "liebe" es...
Das Alte, "in Russland", das Sterben doch bitteschoen zu Haus erledigen sollen, kann ich so nicht bestaetigen. Eher ist es, meiner Erfahrung nach, eine Entscheidung der Familie. Unsere Stadtwohnung ist in einer Kruschovka. Gut 80% der Bewohner sind in den Fuenfzigern eingezogen, entsprechend war das Altersniveau. Gestorben wurde im alle paar Wochen. Ob nun im Krankenhaus oder zu Haus.... verschieden.... Aufbahren zu Haus oder in der Trauerhalle.... individuell...
Re: Sterben in Russland
Verfasst: 28 Mär 2019, 10:56
von Wladimir30
m1009 hat geschrieben: 28 Mär 2019, 09:15 das Sterben doch bitteschoen zu Haus erledigen sollen, kann ich so nicht bestaetigen.
Falls das auf meinen Beitrag bezogen war, so sprach ich nicht vom Sterben, sondern vom Aufbahren.
Aufbahren zu Haus oder in der Trauerhalle.... individuell...
Das meinte ich ja, dass der Trend immer weiter weg geht vom Aufbahren zuhause. Zumal wie ebenfalls gesagt regionale Traditionen unterschiedlich sind.