Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

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Norbert
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Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von Norbert »

https://nsk.rbc.ru/nsk/29/04/2026/69f1a ... 7e9bcaff3f

Erst hieß es Herzprobleme. Inzwischen drehen sich die News um Schusswaffen. Selbstmord oder durch Andere - dazu äußert sich noch niemand. Aber immerhin wird es nun thematisiert: https://ngs.ru/text/incidents/2026/04/30/76396861/

Naja, wer nach dem Skandal rund um das Thema Keulung von Kühen in Sibirien an Herzprobleme glaubt ...
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HJ52
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von HJ52 »

Zumindest war es kein Fall aus dem Fenster oder vom Balkon.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
AnuLeB
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von AnuLeB »

Norbert hat geschrieben: 30 Apr 2026, 17:01 ......

Naja, wer nach dem Skandal rund um das Thema Keulung von Kühen in Sibirien an Herzprobleme glaubt ...
Was heißt schon Skandal. In Deutschland wäre das ein völlig normaler Vorgang. Die Bauern erhalten eine Entschädigung, dürfen, nachdem die Stallanlagen desinfiziert worden sind, neue Kühe kaufen, und das Geschäft geht weiter.

In Russland geht man sicherlich anders mit der Geschichte um. Da kann man schon verstehen, wenn da dem einen oder anderen Landwirt eine Sicherung durchbrennt. Schließlich war ja nun nicht die Seuche, sondern der Amtsleiter Schuld am Tod der Tiere.
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Wladimir30
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von Wladimir30 »

Obwohl Novosibirsk nun doch paar tausende Kilometer entfernt ist, tauchte plötzlich in BK bei mir ein Bericht über diesen Fall auf. Dort werden die zwei Versionen - Herzversagen oder Mord - kommentarlos aufgeführt. Sprich der Fall macht mittlerweile überregional Schlagzeilen.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
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Norbert
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von Norbert »

Warum diese Aktion so Wellen schlug, hatte sicher mehrere Gründe.

1. Wenn ich es richtig wahrgenommen habe, gibt es auch in Russland Entschädigungen, aber viel zu niedrig um den Schaden auszugleichen.
2. In russischen Dörfern ist es noch weit verbreitet, dass Familien je nach Jahreszeit 2 oder 3 Rindviecher im Stall stehen haben, manchmal auch mehr. Die Kuh gibt Milch, das Vorjahreskalb wird im Herbst geschlachtet und gibt Fleisch über den ganzen Winter. Die Kuh hat einen Name und gibt von Frühjahr bis Jahresende stabil Milch. Wenn nun eine solche Kleinstherde gekeult wird, ist dies ein sehr emotionaler Moment.
3. Es wurde nie offen gesagt, warum gekeult wurde. Es wird die Maul- und Klauenseuche vermutete, aber offiziell eben keine Verlautbarung, wohl um die Fleischexporte nicht in Gefahr zu bringen.

Für denjenigen, der dies zu verantworten hatte, in jedem Fall eine massive Belastung, kein Mensch legt so etwas aus Spaß an der Freude fest. Auch ein Suizid wäre für mich hier nicht absurd.
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von AnuLeB »

Norbert hat geschrieben: 03 Mai 2026, 16:08 .....
3. Es wurde nie offen gesagt, warum gekeult wurde. Es wird die Maul- und Klauenseuche vermutete, aber offiziell eben keine Verlautbarung, wohl um die Fleischexporte nicht in Gefahr zu bringen.

Für denjenigen, der dies zu verantworten hatte, in jedem Fall eine massive Belastung, kein Mensch legt so etwas aus Spaß an der Freude fest. Auch ein Suizid wäre für mich hier nicht absurd.
Ich glaube eher nicht, dass es für den Verantwortlichen eine massive Belastung darstellt. Schließlich gehört es zur DNA der russischen Führung, dass Probleme so lange Tod geschwiegen oder abgewiegelt werden, bis sie sich nicht mehr verleugnen lassen. Das war so in Sachen Tschernobyl, dem Untergang der Kursk, oder Neuerdings auch Tuapse.

Nur, geht es um die Rindviecher, sind die Beweise ja vernichtet worden. Ergo wird es auch nie eine offizielle Verlautbarung geben. Ich tippe jedoch darauf, dass im Vorfelde Teile des Fleisches infizierter Tiere exportiert worden sind, und dass es von dort stillschweigende Hinweise gab, die Probleme in den Griff zu bekommen, oder die Exporte zu beenden. Tja, wie es nun mal so ist: Geht es um Russland, ist man zu einem guten Teil auf Verschwörungstheorien angewiesen.
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Kolot
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Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von Kolot »

AnuLeB hat geschrieben:. . . Schließlich gehört es zur DNA der russischen Führung, dass Probleme so lange Tod geschwiegen oder abgewiegelt werden, bis sie sich nicht mehr verleugnen lassen. Das war so in Sachen Tschernobyl, dem Untergang der Kursk, oder Neuerdings auch Tuapse.

Tja, wie es nun mal so ist: Geht es um Russland, ist man zu einem guten Teil auf Verschwörungstheorien angewiesen.
Volle Zustimmung.
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Norbert
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von Norbert »

AnuLeB hat geschrieben: 03 Mai 2026, 17:35Ich glaube eher nicht, dass es für den Verantwortlichen eine massive Belastung darstellt. Schließlich gehört es zur DNA der russischen Führung, dass Probleme so lange Tod geschwiegen oder abgewiegelt werden, bis sie sich nicht mehr verleugnen lassen.
Nur, weil von oben so eine Anweisung kommt, kann es doch für den Verantwortlichen, der es ausführen muss und der das menschliche Leid dahinter miterlebt, dennoch eine massive Belastung sein. Oder meinst Du, dass es in der "DNA des Russen" vorgesehen ist, dass ab Hierarchiestufe Abteilungsleiter Gefühle und Emotionen bedingungslos abschaltbar sind?

Sorry, solche Pauschalisierungen regen mich auf.

Natürlich ist die Kultur stark geprägt, dass Probleme für inexistent erklärt werden und sowohl Tschernobyl als auch dieser Fall sind sehr gute Beispiele. Aber der Effekt ist ja umgekehrt - derjenige, der die Verleugnung selbst ausführen muss, ist ja derjenige, der am krassesten erlebt, wie groß der Widerspruch ist. [ironie] Und man mag es kaum glauben, auch für einen Russen kann dies eine Belastung sein. [/ironie] (Seine Ehefrau hatte in der Presse zuvor geäußert, dass er sich deswegen krankschreiben lassen hatte.)
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HJ52
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von HJ52 »

Norbert hat geschrieben: 05 Mai 2026, 11:40

Natürlich ist die Kultur stark geprägt,
OT:

Eine Buchempfehlung: Bloodlands von Timothy Snyder.

Nach der Lektüre versteht man den Vielvölkerstaat Russland besser.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
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Re: Leitender Veterinär in Novosibirsk verstorben

Beitrag von AnuLeB »

Norbert hat geschrieben: 05 Mai 2026, 11:40 ..... Oder meinst Du, dass es in der "DNA des Russen" vorgesehen ist, dass ab Hierarchiestufe Abteilungsleiter Gefühle und Emotionen bedingungslos abschaltbar sind?

......
Auf diese Frage werde ich besser nicht antworten. Meine Sicht auf die "russische Seele" würde dir sicherlich nicht gefallen, und mir ist es dabei ziemlich egal, ob ich da nun verallgemeinere oder nicht.

Nur, so viel: erfahrungsgemäss sollte man sich nicht auf Einzelpersonen berufen, um eine ganze Personengruppe als besonders schlecht, bösartig, gut oder menschenfreundlich zu betrachten. Das greift typischerweise ein wenig zu kurz, ist aber leider die gängige Vorgehensweise.
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