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Mal wieder ein Mord an ausländischem Studenten

Verfasst: 25 Sep 2006, 14:11
von Saboteur
Hier die Meldung:

http://www.aktuell.ru/russland/news/ind ... 15880.html

ich finde diese Morde mehr als erschütternd...richtig schlimm! N Bekannter von mir studiert in Moskau Medizin und wohnt im Studentenwohnheim für Ausländer...dort bekommt er natürlich alles mit..und wie ihr euch vorstellen könnt ist die Stimmung unter den Schwarzen und InderInnen mehr als schlecht...

Re: Mal wieder ein Mord an ausländischem Studenten

Verfasst: 26 Sep 2006, 06:37
von Zejtnot
Vor drei Jahren konnte ich mit meinen Freunden aus Kenia und Sri Lanka noch durch Moskau gehen. In Petersburg war es schon krasser, da wurde man alle Nase lang dumm angemacht. Inzwischen scheint es unmöglich. Traurig.

Verfasst: 26 Sep 2006, 09:51
von Dietrich
Das sollte mal alle naselang in Deutschland passieren...

Ich bin letztens auch mit meiner Frau und Kind bei uns in der Siedlung spazieren gegangen. Direkt vor uns lief eine Familie eindeutig asiatischen Ursprungs. Am Rand sassen ein paar Halbstarke. Als die Asiaten an denen vorbeiwaren, machten die hinter den Asiaten her so "Affengeraeusche", also "Uhh Uhhh".... etc...

Ich haette sie ja am liebsten direkt (auf deutsch!) gefragt, ob sie meinen sie seien bessere Menschen nur weil bei Ihnen die Augen etwas runder sind... Aber da es direkt bei uns zuhause um die Ecke war.... und meine Frau da oefter mit dem Kind rumlaeuft, habe ich es dann gelassen.

Aber schlimm fand ich es schon! Die Asiaten haben sich bestimmt nicht wohl gefuelt... obwohl sie eventuell sogar russische Staatsbuerger waren.

Dietrich

Verfasst: 26 Sep 2006, 10:11
von manuchka
Dietrich hat geschrieben:Ich haette sie ja am liebsten direkt (auf deutsch!) gefragt, ob sie meinen sie seien bessere Menschen nur weil bei Ihnen die Augen etwas runder sind... Aber da es direkt bei uns zuhause um die Ecke war.... und meine Frau da oefter mit dem Kind rumlaeuft, habe ich es dann gelassen.
Das ist dann der nächste Punkt - selbst wenn man Zivilcourage zeigen will, muss man sich hier 5mal überlegen, ob es das wert ist oder ob man damit nicht seine eigene Familie oder sich selbst in Gefahr bringt. Es wundert insofern (leider) nicht unbedingt, dass viele Einheimische einfach wegschauen oder weghören, wenn sowas passiert.

Verfasst: 26 Sep 2006, 21:44
von Ragnar Schluchtmann
manuchka hat geschrieben: Das ist dann der nächste Punkt - selbst wenn man Zivilcourage zeigen will, muss man sich hier 5mal überlegen, ob es das wert ist oder ob man damit nicht seine eigene Familie oder sich selbst in Gefahr bringt.
Keine Courage zeigen, bringt Dich dauerhaft in Gefahr. Du verlierst die Achtung vor Dir selbst und machst die Rassisten auf Dauer stark.
Eine schwere Entscheidung, aber notwendig.
Alle duerfen nicht wegsehen.

Verfasst: 26 Sep 2006, 22:42
von Paul
Mal eine ketzerische Frage in den Raum geworfen:

Würde ein Mord als weniger "schlimm" oder "erschütternd" empfunden, wenn das Opfer nicht ein indischer, sondern ein (ethnisch-) russischer Student gewesen wäre?

[kristall]

Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Eine schwere Entscheidung, aber notwendig. Alle duerfen nicht wegsehen.
Du könntest, gewissermaßen als ersten Schritt, z.B. beim nächsten Forumstreffen in Moskau Nahkampfunterricht geben. :box:

8)

Verfasst: 26 Sep 2006, 23:42
von Saboteur
Paul hat geschrieben:Mal eine ketzerische Frage in den Raum geworfen:

Würde ein Mord als weniger "schlimm" oder "erschütternd" empfunden, wenn das Opfer nicht ein indischer, sondern ein (ethnisch-) russischer Student gewesen wäre?
solch eine Frage ist natürlich nicht ganz fair und das weißt du bestimmt auch...ein Mord ist für mich immer Mord...besonders schlimm ist jedoch wenn er aus dem niederen Beweggrund des Rassismus begangen wurde...ich kenne die genauen Umstände nicht...aber ich gehe davon aus dass es so war! Im Gegensatz zum Mord zur Befriedigung des sexuellen Triebes resultiert ein Mord aus rassistischen Motiven doch aus derart menschenverachtenden Grundeinstellung die ich mir nicht vorstellen und auch nicht erklären kann...

Verfasst: 27 Sep 2006, 10:13
von manuchka
Saboteur hat geschrieben:Im Gegensatz zum Mord zur Befriedigung des sexuellen Triebes resultiert ein Mord aus rassistischen Motiven doch aus derart menschenverachtenden Grundeinstellung die ich mir nicht vorstellen und auch nicht erklären kann...
Ach, die Grundeinstellung für einen Mord zur Befriedigung des sexuellen Triebes kannst du dir also vorstellen und erklären? Ein Vergewaltiger handelt also weniger menschenverachtend als ein Rassist? Das heißt, in deinen Augen ist ein Mord an einer Frau, die vorher erst noch vergewaltigt wird, weniger schlimm als ein rassistischer Mord?
Diese Meinung verstehe ich überhaupt nicht. Ich habe nichts übrig für Rassismus, aber wenn man sagt, es ist menschenverachtender, einen Ausländer umzubringen, weil er eine andere Hautfarbe hat, als eine Frau umzubringen, weil sie einem Typ mal eben als Triebbefriedigungsobjekt dienen musst... das ist doch... na, da fehlen mir die Worte, und ich will ja keinen beleidigen. Ich hoffe ernsthaft, du hast dich nur falsch ausgedrückt.

Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Keine Courage zeigen, bringt Dich dauerhaft in Gefahr. Du verlierst die Achtung vor Dir selbst und machst die Rassisten auf Dauer stark. Eine schwere Entscheidung, aber notwendig. Alle duerfen nicht wegsehen.
Nee, alle nicht, aber wenn jemand wie Dietrich in der Nähe seiner Wohnung mit Frau und Kind rumläuft, dann hat er sich schon Gedanken zu machen, ob er mit einer mutigen Hilfsaktion nicht vielleicht Frau und Kind, die dort täglich spazieren gehen, in Gefahr bringt. Und da ist es selbstverständlich, dass das Interesse am Schutz seiner Familie das Interesse zur Verteidigung eines Fremden überwiegt. Wenn diese Halbstarken seiner Frau auflauern, wenn Dietrich auf Arbeit ist, und ihr aus Rache irgendwas tun, würde Dietrich sich und seine Zivilcourage 100fach verfluchen, und das ginge dir ganz genau so. Man muss also immer die jeweilige Situation betrachten und nicht pauschal sagen: "Hätteste mal, ist schwer, aber notwendig."

Verfasst: 27 Sep 2006, 10:16
von Xottabych
Paul hat geschrieben:Mal eine ketzerische Frage in den Raum geworfen:

Würde ein Mord als weniger "schlimm" oder "erschütternd" empfunden, wenn das Opfer nicht ein indischer, sondern ein (ethnisch-) russischer Student gewesen wäre?
Nicht, dass ein Mord nicht grundsätzlich Erscgütterung hervorrufen würde. Wie Saboteur bereits geschrieben hat: Die Motivation ist hier das Schockierende.
Wobei... nein. Mich erschreckt eigentlich eher, dass es diese Erscheinung bereits so lange in Russland gibt, ohne dass sich irgendetwas ändert.
Paul hat geschrieben:
Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Eine schwere Entscheidung, aber notwendig. Alle duerfen nicht wegsehen.
Du könntest, gewissermaßen als ersten Schritt, z.B. beim nächsten Forumstreffen in Moskau Nahkampfunterricht geben.
Warum so zynisch? :wink: