Sabotageakt auf Nord Stream 2

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Swiss
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Swiss »

Ich frage mich fpr wie dumm halten uns die Politiker / Medien?

Eine Partisanengruppe soll NordStream 1 & 2 gesprengt haben? Ich bezweifle stark, dass eine solche Gruppe ohne Unterstützung einer Regierung/ Militär/ Geheimdienst solch eine Operation durchführen kann.
1) fehlt das Material 2) das Fachwissen 3) die Logistik.
Also da hätten sie sich schon was besseres ausdenken können…

Was ich mich eher frage, warum man plötzlich der Ukraine den schwarzen Peter zuschieben will.
Ob der Besuch von Scholz im Weissen Haus zu diesem Artikel geführt hat?
Meine persönliche Vermutung ist, dass die USA / NATO die Ukraine langsam aufgibt. Denn einerseits sinkt die Unterstützungsbereitschaft im Volk und auch bei Politikern Tag für Tag. Nächstes Jahr sind Wahlen in den USA. Da will man keine aufgebrachte Bürger und ein zweites Afghanistan. Andererseits werden die Bestände an Waffen und Muniton bei NATO Länder immer kleiner. Länder wie DE könnten sich kaum mehr verteidigen sollte es zu einem Krieg kommen. China weiss das und schaut schon ganz gierig auf Taiwan und hofft, dass der Konflikt und die Materialschlacht noch eine Weile so weitergeht.
Mit dieser Ausgangslage, dass ukrainische „Rebellen“ die Pipelines gesprengt haben, kann sehr gut dazu genutzt werden, um die Hilfe mehr und mehr einzustellen. Ich meine es war ja einen Angriff auf eine wichtige Infrastruktur eines NATO Landes.
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Fritz
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Fritz »

Swiss hat geschrieben: 08 Mär 2023, 03:04 Ich frage mich fpr wie dumm halten uns die Politiker / Medien?
Richtigerweise für ungefähr so dumm wie wir sind - Gesetz von Angebot und Nachfrage. :D
Swiss hat geschrieben: 08 Mär 2023, 03:04 Was ich mich eher frage, warum man plötzlich der Ukraine den schwarzen Peter zuschieben will.
Ob der Besuch von Scholz im Weissen Haus zu diesem Artikel geführt hat?
Meine persönliche Vermutung ist, dass die USA / NATO die Ukraine langsam aufgibt. Denn einerseits sinkt die Unterstützungsbereitschaft im Volk und auch bei Politikern Tag für Tag....
Mit dieser Ausgangslage, dass ukrainische „Rebellen“ die Pipelines gesprengt haben, kann sehr gut dazu genutzt werden, um die Hilfe mehr und mehr einzustellen. Ich meine es war ja einen Angriff auf eine wichtige Infrastruktur eines NATO Landes.
Wieso, läuft doch bestens für die Amis. Europa ist durch einen neuen eisernen Vorhang getrennt, es reibt sich intern auf, insbesondere die Zusammenarbeit zwischen DE und RU ist bis auf Weiteres unterbunden. Das Risiko einer Eskalation trägt Europa (bei den Panzern läuft es auf einen deutschen Alleingang hinaus), die Kosten auch weitgehend - die amerikanischen kommen locker wieder rein durch Verkauf von LNG zu Mondpreisen und Zuwanderung von energieintensiver europäischer Industrie. Dies findet übrigens, wie alle wirklich wichtigen Entwicklungen, weitgehend unter dem Radarschirm der stets kritischen Presse statt. Dort wird dann gejubelt, daß wir dank (vom Himmel fallender) Sonderdeckel und Vermögensbremse u.ä. gut durch den Winter gekommen sind. Ja, ein wenig zurücktreten will man vielleicht, aber man wird sicher nicht die Ukraine als Angreifer auf ein NATO-Land darstellen, nachdem man sie jahrelang als Frontstaat aufgebaut hat.

Das Schweigen um die Pipelines hätte man sicher gerne fortgesetzt. Aber erstens gab es die Enthüllungen eines Seymour Hersh und zweitens macht die Welt da draußen inzwischen gehörig Druck. Besonders China pocht auf Aufklärung, das Thema dürfte auch weit oben in den Gesprächen bei G20 gewesen sein. Da geht es um große Geschäfte und man möchte ja wissen, ob der potentielle Geschäftspartner pflegt, seinen Partnern die Infrastruktur unter dem H.. wegzusprengen.

Darum wurde m.E. nun die große Räuberpistole eines russischen Selbstanschlags aus dem Spiel genommen und durch ein etwas kleineres Kaliber ersetzt, in der Hoffnung, daß diese "durchgeht". Also waren es Ukrainer, aber auf eigene Faust handelnde. Zusammen mit "russischen Oppositionellen", das paßt auch immer gut. Daß sich das massiv mit der bereits festgeschriebenen Version eines "staatlichen Akteurs" beißt, muß dabei in Kauf genommen werden. Ist ja auch schon eine Zeitlang her, der Großteil des Publikums hat es schon wieder vergessen. Ich habe aber die Hoffnung, daß die Amis diesmal zu weit gegangen sind und sie für diese Tat noch zur Verantwortung gezogen werden.
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von arghmage »

Fritz hat geschrieben: 08 Mär 2023, 00:51
arghmage hat geschrieben: 08 Mär 2023, 00:22 Bei heise steht mehr.
Die Truppe ist von Deutschland aus gestartet, das Boot wurde von einer polnischen Firma angemietet.
Interessiert mich nicht, die "Quelle" bleibt nach wie vor die NYT, "anonyme" (natürlich US-)Regierungsmitarbeiter und "Geheimdienstkreise". Also aus dem Kreis der Hauptverdächtigen, also wertlos.
Aber die anonyme Quelle von Hersh war ok? War doch letztendlich auch nicht anders, nur daß er andere Schuldige präsentiert hat.

Swiss hat geschrieben: 08 Mär 2023, 03:04 Ich frage mich fpr wie dumm halten uns die Politiker / Medien?

Eine Partisanengruppe soll NordStream 1 & 2 gesprengt haben? Ich bezweifle stark, dass eine solche Gruppe ohne Unterstützung einer Regierung/ Militär/ Geheimdienst solch eine Operation durchführen kann.
1) fehlt das Material 2) das Fachwissen 3) die Logistik.
Das wird das wohl im staatlichen Auftrag (von wem auch immer) passiert sein, die machen das ja nicht aus freiem Antrieb einfach mal so. Und der Auftraggeber unterstützt dann finanziell/logistisch, da sehe ich kein Problem.

Daß man allerdings schon weiß, daß die gefälschte Pässe hatten ... und dann Sprengstoffspuren auf einem Tisch in der Kabine? Das hört sich doch etwas konstruiert an. Da waren ja hunderte Kilo Sprengstoff im Spiel, hätte ich auch auf den Tisch gelegt :lol:

Ich denke mal die Hauptbotschaft war, Amis und Briten waren nicht dabei ... ist natürlich interessant, wie man das rausfindet, wenn die Pässe gefälscht waren aber egal.
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von paramecium »

Axel Henrich hat geschrieben: 08 Mär 2023, 02:59 Nö wieso, auch schon geklärt. Sie haben aus Frust gegen Putins Politik gehandelt. Also praktisch wie Klimakleber, halt nur im Wasser. Jetzt ma ehrlich, so ne Pipeline kann doch jeder ...
Swiss hat geschrieben: 08 Mär 2023, 03:04 Ich frage mich fpr wie dumm halten uns die Politiker / Medien?

Eine Partisanengruppe soll NordStream 1 & 2 gesprengt haben? Ich bezweifle stark, dass eine solche Gruppe ohne Unterstützung einer Regierung/ Militär/ Geheimdienst solch eine Operation durchführen kann.
Fritz hat geschrieben: 08 Mär 2023, 09:00 Also waren es Ukrainer, aber auf eigene Faust handelnde. Zusammen mit "russischen Oppositionellen", das paßt auch immer gut. Daß sich das massiv mit der bereits festgeschriebenen Version eines "staatlichen Akteurs" beißt, muß dabei in Kauf genommen werden.
Vielleicht solltet ihr den Zeit-Artikel mal lesen und nicht nur die Überschrift. Genau das was ihr beschreibt steht halt nicht im Artikel. Ein staatlicher Akteur wird durch das Bundeskriminalamt (von dem die Informtionen stammen) nicht ausgeschlossen. Professionell gefälschte Reisepässe und die Möglichkeit einer "False Flag"-Operation werden da erwähnt. Zusammen mit den vorherigen Berichten über einen staatlichen Akteur verfestigt sich da schon das Bild, dass dies ein westliches Geheimdienstunternehmung war.
arghmage hat geschrieben: 08 Mär 2023, 12:06 Daß man allerdings schon weiß, daß die gefälschte Pässe hatten ... und dann Sprengstoffspuren auf einem Tisch in der Kabine? Das hört sich doch etwas konstruiert an. Da waren ja hunderte Kilo Sprengstoff im Spiel, hätte ich auch auf den Tisch gelegt :lol:
Hab zugegebenermaßen wenig Ahnung von Sprengstoffen. Aber wurde nicht von mehreren Hundert Kilo TNT-Äquivalent gesprochen? Ich würde mal vermuten, dass man bei militärischen Spezialsprengstoffen unter Umständen mit wesentlich weniger auskommt.
Zuletzt geändert von paramecium am 08 Mär 2023, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von arghmage »

Das mit dem Sprengstoff wurde schon vielerorts diskutiert, man würde wohl trotzdem eine erhebliche Menge benötigen. Wobei die Reste auf dem Tisch natürlich nicht von der Lagerung kommen müssen.
Wie man auf das Boot aufmerksam würde, wäre interessant.
Und das mit den Pässen würde mich auch interessieren. haben die wieder die Pässe liegenlassen oder woher weiß man das? Und wenn die Pässe gefälscht waren, kann man nicht wissen, ob es Russen oder Ukrainer oder Amis waren.
Hört sich doch alles etwas schräg an aber was solls, es wird ohne Konsequenzen bleiben.

edit: War bestimmt eine Aktion von der Letzten Generation, paßt doch in deren Beuteschema und wer einen Eisbären rasieren kann, der kann auch ne Pipeline sprengen :lol:
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Axel Henrich
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Axel Henrich »

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Fritz
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Fritz »

arghmage hat geschrieben: 08 Mär 2023, 12:06
Fritz hat geschrieben: 08 Mär 2023, 00:51 Interessiert mich nicht, die "Quelle" bleibt nach wie vor die NYT, "anonyme" (natürlich US-)Regierungsmitarbeiter und "Geheimdienstkreise". Also aus dem Kreis der Hauptverdächtigen, also wertlos.
Aber die anonyme Quelle von Hersh war ok? War doch letztendlich auch nicht anders, nur daß er andere Schuldige präsentiert hat.
Was soll denn das Gekartel? Für jeden Menschen auf der Welt, mit Ausnahme des deutschen Tagesschau-Guckers, ist sonnenklar, wer diese Röhren gesprengt hat. Neben offensichtlichen Motiven und Möglichkeiten, dem dröhnenden Schweigen, der Nichtöffnung des (leider) heilgebliebenen vierten Strangs, den vergeblichen Forderungen von RU und CN nach Ermittlungen unter UNO-Aufsicht haben wir ein astreines Vorab-Geständnis des amerikanischen Häuptlings. Da brauche ich auch keinen Seymour Hersh dazu; der interessiert mich nur insoweit, wie es ihm gelingt, Staub aufzuwirbeln und dazu beizutragen, die Täter in die Enge zu treiben. Dieser Krimi ist kein "Whodunnit", sondern eher ein Columbo.

Ich werde den Teufel tun und mich mit den von den mußmaßlichen Tätern beauftragten "Ermittlern" und ihren erbärmlichen Hiwis in deutscher Presse und Bundesanwaltschaft hingeworfenen Knochen beschäftigen. Ganz offensichtlich soll mit dieser konzertierten Aktion und dem plötzlich einsetzenden Mediengesang eine Version als offiziell installiert werden. Davon abweichende dann als russische Verschwörungstheorien - der Begriff wird bei n-tv bereits gebraucht.

Da genieße ich lieber die traurige Poesie einer Dagmar Henn https://test.rtde.tech/meinung/164801-n ... rd-stream/, die wie ich ihren Aufenthalt in RU als Exil ansieht. Mannmann, wie tief kann meine Heimat noch sinken.
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lausi
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von lausi »

Axel Henrich hat geschrieben: 08 Mär 2023, 01:12 Warum so skeptisch? Kam gerade in den Nachrichten, also wird es schon stimmen ... ;) es wurden 2 gut gefälschte Ausweise gefunden und auf dem Tisch der Yacht Sprengstoffspuren ... :lol: Proukrainisch heiße aber nicht, dass Kiev der Auftraggeber war, es wird wohl so ne Art Partisanengruppe gewesen sein. Staatsanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern.
Also klingt ingwie schlüssig und morgen werden wahrscheinlich ein paar Schnorchel als Beweis präsentiert ... :lol:
Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, kam beim Einsatz der #NordStream2-Saboteure modernste, streng geheime Taucherausrüstung zum Einsatz, die eigentlich militärischen Spezialkräften vorbehalten ist.
Aus Ermittlerkreisen. Stimmt also hundertprozent.
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“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant
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Re: Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Okonjima »

Komischerweise kommt diese "Story" ein paar Wochen nach der "Story" von Hersh raus. Vorher war Schweigen im Walde bzw. strengste
Geheimhaltung bei der deutschen Hampelregierung. Kann es sein, das sich hier eine Legitimierung für die Sprengung herauskristalisiert?
So in etwa... da es ja ukrainische "Freiheitskämpfer" waren,haben sie jedes Recht dazu, da Russland ja der Angreifer ist? Und schwupp,
hätte man einen Grund für das was andere ausgeführt haben! [schaf]

nochmal komischerweise... ;)
Komischerweise finden sich an so ziemlich allen Schauplätzen der letzten Großen Terrorakte immer gleich die Pässe der Ausführenden.
Junge, Junge..."Geschichten erzählen" war früher ein Kinderlied :lol:
Ihr Hund bellt aber in einer tiefen Tonlage... Ja, es ist ein Subwuffer!
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Sabotageakt auf Nord Stream 2

Beitrag von Tonicek »

Fritz hat geschrieben: . . . Für jeden Menschen auf der Welt, mit Ausnahme des deutschen Tagesschau-Guckers, . . .
Zuletzt geändert von Tonicek am 07 Jun 2023, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
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