Arbeitet jemand von Euch in einem siderurgischen Betrieb?
Wie ist das eigentlich: heute traf die Ukraine wohl das Kraftwerk von einer Eisenschmelze, die wohl irgendwie 20% des russischen Stahls herstellen soll. Friert das Ganze jetzt ein, und wie bekommt man so einen 500 oder 1000 tonnen Eisenblock dann wieder frei?
Einfach den Strom wieder einschalten, und ein paar Wochen warten, oder ist der Hochofen dann ganz hinüber? Grübel, grübel, sollte eigentlich ja nicht mein Problemo sein, frag mich nur, wie das so abläuft.
Arbeitet jemand in der Siderurgie?
- bella_b33
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Re: Arbeitet jemand in der Siderurgie?
Solche grossen Industriebrennanlagen müssen nicht nur ordnungsgemäß angefahren werden, man muss sie auch ordnungsgemäß abfahren. Also einfach Schalter von 1 auf 0 ist da nicht. Ich hab in der Metallurgie keine direkten Erfahrungen, bin eher bei Energieanlagen, Zementöfen und Kalköfen zuhause. Daher weiss ich auch nicht, wie eine Notabschaltung in der Metallurgie erfolgt
Gruss
Silvio
Gruss
Silvio
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
Re: Arbeitet jemand in der Siderurgie?
Ja, ich habe auch keine echten Erfahrungen in der Metallbearbeitung, für mich waren das immer noch Hochöfen, die mit Koks & Kohle befeuert wurden, keine "Elektro-Schnellkochtöpfe", irgendwo her muss ja auch der Kohlenstoff kommen: ich weiss es auch nicht. Ich stell mir nur so einen 1000 oder 2000 Tonnen Eisenblock vor, wie bekommen sie ihn dann wieder frei? 50 Mann mit einem Vorschlaghammer darauf stellen, und monatelang "freischaufeln" lassen? Mein Gott, das ist Stahl, ich weiss es auch nicht.
Na ja, nicht mein Problem: Anschlussjob für Putin....
Habe nur von einem Forumskollegen jahrelang die Probleme der Thyssen-Krupp mitbekommen, als sie in Brasilien so ein Stahlwerk bauten: Pannen über Pannen, von chinesischen Sintersteinen, die nicht hielten, was sie versprachen bis zu allem Möglichen. Ist die Firma darüber nicht auch zerbrochen, oder auf jedem Fall geschrumpft? Weiss auch nicht mehr, irgendwann wurde es langweilig, und er war nach Australien verschwunden.
Na ja, nicht mein Problem: Anschlussjob für Putin....
Habe nur von einem Forumskollegen jahrelang die Probleme der Thyssen-Krupp mitbekommen, als sie in Brasilien so ein Stahlwerk bauten: Pannen über Pannen, von chinesischen Sintersteinen, die nicht hielten, was sie versprachen bis zu allem Möglichen. Ist die Firma darüber nicht auch zerbrochen, oder auf jedem Fall geschrumpft? Weiss auch nicht mehr, irgendwann wurde es langweilig, und er war nach Australien verschwunden.
Re: Arbeitet jemand in der Siderurgie?
Habe 35 Jahre lang mein Geld als trouble shooter in der Giesserei verdient. Die Anlagen sind normalerweise so konstruiert, dass bei Energieausfall trotzdem noch ein Leerfahren der Anlage möglich ist. Das Metall wird einfach in handhabbare Masseln gegossen und das war es dann auch schon. Die Öfen sind entweder hydraulisch kippbar und werden bei Stromausfall eben mit der Handpumpe oder über Notstromaggregat gekippt, das Metall bleibt ja noch stundenlang flüssig, oder es sind feststehende Öfen mit Stopfen im Bodenbereich, - funktioniert dann wie der Korken bei einer Weinflasche, - rausziehen, Metall fliesst, und wenn der Transporttiegel voll ist schiebt man den Stopfen eben wieder rein.
Das Thema mit eingefrorenen Schmelzöfen hatte ich regelmässig, nicht wegen Energieausfall, sondern weil an dem einen Ofen eine Störung aufgetreten ist und es niemand bemerkt hat weil Wochenende oder dergleichen. Warmhalteöfen sind kritischer, da die installierte Leistung nicht für einen Schmelzbetrieb ausgelegt ist, - in dem Fall dauert das Wiederaufschmelzen dann Tage...
Hatte mit meinem ersten Arbeitgeber ein sehr zerrüttetes Verhältnis. Wegen fehlender Genehmigung für einen Schmelzofen hatten wir damals Flüssig-Aluminium, das wird in einer Art Thermoskanne mit dem LKW angeliefert und in den Warmhalteofen umgefüllt, sieht man in Deutschland mittlerweile recht häufig auf den Autobahnen. An meinem letzten Arbeitstag gab es eine Maschinenstörung, Warmhalteófen voll, kein Platz zum Umfüllen. Der LKW hat die Thermoskanne allerdings nicht wieder zurück genommen sondern stehengelassen. Die ist eingefroren und war dann komplett Sondermüll.
Das Thema mit eingefrorenen Schmelzöfen hatte ich regelmässig, nicht wegen Energieausfall, sondern weil an dem einen Ofen eine Störung aufgetreten ist und es niemand bemerkt hat weil Wochenende oder dergleichen. Warmhalteöfen sind kritischer, da die installierte Leistung nicht für einen Schmelzbetrieb ausgelegt ist, - in dem Fall dauert das Wiederaufschmelzen dann Tage...
Hatte mit meinem ersten Arbeitgeber ein sehr zerrüttetes Verhältnis. Wegen fehlender Genehmigung für einen Schmelzofen hatten wir damals Flüssig-Aluminium, das wird in einer Art Thermoskanne mit dem LKW angeliefert und in den Warmhalteofen umgefüllt, sieht man in Deutschland mittlerweile recht häufig auf den Autobahnen. An meinem letzten Arbeitstag gab es eine Maschinenstörung, Warmhalteófen voll, kein Platz zum Umfüllen. Der LKW hat die Thermoskanne allerdings nicht wieder zurück genommen sondern stehengelassen. Die ist eingefroren und war dann komplett Sondermüll.
In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders
Re: Arbeitet jemand in der Siderurgie?
Wow, ein Mann der sich auskennt ! Danke für die Hinweise, valeu.
