Hallo zusammen
auf vielfachen Wunsch mein Reisebericht über meinen Ersten Russland-Trip.
Reisebericht Moskau - Trip
von Bernhard
Teilnehmer: Mike (Litauer), Nico, Oliver, Thomas (Deutsche), Jakob, Bernhard (Österreicher)
Tag 1 (Samstag):
Abfahrt nach Moskau um 12 Uhr Mittag. Die Busfahrt dauerte 20 Stunden,
was aber gar nicht so schlimm war wie es klingt. Viel Bier, viel Schlaf,
gemischt mit plaudern und lesen und es ging recht flott vorbei.
Tag 2 (Sonntag):
Ankunft in Moskau um ca. 5:30 Uhr morgens. Da die Metro noch nicht
fuhr, meinte Mike, wir marschieren jetzt mal schnell ins Zentrum.
Es seien nur 20 Minuten Marsch....nach einer dreiviertel Stunde, schmerzenden Füssen und halsbrecherischen Straßenüberquerungen
(7-8 Spuren) waren wir dann endlich am Hauptbahnhof.

Dort haben wir dann die
hiesige Polizei gleich mal in Action gesehen, als sie ein - naja sagen wir
mal "Liebespärchen" mit ein paar Knüppelschlägen getrennt haben.
Mike hat uns dann ein wunderbares Apartment in den Plattenbauten in der
Nähe der Metro-Station Ljubiljana gefunden. Küche, Bad, WC, 2
Wohnzimmer, 2 Balkone, schön sauber und das ganze für 150 Lita. Also
40€ so was (für den gesamten Aufenthalt).
Nachdem das alles erledigt war sind wir gleich in die Stadt gedüst, haben
die Polizeisperren, die vorbeidüsenden Polit-Delegationen und den
Kreml "von der weiten" angeschaut. Dann ins Pushkin-Museum, nachdem
wir eine Stunde warten mussten, weil der liebe Herr Sharon aus Israel leider schneller dort war als wir.
Das Puschkin-Museum hat Kunstgegenstände aus allen Zeiten und
Kulturen, aber alles Replika, also nicht besonders beeindruckend. Echt
sind einige Sarkophage und Mumien aus Ägypten und viele Bilder von
Monet, Picasso, Van Gogh, Rubins, ... die sind durchaus mal wert gesehen
zu werden.
Dann in die orthodoxe Kathedrale "Jesus the Saviour". Leider waren da
keine Fotos erlaubt, aber das muss man sowieso mit eigenen Augen
gesehen haben. Die Augen schmerzen einem da vor lauter Gold-Verzierungen.
Dutzende Artefakte mit knienden, betenden Russen davor, eine riesige
Kuppel - sehr beeindruckend.
Nach einem Abstecher zur Moskwa, wo wir die Statue für Zar Peter
gesehen haben (das riesige Schiff auf der Säule) aßen wir noch einen
Happen und dann fuhren Mike und Bernhard zurück ins Apartment,
während wir anderen noch ein wenig um die Häuser zogen.
Tag 3 (Montag): Der Tag der Parade.
Ich hab es ja noch nicht erwähnt, aber wie eine Demokratie hats in
diesen Tagen in Moskau nicht ausgesehen. Wo man hinsieht dutzende
Rote Fahnen, Fotos ihrer Kriegshelden und Bilder ihrer siegreichen
Schlachten, Sterne, Hämmer und Sicheln, Propaganda-Sprüche.
Für diese paar Tage war Moskau wieder in der "Guten Alten Zeit".
Außerdem waren die Strassen blitzblank sauber, alle Wiesen und Pärke
im leuchtenden Grün und an jeder Straßenlaterne steht ein Polizist. Ich
glaub das war die sicherste Stadt der Welt diese Tage.
Die Stadt hat alle Obdachlose und Prostituierten aus der Innenstadt raus gekarrt.
Jedenfalls für Montag war Regen angesagt und der Tag begann auch
ziemlich trüb. Wir waren früh im Zentrum, was auch gut war, denn alle
Straßen und Metro-Stationen in der Nähe des Kremls waren geschlossen.
Nach einer Stunde umherirren fanden wir immerhin einer der Strassen,
wo sich die Paradeteilnehmer sammelten um auf den Kreml zu ziehen.
Eine halbe Stunde vor Beginn der Parade fing es zu regnen an.
5 Minuten vor der Parade waren die Wolken weg und die Sonne schien:
Die Russen sprühten mit einigen Flugzeugen Chemikalien auf die Wolken,
die diese auflösten. Rund um Moskau dichte Wolken - über Moskau blauer
Himmel. Vom Weltraum aus muss das seltsam ausgesehen haben... Von
der Parade sahen wir nicht viel, was wir sahen waren alte Veteranen die
die Lkws bestiegen. Anschließend um den Kreml herumspaziert und
mitten auf der Strasse Karten gespielt. War recht lustig, vor allem die
netten Sniper am nächsten Hausdach, die uns über die Schulter gesehen
haben beim Spielen .
Nach der Parade dann zum Siegesplatz, wo Donauinselfest-mässige
Stimmung herrschte. Erschreckend die Kindersoldaten (Mike: "Das is
doch ganz normal, das macht doch jedes Land, ausserdem trainieren die
ja nur") - beein- und erdrückend das 2. Weltkriegsmuseum. "Juchu, da
wird grad Wien niedergebommt!". Der Tag klang aus mit einer heftigen
Cocktail- und Biersession im Gorki-Park und in den Straßen Moskaus. Viel
Schlaf war da nicht zu holen
Tag 4 (Dienstag): Der Tag danach
*ächz* Seit Samstag nicht mehr vernünftig geschlafen - und das war erst
der Anfang einer 2 wöchigen Schlafentzugs und Alkohol-Session. Aber der
Tag musste noch genutzt werden. Also sind wir gleich wieder auf Richtung
Zentrum gefahren um zu versuchen an den Kreml ranzukommen. Die
Absperrungen wurden bis an den Roten Platz zurückgezogen, es war uns
also möglich bis 2 Meter an eben diesen heranzukommen. Es war uns
auch möglich das GUM zu besuchen, ein altes herrschaftliches Kaufhaus,
die Antwort auf das KDW in Berlin.
Herrliches Eis gegessen und hervorragenden Kaffee und Tee zu Kalinka-Musik.
Zum Abschluss ein schwer gestresster Run durch die halbe Stadt zu
unserem Bus, den wir um 5 Minuten gerade mal eben noch erwischen
konnten. Die Fahrt zurück hab ich hauptsächlich mit dem Versuch zu
schlafen verbracht, Jakob mit dem Versuch seine restlichen Rubel in Bier
zu versaufen. Er hat sich redlich bemüht…aber am Ende waren immer
noch 2000 Rubel (ca. 70 €) über….
Alles in allem ein sehr beeindruckender Trip zur genau richtigen Zeit. So
schön und so überwältigend ist Moskau wohl nur an einem derartigen
Feiertag. Eine Stadt, die jeder mal gesehen haben sollte.
Ein dickes Danke an Bernhard (
http://litauen.stuffit.at/modules/news/ ... storyid=23) , denn er hat diesen Bericht verfasst.
Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt keine Zeit, und warum 2mal schreiben wenn es doch schon da ist...
Bilder vom Trip findet ihr auch dort im Link.
Grüße
Oliver