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Bankkonto in Russland = Kompliziert hoch 3??

Verfasst: 05 Okt 2006, 00:35
von maladietz01
Hallo Leute!

Ich hoffe ihr könnt mir mit ein paar Tipps helfen:

Ich war vorige Woche samt Frau in Moskau - neben Besuch bei Schwiegermuttern & Co. standen einige recht erfolgreiche Geschäftsbesprechungen an.

Kurz und gut: Unsere Firma in Österreich erhält jetzt Zahlungen von russischen Kunden, für diesen Zweck möchte ich gerne zur Vereinfachung der Dinge ein Bankkonto in Russland anlegen. Spaziere ich also in die Raiffeisenbank Moskau, halte eine Ansprache und bekomme dann tags drauf mitgeteilt: Unter 5 Mio. Dollar Umsatz jährlich machen wir kein Firmenkonto und basta. Ich drauf: Das kanns ja wohl nicht sein, ist ja eine österreichische Bank? Jaja, sorry aber wir arbeiten hier nach russischen Regeln. Dann bekomm ich ein E-Mail mit 1,5 MB Anhang, aha ein Antragsformular samt Belehrung - die gesamte Prozedur dauert mehrere Wochen bis Monate. So lange habe ich aber nicht Zeit meine Damen und Herren.

Kann mich mal jemand von euch hier kurz aufklären ob dies ein Einzelfall ist und kurz das russische Bankenwesen und dessen Gepflogenheiten erklären? Ich bin zwar bisher von Moskau einiges gewohnt aber mehrere Wochen bis Monate für ein einfaches Habenkonto? Oder war ich einfach bei der falschen Bank?

Danke für eure Tipps!

Wolfgang

Re: Bankkonto in Russland = Kompliziert hoch 3??

Verfasst: 05 Okt 2006, 08:18
von Zejtnot
Also mein Arbeitgeber hat ein Konto bei der Novosibirskvneshtorgbank (schöner Name, nicht?) - denen war der Jahresumsatz auch piepegal. Die Kontoeröffnung ging auch problemlos, soviel ich weiß! Frag also mal bei der Vneshtorgbank24, die in Moskau ansässig ist.

Die Vneshtorg ist die halbstaatliche Außenhandelsbank und bei Auslandsgeschäften auch nicht unerfahren.

Sicher ist vieles kompliziert und gewöhnungsbedürftig mit russischen Banken. Aber deine Schilderung ist schon etwas arg. Würde ich auch mal der Raiffeissenbank in Österreich (zu denen die russische Version gehört) melden! Kann ja wohl nicht sein!

Verfasst: 05 Okt 2006, 10:26
von manuchka
Bei der International Moscow Bank ist der Jahresumsatz auch egal. Ich mag die Bank nicht besonders, aber ich hatte nur mit ihr zu tun, und vielleicht sind alle anderen in Russland auch nicht anders. Da kann man jedenfalls auch als Ausländer problemlos Firmenkonten eröffnen, wenn man die entsprechende Berechtigung dazu hat (sei es als Geschäftsführer oder per Vollmacht). http://www.imb.ru (Ich hätte ja nie gedacht, dass ich für die mal Werbung mache...)

Verfasst: 05 Okt 2006, 10:38
von Zejtnot
manuchka hat geschrieben:Ich hätte ja nie gedacht, dass ich für die mal Werbung mache...
Oh ja, ging mir bei meinem Posting genauso! 8)

Russisches Bankensystem...

Verfasst: 05 Okt 2006, 11:25
von maladietz01
Hallo Leute,

danke für eure Antworten. Habe mal die Webseite samt Tarifen von der IMB studiert, die Kontoführungsgebühren sind aber auch nicht von schlechten Eltern. Vielleicht täuscht mich das Gefühl aber irgendwie wäre mir eine Westeuropäische Bank mit Sitz in Russland doch lieber. Lasse mich von euch aber gerne eines besseren belehren.

Lt. Raiffeisenbank Moskau müssen wir unser Unternehmen in Russland doch irgendwie offiziell registrieren, kann das wirklich sein?

Hier ein Auzug der Mail:
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I would like to draw you attention to the fact that before opening of the account your company should receive a certificate of registration with the Russian tax authorities (form 2402 IM) issued by the Russian tax inspectorate with which the Bank is registered (original for each account). The procedure of registration of a non-resident company with the Russian tax authorities takes up to 3 weeks.
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Wenn ich mir den Bürokratieaufwand so ansehe frage ich mich wirklich ob das Sinn macht. Ziel wäre eigentlich nur meinen russischen Kunden die Transfergebühren zu ersparen. Was meint ihr?

Danke für eure Meinung!

Wolfgang

Re: Russisches Bankensystem...

Verfasst: 05 Okt 2006, 12:02
von Zejtnot
maladietz01 hat geschrieben:Wenn ich mir den Bürokratieaufwand so ansehe frage ich mich wirklich ob das Sinn macht. Ziel wäre eigentlich nur meinen russischen Kunden die Transfergebühren zu ersparen. Was meint ihr?
Also ich würde sicher auch keine Millionen auf einem russischen Konto liegen lassen - aber prinzipiell vertraue ich den großen (!) Banken. Die Vneshtorg hat zum Beispiel Anteile an EADS (Airbus) gekauft - ist also prinzipiell anerkannt in Europa.

Problematisch sind nur diese tausenden Kleinstbanken.

Meine Frage: Wie wollt ihr dann das Geld nach Europa bekommen? Informiert Euch vorher, ob Ihr dann ggf. wieder irgendwelche Dokumente nachweisen müsst, die diese Transaktion legitimieren. Kann passieren - russische Banken sind mit Ausländern sehr pingelig und sichern sich x-mal ab.

Die Kontoeröffnung sollte aber kein Problem sein. Wenn physische ausländische Personen ein Konto eröffnen können, dann der Logik nach auch juristische. (Sagt man im Deutschen "physische Person"? Vergesse gerade wieder meine Muttersprache ...)

Übrigens, es ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs. Mein Arbeitgeber muss für jede Transaktion an mich nachweisen, warum er das macht: Lohn - Arbeitsvertrag. Dienstreise - Anordnung der Dienstreise. Steuerrückzahlung - Steuerbeleg. ... Sonst überweist die Bank nicht.

Verfasst: 05 Okt 2006, 12:03
von manuchka
Maladietz mir ist jetzt erst aufgefallen, dass du ein Konto für eine ausländische Firma, die auch im Ausland sitzt, eröffnen willst. Ich dachte, du machst hier eine Tochterfirma auf und suchst für die eine Bank...

Lass es lieber sein. Du machst dir viel Arbeit und einen Haufen Stress, nur um deinen Kunden ein paar Dollar zu sparen - nee, das lohnt sich nicht, wirklich, da zahlst du nur drauf, egal ob Geld oder Nerven, denn wenn du dann das Geld nach Österreich holen willst, zahlst du die Überweisungsgebühren. Lass es. Sollen sich deine Kunden mit ihren russischen Banken rumärgern, aber du nicht.

Re: Russisches Bankensystem...

Verfasst: 05 Okt 2006, 12:35
von Saboteur
Zejtnot_ hat geschrieben:Wenn physische ausländische Personen ein Konto eröffnen können, dann der Logik nach auch juristische. (Sagt man im Deutschen "physische Person"? Vergesse gerade wieder meine Muttersprache ...)
Ich glaube das schimpft sich natürliche Person...kann das sein?!

Verfasst: 05 Okt 2006, 12:39
von manuchka
Saboteur, stimmt.