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Privatkonto in Moskau

Verfasst: 05 Okt 2006, 19:06
von Rotech
Hallo, ich wollte diese Frage nicht in dem anderen Posting stellen, da es dort um Firmenkonten ging. Meine Frage, da ich ab 27.12.06 in Moskau bin, was ist besser Konto in D zu lassen, es komplett aufzulösen, die Geldmenge in bar auf ein neues Konto bei einer Bank in Moskau einzuzahlen, oder die hälfte auf ein rus. Konto zu legen. Dieses Konto soll ab 01.01.07 als Gehaltskonto fungieren, oder soll ich es mir nach D überweisen lassen, das Gehalt meine ich?? Bin z.Z. bei der Sparkasse.

Danke für die Tipps im Vorraus

abb

Verfasst: 05 Okt 2006, 19:26
von Rotech
ha...die Hälfte vergessen, gibt es Valutakonten in der RF, oder anderst gefragt, gibt es Konten die in Euro / UDS laufen? Wie sind die Schwankungen zwischen Euro und Rubel, ok das bekomme ich vieleicht über google raus..........
Um die Frage noch einmal eindeutig zu stellen, soll ich mir mein Gehalt in Euro oder in Rubel auszahlen lassen?

Danke für die Info

abb

Verfasst: 06 Okt 2006, 02:11
von werner
Zu klären wäre die Frage, kommst Du später nach Dt. zurück ?
Jede Bank ist verpflichtet, ihrem Kunden aller 30 Tage den
Kontoauszug zuzuschicken, dann ist eine dt. Adresse notwendig.

Nach meinen Infos ist es möglich in Russland ein Valutakonto zu führen.
Ich würde meinen Lohn nicht von Russland nach Deutschland überweisen lassen, viel zu teuer !

LG. Werner

Verfasst: 06 Okt 2006, 07:28
von Zejtnot
Den Rubelkurs der letzten Jahre kannst Du bei der Zentralbank nachverfolgen: http://www.cbr.ru/currency_base/dynamics.asp Du wirst sehen, dass er sehr stabil ist. 2002 waren Euro und Dollar beide bei 1:28 - der Dollar ist mehr oder weniger so geblieben, der Euro inzwischen etwas mehr wert. (Russland orientiert sich aber mehr am Dollar, der Ölwährung.)

Dein Lohn darf ein russischer Arbeitgeber nur in Rubel auszahlen. Auch wenn Du faktisch einen westlichen Arbeitsvertrag hast, wirst Du noch einen russischen unterschreiben müssen, in welchem ein Rubellohn fixiert wird. Dieser Arbeitsvertrag wird als Kopie bei der Bank hinterlegt - denn sie müssen alle Überweisungen an Dich prüfen (Steuerrecht!).

Ich persönlich habe zwei Konten. Ein deutsches für größere Ausgaben und zum Sparen (mit Zinsen) und ein russisches für die lokalen Bedürfnisse (mit "Service" vor Ort).

Mein Lohn geht auf das russisch, denn das ist für den Arbeitgeber leichter zu überweisen. Ich habe je eine russische Maestro- und eine MasterCard-Karte. Wenn Geld übrig bleibt, habe ich zwei Varianten: A - ich überweise es quartalsweise auf mein deutsches Konto (20 Dollar pauschal). B - ich ziehe mit der Maestro beim nächsten Deutschlandurlaub am Automaten (4 Euro).

Ein Valutakonto ist möglich, macht aber nur Aufwand. Denn das wird eine Art Schattenkonto - denn alle Transaktionen müssen in Rubel laufen! Also muss erst umgetaucht werden, dann wird überwiesen oder abgehoben. (Auch wenn man Dollar will, kann man nicht direkt Dollar abheben sondern muss über Rubel gehen.)

Prinzipiell muss man bei den meisten russischen Konten noch unterscheiden: Echte Konten (zum Sparen, Überweisen, Geld anlegen) und Kartenkonten (als Konto im Hintergrund einer Kredit- oder Geldkarte, aber mit beschränkten Transaktionsmöglichkeiten). Eine Mischung hat kaum eine Bank - man muss immer hin- und herschieben. Alles etwas nervig, aber handhabbar.

(@Werner: Beim deutschen Konto habe ich die Kontoauszüge abbestellt, lade sie mir online als PDF herunter.)

Verfasst: 06 Okt 2006, 10:19
von manuchka
Rotech - behalte auf jeden Fall erst mal ein deutsches Konto. Zum einen wirst du ja noch Ausgaben in Deutschland haben (Versicherungen o.ä.), zum anderen kannst du das später immer noch auflösen, wenn du merkst, dass du es nicht brauchst. Falls du noch kein online-banking hast, würde ich das jetzt beantragen, dann kann du online Überweisungen machen und Kontoauszüge abrufen, die werden bei der Sparkasse in diesem Fall nur dann zwangsverschickt, wenn du mehr als 35 Tage lang den Auszug nicht angeklickt hast. Solltest ihnen am besten eine Kontaktadresse in Deutschland hinterlassen.

Zum Konto in Russland:
Ich habe über meinen Arbeitgeber ein reines sogenanntes Kartenkonto eröffnet bekommen, man kann auswählen, welche Art Kreditkarte man dazu haben will. Ein Kartenkonto ist eigentlich sowas wie ein elektronischer Sparstrumpf. Du kannst es mit Geld auffüllen und Geld abheben, aber keine Überweisungen machen.

Ich habe dann selbst noch ein laufendes Rubelkonto und ein laufendes Eurokonto eröffnet. Zwischen denen kann man Geld zum internen Bankumrechnungskurs hin- und herschieben und von diesen Konten kann man auch Überweisungen machen (vom Eurokonto werde ich nach Deutschland Euro überweisen, muss also nicht über Rubel gehen - das ist ja der Sinn der Sache!) und das Kartenkonto auffüllen. Vom Kartenkonto kann man umgekehrt leider kein Geld auf die laufenden Konten übertragen, man muss es abheben, ggf. umtauschen und auf eins der laufenden Konten einzahlen. Ich überlege, ob ich mein laufendes Rubelkonto als Gehaltskonto angeben soll, aber dann muss ich immer Geld von da auf das Kartenkonto schieben, damit ich rankomme.

Soweit ich weiß, hat die Citibank eine Karte für alle deine laufenden Konten (Rubel, Euro, ggf. noch Dollar), und du kannst am Automaten aussuchen, von welchem Konto du abhebst - an vielen kann man auch Dollar und Euro abheben. Ich weiß nicht, ob das bei meiner Bank auch so ist, oder ob z.B. ich für das Eurokonto eine extra Karte beantragen müsste. Ich muss aber jedenfalls Geld von den jeweiligen Konten auf das Kartenkonto verschieben, sonst kann ich es nicht abheben.

Am besten, du gehst in Moskau mal zu einer Bank oder mehreren und lässt dir das da erklären. Plan Zeit ein. Die Amis, die ich kenne, schimpfen übrigens immer über die Citibank, ich mag meine IMB auch nicht, aber die Raiffeisenbank soll ganz gut sein. Da sind natürlich die Gebühren höher, ist schließlich eine 100% ausländische Tochter, aber bei Privatkonten geht es eigentlich.

Verfasst: 06 Okt 2006, 10:36
von Zejtnot
Genau, ich gebe Manu absolut Recht: Ein deutsches Konto mit Onlinebanking halte ich auch für unabdingbar. Schon allein, um mal einem Freund etwas zu überweisen, wenn notwendig. Dann will man ja nicht gleich 20 Euro für eine Auslandsüberweisung zahlen.
manuchka hat geschrieben:Ich habe über meinen Arbeitgeber ein reines sogenanntes Kartenkonto eröffnet bekommen, man kann auswählen, welche Art Kreditkarte man dazu haben will. Ein Kartenkonto ist eigentlich sowas wie ein elektronischer Sparstrumpf. Du kannst es mit Geld auffüllen und Geld abheben, aber keine Überweisungen machen.

... Vom Kartenkonto kann man umgekehrt leider kein Geld auf die laufenden Konten übertragen, man muss es abheben, ggf. umtauschen und auf eins der laufenden Konten einzahlen.
Bei der Vneshtorgbank kann man auch innerhalb Russlands vom Kartenkonto aus überweisen. Man muss dafür jedoch persönlich in der Bank vorbeischauen und unterschreiben. (Innerhalb einer Stadt kostet es 12 Rubel, außerhalb 1 Prozent.) Dementsprechend kann ich auch problemlos vom Kartenkonto auf ein "richtiges" überweisen - was ja bei Dir, Manu, nicht geht.

Was nicht funktioniert: Auslandsüberweisungen vom Kartenkonto.

Verfasst: 06 Okt 2006, 14:53
von werner
Sehr konkrete Antworten und eine gute Hilfe !
Wenn Ihr Onlinebanking ( dt. Konto ) von Russland aus macht, schickt
die Dt. Bank die Tan - Liste Euch auch nach Russland ?

LG. Werner

Verfasst: 06 Okt 2006, 15:01
von manuchka
Werner, ich hab eine frische Liste mitgenommen. Die reicht relativ lange. Sie würden sicher auch eine hierher schicken, aber will ich riskieren, dass die unterwegs verloren geht und jemand anders meine Zahlen kriegt?

Verfasst: 06 Okt 2006, 15:05
von Zejtnot
werner hat geschrieben:... schickt die Dt. Bank die Tan - Liste Euch auch nach Russland?
Hilfe, nein, natürlich nicht! Die gehen an die Adresse meiner Eltern, welche sie dann wiederum dem nächsten Novosibirsker Deutschen mitgeben, der in Deutschland weilt. Der neue Block wird ja meist rechtzeitig zugeschickt ...

Einige Freunde haben sich ihre TAN-Liste auch schon einscannen lassen und in einer passwortgeschützten ZIP-Datei schicken lassen. Nicht optimal, aber auch machbar.