Alle Präsidenten und Regierungen der USA vor Trump haben bereits das gleiche Spiel gespielt. Sie haben es nur besser verschleiert.
Dass dieses amerikanische Kabinett "ehrlich" über seine Ziele spricht, sogar ein Strategiepapier dazu öffentlich macht, gibt mir die Hoffnung, dass einige Tagträumer aufwachen und endlich Entscheidungen treffen. Ohne endloses BlaBla. Baustellen gibt es genug.
Und wer da wen gerade verklagt, ist höchstens anekdotisch. Das wird vielleicht mal in 20 Jahren entschieden, wenn überhaupt.
Die Werte Deutschlands in Russland sind zumindest buchhalterisch schon seit letztem Jahr abgeschrieben. Also zumindest die Firmen juckt das nicht mehr.
Spezifiziert zu VW -Auszug-
Das Urteil aus Nischni Nowgorod: Ein politisches Manöver im Gewand der Justiz
Ein Arbitragegericht in der Region Nischni Nowgorod verurteilte Volkswagen zur Zahlung von fast 17 Milliarden Rubel – umgerechnet etwa 800 Millionen Euro. Der Vorwurf: Schadensersatz für den Abbruch der Autoproduktion in Russland. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell die wahre Natur dieses Urteils. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Russland seine Gerichte als verlängerten Arm der Politik missbraucht.
Das Inkassounternehmen "Kameja", das erst im Januar 2025 in Moskau registriert wurde und dessen Eigentümer verschleiert bleiben, erwarb die Forderung für läppische 120 Millionen Rubel – gerade einmal 1,23 Millionen Euro. Ein Schnäppchen für eine angebliche Milliardenforderung. Wer hier keine orchestrierte Aktion vermutet, der glaubt vermutlich auch noch an die Unabhängigkeit russischer Gerichte.
Die Insolvenz-Drohung: Ein zahnloser Tiger mit scharfen Krallen
Juristen schätzen die Chancen, Volkswagen tatsächlich in ein Insolvenzverfahren zu zwingen, als verschwindend gering ein. Und das aus gutem Grund: Die Volkswagen AG hat ihr russisches Geschäft längst verkauft und besitzt dort keine nennenswerten Aktiva mehr. Ein Insolvenzverfahren in Russland käme nur in Frage, wenn das Hauptgeschäft des Schuldners dort läge oder zumindest wesentliche Vermögenswerte vorhanden wären. Beides trifft auf VW nicht zu.
Doch die russischen Strategen haben einen Hebel gefunden: "Porsche Zentrum Moskau", das weiterhin zur VW-Gruppe gehört und zu den größten offiziellen Händlern der Marke in Russland zählt. Hier könnte "Kameja" versuchen, die angeblichen Schulden einzutreiben – ein Szenario, das für zusätzliche Unsicherheit bei Anlegern sorgt.
Die VW-Aktie im Kreuzfeuer geopolitischer Machtkämpfe
Für Anleger bedeutet dieser Konflikt vor allem eines: zusätzliche Unsicherheit in ohnehin turbulenten Zeiten. Die VW-Aktie, die bereits unter den Folgen der gescheiterten Elektromobilitätsstrategie und dem harten Wettbewerb aus China leidet, wird nun zum Spielball russischer Machtspiele. Schon die Beschlagnahme russischer Vermögenswerte im Vorjahr hatte die Aktie belastet. Sollte "Kameja" tatsächlich ein Insolvenzverfahren anstoßen – so aussichtslos es auch sein mag –, dürften neue Schlagzeilen die Kurse belasten.
Es ist ein perfides Spiel: Russland weiß, dass es rechtlich kaum Chancen hat. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, Unsicherheit zu säen, negative Schlagzeilen zu produzieren und deutsche Unternehmen zu verunsichern. In Zeiten, in denen jede Nachricht den Aktienkurs beeinflussen kann, ist allein die Drohung mit einem Insolvenzverfahren eine Waffe.

