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Brillenträger in Russland...

Verfasst: 15 Aug 2006, 19:30
von barthez
was ich immer mal fragen wollte, oft gefragt habe, aber nie eine richtige Antwort drauf bekommen habe.

Aufgefallen ist es mir erst, als mein neuer Freund Dima mir sagte, hör auf, du siehst nie wie ein Russe aus, schon der Brille wegen erkennt man dich von weitem als Deutschen. Brille hab ich dann ausgezogen, aber er meinte, ne, jetzt siehste aus wie ein Ami, laß lieber die Brille an :lol:
Anschließend habe ich wirklich jeden Tag nur auf Brillenträger unter 40 geachtet, in einer fast-Millionenstadt wie Krasnojarsk sind mir da am Tag höchstens 5 Leute begegnet.

Meine Frage jetzt, sehen die wirklich alle so gut, oder habe ich endlich eine Erklärung für die ganzen kaputten Autos? :lol: :wink:

Verfasst: 15 Aug 2006, 19:38
von Paul
Also ich kenne viele russische Brillenträger unter 40 :wink: - aber eher in akademischen Kreisen.

Mir hat mal ein Russe berichtet, daß es als "unmännlich" gelte, eine Brille zu tragen und so eine Sehschwäche öffentlich zuzugeben. Daher wurden wohl früher in der Sowjetarmee auch keine Brillen an Soldaten, die eigentlich eine gebraucht hätten, ausgegeben. Wer also keine private Sehhilfe hatte, mußte in die Röhre schauen.

Verfasst: 15 Aug 2006, 19:52
von Xottabych
Paul hat geschrieben:Mir hat mal ein Russe berichtet, daß es als "unmännlich" gelte, eine Brille zu tragen und so eine Sehschwäche öffentlich zuzugeben. Daher wurden wohl früher in der Sowjetarmee auch keine Brillen an Soldaten, die eigentlich eine gebraucht hätten, ausgegeben. Wer also keine private Sehhilfe hatte, mußte in die Röhre schauen.
Ich habe ähnliches gehört.

Die Erklärung könnte jedoch auch viel einfacher sein: Wenn kein Mensch eine Brille auf hat, dann ist man vielleicht etwas gehemmter, weil man nicht (negativ) auffallen möchte.
Und Brillen, besonders die aus Sowjetzeiten, sind auch meistens alles andere als zierend.

Ansonsten ist auch mein Eindruck, dass ein junger Brillenträger mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein westlicher Ausländer ist.

Verfasst: 15 Aug 2006, 20:11
von Paul
waldmeister hat geschrieben:Wenn kein Mensch eine Brille auf hat, dann ist man vielleicht etwas gehemmter, weil man nicht (negativ) auffallen möchte. Und Brillen, besonders die aus Sowjetzeiten, sind auch meistens alles andere als zierend.
Dieser gesellschaftliche "Druck" könnte allerdings auch seine gute Seite haben: Kaum jemand wird auf die Idee kommen, nur deshalb eine Brille zu tragen, weil er "intelligenter" oder "klüger" aussehen will. (So ist das nämlich meinem Opa, auf Bitten seiner Mutter hin, ergangen. Danach brauchte er wirklich eine Sehhilfe.)

Verfasst: 15 Aug 2006, 20:12
von harald63
Und bei den Frauen kommt dann sicher noch die Mode dazu... Ich habe auch erst ziemlich spät mitbekommen, dass meine Freundin eigentlich halb blind ist. War vielleicht mein Glück :-)

Verfasst: 15 Aug 2006, 20:18
von barthez
Paul hat geschrieben:Also ich kenne viele russische Brillenträger unter 40 :wink: - aber eher in akademischen Kreisen.

Mir hat mal ein Russe berichtet, daß es als "unmännlich" gelte, eine Brille zu tragen und so eine Sehschwäche öffentlich zuzugeben.
Lieber kaputtes Auto als unmämmlich zu sein :wink:
Deshalb auch die Totalstops an der Transsib, also die hochgeklappten Stahlplatten, damit kein Autofahrer die Schranke übersieht :wink:
Was mir ebenso aufgefallen ist, allerdings reine Spekulation und persönliche Empfindung, genauso unmännlich ist ebenso ein regelmäßiger Friseurbesuch und das Tragen von vernünftigen Schuhen.
:D

Verfasst: 16 Aug 2006, 10:03
von Ralph
und jetzt raten wir mal alle auf welchen Photo Blacki zu sehen ist :P

Verfasst: 16 Aug 2006, 10:34
von manuchka
Ich kenne viele russische Mädels, die eine Brille bräuchten. Entweder lösen sie jetzt, wo das geht und halbwegs erschwinglich ist, das Problem mit Kontaktlinsen, oder man erkennt sie an den zusammmengekniffenen Augen, wenn sie zB. in der Metro gucken, zu welchem Ausgang sie müssen. Die Eitelkeit hält sie von der Brille ab.
"Westliche" Brillen fallen in der Tat auf - in Moskau vielleicht jetzt nicht mehr so, aber in Krasnojarsk sicher. Ging mir auch so. In SPB hab ich zB. 2002 meine Brille an der Kasse immer abgesetzt, wenn ich zu "russischen" Preisen in ein Museum wollte. :wink: Hat geklappt. Mit Brille bin ich zB. in der Ermitage gescheitert.

Das mit den Sonnenbrillen stimmt übrigens auch - manchmal hab ich so den Eindruck, man kopiert in Russland bzw. Moskau gern die westlichen "letzten Schreie", aber hängt allen sogenannten Trends 1 bis 2 Saisons hinterher (ich bin übrigens auch so ein Spezi, der sich immer erst mit etwas anfreunden kann, wenn es für den Rest schon wieder "out" ist, aber macht mir nix). Die "Arschgeweihe" sind jetzt auch hier total angesagt, ich verzichte da immer noch gern drauf.

Manu

Verfasst: 16 Aug 2006, 11:41
von harald63
manuchka hat geschrieben: [...]manchmal hab ich so den Eindruck, man kopiert in Russland bzw. Moskau gern die westlichen "letzten Schreie", aber hängt allen sogenannten Trends 1 bis 2 Saisons hinterher [...]
Was Musik anging, hatte ich manchmal den Eindruck, man arbeitet gerade die letzten 40 Jahre nach und ist gerade bei Mitte/Ende der Achtziger... Ist aber rein subjektiv.

Verfasst: 16 Aug 2006, 12:14
von 7punkt
Na ich trage meine Brille auch net ständig: auf der Arbeit sowieso und ja wenn es um wichtige Dinge geht auch (na und im Kino, beim Fernsehgucken etc.)..sonst setze ich die immer ab...weiss net, vielleicht hab ich net Recht, aber meine Augen erholen sich nach dem langen Tag nur, wenn die Brille ab ist :roll: Ich überleg mir gerade, ob ich mir Kontaktlinsen besorgen soll :roll:

Und Sonnenbrille mag ich gar net: fühle mich dann völlig blind :lol: