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Fernbeziehung
Verfasst: 20 Aug 2006, 18:37
von Elja
Hallo liebe Leute,
mich würde mal interessieren, ob einige von Euch Erfahrungen zum Thema "Fernbeziehung" haben. Falls ja: Wie lange dauerte denn bei Euch die Fernbeziehung (bzw wie lange geht sie bisher schon)? Was kam nach der Fernbeziehung: Zusammenziehen, Trennung, oder Hochzeit?
Was sind die Vorteile an einer Fernbeziehung, was die Nachteile?
Ich vermute ja, dass ich hier, was die Lebensdauer meiner Fernbeziehung angeht, die Rekordhalterin bin!

Und für mich persönlich kann ich sagen: Mir geht diese Tatsache momentan grade so auf die Nerven!!!!!!!!!!!!!

:(
PS: Mein Freund hat vorhin am Telefon gesagt, wenn ich schlechte Laune habe, dann soll ich einfach etwas im Forum schreiben... Daher das Posting. Vielleicht hilft es ja - falls es jemanden gibt, dem es noch schlechter ging / geht als mir...

Verfasst: 20 Aug 2006, 19:11
von werner
Hallo, Mädchen mit der schlechten Laune
meine Fernbeziehung ging von 1989 bis 1992 ( Weihnachten ).
Dann habe ich ihr ( Moskwitschka ) beim zweiten Besuch in Dresden, einen
Heiratsantrag gemacht. Was ich heute für normal finde, war früher mein Wunschtraum - mit ihr zusammenzuleben.
Man muss es sich heute immer noch vor Augen führen, diese Trennung in
Form von Zeit und Welten... Grauenhaft !
Liebe Grüsse von Werner
Verfasst: 20 Aug 2006, 20:31
von Elja
Hallo Werner, danke für Deine Antwort! Ja, es ist echt nicht leicht... Mein Freund lebt inzwischen zwar nicht mehr in Russland, sondern "nur" 100 km entfernt. Das ist natürlich besser als damals, als er noch in Russland wohnte, aber trotzdem nicht schön...
Verfasst: 20 Aug 2006, 21:58
von zimdriver
Es gab mal hier einen Beitrag von einer Frau Schluchtmann (wie sich herausstellte, nicht der "echten"), der sich diesem Thema widmete.
Ich kann nur aus eigenem Erleben mitteilen, daß ich niemandem, NIEMANDEM, rate, auf Dauer eine Fernbeziehung in Erwägung zu ziehen. Wir waren auch sicher, daß für 3 Jahre einmal monatlich ein Wochenende ausreichen würde. Reichte nicht, wie ich eines Tages in Berlin erfuhr.
Ich bin inzwischen wieder glücklich, wünsche aber Keinem diese Erfahrung. Lebt zusammen, sobald es geht! Gelegenheit macht (L)(D)iebe.
Gruss zum Sonntagabend!
Verfasst: 20 Aug 2006, 23:15
von Uwe
"nur" 100 km entfernt
Ich kenne in Deutschland viele, die einen längeren Weg zur Arbeit haben.
Gruß
Uwe
Verfasst: 21 Aug 2006, 08:14
von Zejtnot
Mein Maximum war ein Jahr, dann ging es schief. Trotz fast wöchentlichem Sehen.
Gute Laune auf Abruf (also am Wochenende) kann keiner jahrelang haben!
Verfasst: 21 Aug 2006, 12:53
von Xottabych
Zimdriver hat geschrieben:Gelegenheit macht (L)(D)iebe.
Ja.
Ich finde allerdings, es ist im Endeffekt egal, ob die Trennung über 3000km oder nur 100 km ist. Wenn eine Beziehung wegen Untreue in die Brüche geht, weil der Partner "jemand Anderen" gefunden hat, dann hat das mit der Entfernung an sich ursächlich nichts zu tun. Ich würde sagen, es ist mangelnde Leidensbereitschaft zum Erhalt der Partnerschaft.
Räumliche Entfernung ist da keine Entschuldigung. Wer durch Trennung in einer Fernbeziehung in Versuchung geführt wird, der wird sowieso früher oder später anfangen zu zweifeln, sobald die Beziehung in eine andere Krise geraten sollte, z.B. durch Krankheit von Angehörigen, Arbeitslosigkeit, Zeitmangel durch beruflichen Stress...
Eine rationale Einschätzung (das Herz sagt natürlich anderes): Eigentlich sollte man eine Fernbeziehung sofort beenden, sobald es anfängt zu kriseln; wobei ich damit meine, man sollte entweder so bald wie möglich zusammenziehen, oder wesentlich sinnvoller: Man sollte klar zu verstehen geben, dass eine Fortsetzung nur dann Sinn macht, wenn keinerlei Zweifel bleiben.
Übrigens bin ich mittlerweile der Meinung, dass langfristige Beziehungen eher Kraft rauben als Kraft geben, wenn man noch nicht sesshaft geworden ist. Ohne Partner zu leben ist unter solchen Umständen einfacher.
Verfasst: 21 Aug 2006, 13:50
von Elja
waldmeister hat geschrieben:Eigentlich sollte man eine Fernbeziehung sofort beenden, sobald es anfängt zu kriseln; wobei ich damit meine, man sollte entweder so bald wie möglich zusammenziehen, oder wesentlich sinnvoller: Man sollte klar zu verstehen geben, dass eine Fortsetzung nur dann Sinn macht, wenn keinerlei Zweifel bleiben.
Übrigens bin ich mittlerweile der Meinung, dass langfristige Beziehungen eher Kraft rauben als Kraft geben, wenn man noch nicht sesshaft geworden ist. Ohne Partner zu leben ist unter solchen Umständen einfacher.
Hallo Waldmeister! Was meinst Du mit "wenn keinerlei Zweifel bleiben"? Zweifel an der Treue? An der Beziehung an sich? Und wie soll man alle Zweifel grundsätzlich beseitigen?
Darin, dass diese Art der Beziehung sehr viel Kraft raubt, stimme ich Dir völlig zu. Und weil das so ist, denkt man manchmal darüber nach, ob es das alles wert ist... Und hat dann ein schlechtes Gefühl, weil grade solche Gedanken ja von fehlendem Durchhaltevermögen und fehlender Opferbereitschaft und damit von Egoismus zeugen...
Verfasst: 21 Aug 2006, 14:14
von Zeppelin
Elja hat geschrieben:...Und hat dann ein schlechtes Gefühl, weil grade solche Gedanken ja von fehlendem Durchhaltevermögen und fehlender Opferbereitschaft und damit von Egoismus zeugen...
Und genau das Päckchen sollte man sich m.E. nicht aufladen, wenngleich man wohl immer selbst entscheiden muss, wo die Prioritäten liegen. Eine Beziehung aus Aufopferung und in der Hoffnung auf "Entlohnung" dafür wäre zumindest mir ein Grauen.
Fraglich ist eben, welche Rolle einerseits die physische Nähe spielt und ob sich andererseits nicht noch andere Faktoren als nicht gar so tragbar erweisen, wie es am Anfang erscheint.
lG
Zeppelin
Verfasst: 28 Aug 2006, 12:18
von Xottabych
Elja hat geschrieben:Hallo Waldmeister! Was meinst Du mit "wenn keinerlei Zweifel bleiben"? Zweifel an der Treue? An der Beziehung an sich? Und wie soll man alle Zweifel grundsätzlich beseitigen?
Hallo Elja,
hoffentlich hat der Frust sich inzwischen gelegt?
Totzdem noch kurz dazu...
Ich wollte sagen: Durch Zweifel des Einen werden Zweifel des Anderen geweckt (dabei spielt es für mich keine Rolle, ob an der Treue oder an der Beziehung an sich. Dies bedingt sich wohl gegenseitig, denke ich).
Ich meine, wenn Du das Gefühl hast, Dein Freund verliert das Interesse an Dir, dann sollte er Dir zeigen, dass dem nicht so ist, und zwar zweifelsfrei. Wenn er das nicht kann, hats wahrscheinlich keinen Sinn mehr (das gilt natürlich auch umgekehrt). Ich denke, die Kraft zum Beenden einer Beziehung muss man schon aufbringen, wenn Zweifeln an deren Sinn nicht beizukommen ist. Zumindest, wenn man den Partner fürs Leben sucht, darf es keine Bedenken geben.
Das sagt sich natürlich sehr leicht, ich weiß. Und nur, weil der Verstand dies für richtig hält, muss es trotzdem nicht unbedingt stimmen. Oft tut man ja auch Dinge, obwohl man sie für falsch hält. Na ja, aber gib vielleicht nicht allzuviel auf meine Worte...Mein Horizont ist, wenn ich Deine bisherigen Beiträge richtig gelesen habe, ziemlich genau der Deine. Ich bin also auch nicht schlauer als Du, Deine Situation kommt mir allerdings bekannt vor.
Aber klar ist schon: Das ist ein unendliches Thema. Zunächst müsste man sich bei Diskussionen über z.B. zum Thema "Treue" darauf einigen, wo Untreue beginnt, und wenn man dann endlich auf einen Nenner gekommen ist: Wieviel Untreue kann man persönlich vertragen etc.
Ich persönlich denke, kein Mensch ist so heilig, dass man ihn/sie nicht näher betrachtren düfte; aber man muss wissen, wo die Grenzen sind.
Schönen Gruß!