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RB Eurasia 16: Ulan-Bator - Erlian

Verfasst: 22 Okt 2006, 14:03
von Helmut Uttenthaler
Samstag 27. August 2005


Um 6 Uhr stehen wir heute auf. Nach Morgentoilette und Frühstück verlassen wir gegen 7 Uhr das UB Guesthouse und fahren mit dem Taxi zum Bahnhof.

Eine knappe Stunde vor der Abfahrt sind wir schon dort, der Zug ist noch nicht bereitgestellt. Am Hausbahnsteig sind aber schon etliche Fahrgäste versammelt.

Morgenstimmung am Bahnhof von Ulan-Bator:
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Schliesslich wird dann unser Zug bereitgestellt:
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Das ist der Fahrplan für die 1561 Kilometer bis Peking:

+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Bahnhof | Ankunft | Abfahrt | Zug |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+
| Ulan-Bator | | 8:10| 24 |
| Chojr | 12:30| 12:45| |
| Sajn-Sanda | 15:55| 16:30| |
| Dsamin-Ude | 20:05| 21:35| |
| Erljan | 21:00| 0:42| |
| Cszininnan | 5:15| 5:28| |
| Datong | 7:14| 7:22| |
| Chjancszyakounan | 9:49| 9:58| |
| Kanchjuan | 11:33| 11:53| |
| Nankou | 13:17| 13:30| |
| Peking | 14:31| | |
+-----------------------------------+-----------+-----------+----------+


Neben dem einmal wöchentlich verkehrenden chinesischen Zug 4 von Moskau nach Peking gibt es zwischen Ulan-Bator und Peking in der selben Fahrplantrasse noch Zug 24. Dieser fährt im Winter einmal, im Sommer zweimal wöchentlich.
Die Fahrkarten für diesen Zug sind sehr begehrt, wir haben gehört, dass er bereits für ein ganzes Monat lang ausgebucht sein soll. Viele Touristen versuchen es daher mit Zug 34 (Ulan-Bator – Hohhot, das ist in der Inneren Mongolei in China) und dann weiter mit einem chinesischen Inlandszug. Oder gleich mongolischer Inlandszug bis Zamyn Uud, irgendwie über die Grenze und dann chinesischer Inlandszug Erlian – Peking. Soll angeblich auch viel billiger sein als der direkte Zug. So etwas kommt einem doch bekannt vor, erinnert mich an Vorteilsticket bis Wurschtdorf Grenze und Inlandsfahrkarte ab Ceske Irgendwas...
(siehe http://groups.google.com/group/at.verke ... f0f85a75e3)

Wir sind aber trotzdem froh, dass wir Fahrkarten im vorhinein organisiert haben und so ohne Umsteigen bequem nach Peking fahren können.

Hier übrigens noch mal die Fahrkarte mit allen Komponenten:

MTZ-Kuvert und die Buchfahrkarte:
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Nochmal das Kuvert:
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Bettkarte:
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Bettkartenquittung:
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Fahrkarte:
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Da wir noch nicht gleich einsteigen dürfen, schaue ich mir inzwischen den Zug genauer an:
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Der Speisewagen:
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Die Lok wird angehängt – 2M62 020:
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Made in USSR:
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Beim Ankuppeln:
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Interessant ist hier noch die Kleidung des interessierten Mongolen sowie der Waggonübergang – sieht mir nicht nach Gummiwulst aus.

Noch einmal der Zug in der Morgensonne:
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Ganz kurz schau ich dann noch in den Bahnhof, dort kommt mir noch ein Schliessfach unter, wie man es auch in der ganzen ehemaligen Sowjetunion kennt:
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Schliesslich steigen wir dann ein. Unser Waggon befindet sich im hinteren Zugteil. Der Zug besteht ausschliesslich aus relativ neuen Ammendorf-Waggons. Unserer ist Baujahr 1995. Einen derart gut gepflegten Ammendorf-Waggon habe ich bisher in Russland noch nie gesehen:

Seitengang:
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Unser Abteil:
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Deutsche Waggonbau AG, Werk Ammendorf:
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Florian und ich sind zusammen mit einer Mongolin und ihrer Tochter im Abteil. Letztere fährt nach Peking zur Uni.
Die Mädels habe noch eine Schweizerin im Abteil, die sich furchtbar aufregt, weil sie nicht mit ihrem Freund im gleichen Abteil ist. Tja, Pech, wahrscheinlich zu spät gebucht...

Ausfahrt aus Ulan Bator:
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Vorbei an russischen Yukos-Kesselwagen...
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Schon bald nach Ulan-Bator ist die Landschaft so, wie man sich die Mongolei vorstellt – Grasberge:
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Ein Blick vor zur Lok:
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Die Strecke ist ziemlich gut ausgelastet, fast an jedem Kreuzungsbahnhof (die liegen aber recht weit auseinander) kommt uns irgendein Zug entgegen.
Eine knappe Stunde nach Ulan-Bator kommt uns in einer S-Kurve dieser lange Inlandszug entgegen:
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Weiter geht es...
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Ein kurzes Video:
http://www.youtube.com/watch?v=8hpy0Pv9plc
Leider hört man mehr das Windrauschen als die Schienenstösse...


2M62 mit Güterzug:
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Noch am Vormittag bekommen wir übrigens auch ein Gratis-Essen von der Schaffnerin, das ist offenbar im Fahrpreis inkludiert.

Durchfahrt am Bahnhof Maant:
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Einfahrt in Chojr – erster planmässiger Halt nach Ulan-Bator:
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Die 15 Minuten Aufenthalt nützen wir natürlich für eine Spaziergang am Bahnsteig:
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Ein Gegenzug: 2M62 mit vielen Kesselwagen
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Unsere 2M62:
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Und noch zwei 2M62 bei der Ausfahrt:
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Die Landschaft ändert sich nun langsam. Statt grüner Berge sieht es nun schon sehr steppenartig aus.
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...und das ist jetzt schon eher Wüste – und zwar die Wüste Gobi:
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Wieder ein Güterzug, wieder eine 2M62:
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Weiter geht es durch die Wüste...
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...nach Sajn-Schand:
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Auch hier steigen wir aus. Der Gepäckwagen am Zugschluss:
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Richtig schöne Ammendorf-Waggons:
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Sajn-Schand – eine Stadt in der Wüste:
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Der Bahnhof von der Strassenseite:
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Warteschlange beim Fahrkartenschalter:
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Nochmal unser Zug:
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Markt am Bahnhof:
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2M62 mit Güterzug:
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Nachdem es mittlerweile schon später Nachmittag geworden ist und wir dementsprechend hungrig sind, statten wir nach Sajn-Schand dem Speisewagen einen Besuch ab. Der sieht auch ganz nett aus:
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Für mich auch eine Premiere der besonderen Art, denn erstmals habe ich zu den Stäbchen keine Alternative wie daheim beim Chinesen... aber dafür klappt das Mit-Stäbchen-Essen ganz gut ;-)


Noch ein paar Landschaftsbilder, bevor wir die Grenze erreichen:
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Kurz nach 20 Uhr fahren wir dann in den mongolischen Grenzbahnhof Dzamin Uud ein:
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Hier haben wir eineinhalb Stunden Aufenthalt. Aussteigen dürfen wir wegen der Grenzkontrolle leider nicht. Die Kontrollen an sich sind unspektakulär.

Als wir um 21:35 in Richtung China abfahren, ist es dann schon finster. Für die 10 Kilometer nach Erlian benötigt der Zug 25 Minuten. Ich kann mich jetzt nicht mehr erinnern, ob wir an der Grenze stehengeblieben sind. Wahrscheinlich schon. Die Uhren müssen wir nun um eine Stunde zurückstellen, denn China hat keine Sommerzeit.

Aus anderen Reiseberichten war ich schon darauf vorbereitet, jetzt kann ich das selbst erleben: Als wir in Erlian am Hausbahnsteig einfahren, kommt aus den Bahnhofslautsprechen Marschmusik, wahrscheinlich die chinesische Hymne. Alles ist picobello aufgeräumt und sauber, und das Personal steht in Reih und Glied am Bahnsteig und begrüsst salutierend den Zug...

Nach diesem Spektakel finden die chinesische Grenzkontrolle statt. Auch hier müssen wir wie bei der Einreise in die Mongolei eine Gesundheitserklärung ausfüllen. Die Kontrollen an sich sind aber harmlos.

Nach einer Stunde sind die Grenzer fertig und man dürfte eigentlich aussteigen. Dazu ist aber nur sehr wenig Zeit, denn der Zug wird dann gleich in die Umspurhalle rangiert. Ab hier geht es ja wieder auf vertrautem 1435mm-Gleis weiter.
Die Umspurhalle befindet sich einen guten Kilometer nördlich des Bahnhofes. Der Zug wird auf mehrere Gleise aufgeteilt, es wird recht heftig rangiert.

Einfahrt in die Umspurhalle:
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In der Umspurhalle:
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Die Umspurprozedur an sich läuft wie in Brest oder Tschop ab. Auf diesem kurzen Video werden gerade die Breitspurdrehgestelle von den nachfolgenden Normalspurdrehgestellen unter den Waggons weggeschoben:
http://www.youtube.com/watch?v=WVI1z6vxKWc

Die Drehgestelle werden von einem Seilzugsystem bewegt.
Im Gegensatz zu Brest werden aber – so weit ich mich erinnere – die Kupplungen nicht getauscht.

Nach der erfolgreichen Umspurung wird der Zug zurück an den Hausbahnsteig (hier gibt es offenbar ein Vierschienengleis) rangiert.
Bis zur Abfahrt ist noch eine Stunde oder so Zeit, also können wir noch aussteigen und ein paar erste Schritte auf chinesischem Boden machen. „Überraschenderweise“ geht es auf chinesischem Boden gleich wie daheim, aber es ist doch irgendwie ein besonderes Gefühl, so weit auf dem Landweg gereist zu sein.
Die Temperatur ist mit ca. 25 Grad recht angenehm, das sollte sich dann ab dem nächsten Tag ändern...

Den Bahnhof sehen wir uns natürlich auch genauer an:
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Fahrpreistabelle für den internationalen Verkehr:
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Die Fahrt über die Grenze nach Dzamin Uud kostet im 4er-Schlafwagen (Sitzwagen gibt es nicht) immerhin umgerechnet 5,5 Euro. Nach Moskau kommt man um ca. 150 Euro, was wieder recht günstig erscheint.

Der Bahnhof ist innen sehr sauber und gepflegt:
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Die Zollabfertigungshalle:
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Florian und ich holen uns in der Bar im ersten Stock noch ein erstes chinesisches Bier. Wir haben noch keine Juan, bezahlen daher mit Dollar.

Das Bier trinken wir dann gemütlich am Bahnsteig.

Ein Plakat der chinesischen Eisenbahn:
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Am Bahnsteig:
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Während des ganzen Aufenthaltes kommt übrigens Musik aus den Bahnhofslautsprechern, meist Instrumentalversionen von bekannten Pop-Klassikern.

Eine Viertelstunde vor der Abfahrt begeben wir uns dann in den Zug. Die meisten Mitreisenden haben sich schon schlafen gelegt, es ist ja bereits nach Mitternacht (nach mongolischer Zeit bereits nach 1 Uhr).
Tja, aber so versäumen sie noch das Spektakel bei der Abfahrt: Das Bahnhofspersonal (oder waren es die Grenzpolizisten, bin mir nicht mehr sicher) hat sich wieder am Bahnsteig versammelt, bei jeder Waggontür steht jemand, Blickrichtung zum Zug, salutierend.
Als sich der Zug dann mit entsprechender Musikbegleitung in Bewegung setzt, drehen sich die Leute um 90 Grad nach rechts und schauen in Fahrtrichtung des Zuges, um schliesslich geordnet abzutreten....

Man stelle sich so ein Spektakel z.B. beim EC „Emona“ in Spielfeld-Strass vor...

Damit endet der heutige Tag, mich zieht es nach der Abfahrt in Erlian auch bald ins Bett.

Verfasst: 23 Okt 2006, 13:53
von ein Mann zum verlieben
Danke für die Super-Bilder!

Zwei Dinge habe ich nicht gewusst:

1. Dass die mongolischen Eisenbahnsignale mit russischen identisch sind.

2. Dass die chinesische Eisenbahn andere Spurbreite hat :shock: . Sind es 1435 mm??

Verfasst: 23 Okt 2006, 14:14
von Zejtnot
ein Mann zum verlieben hat geschrieben:Dass die chinesische Eisenbahn andere Spurbreite hat :shock: . Sind es 1435 mm??
Ohne Deiner russischen Seele zu nahe treten zu wollen, aber die "andere" Spurweite hat wohl eher Russland.

China hat sich an den Eisenbahnpionieren in Europa orientiert und anno dazumal die normale 1435er Spurweite gewählt.

Verfasst: 23 Okt 2006, 14:47
von harald63
Zejtnot_ hat geschrieben:
ein Mann zum verlieben hat geschrieben:Dass die chinesische Eisenbahn andere Spurbreite hat :shock: . Sind es 1435 mm??
Ohne Deiner russischen Seele zu nahe treten zu wollen, aber die "andere" Spurweite hat wohl eher Russland.

China hat sich an den Eisenbahnpionieren in Europa orientiert und anno dazumal die normale 1435er Spurweite gewählt.
Warum hat Russland Breitspur gewählt? Wenn man so ein wildes Land erschliessen will, ist doch schmaler billiger, oder?
Oder wollte man nicht, dass ausländische Invasoren per Zug ihren Materialnachschub anliefern können?

Verfasst: 23 Okt 2006, 14:58
von Zejtnot
harald63 hat geschrieben:Oder wollte man nicht, dass ausländische Invasoren per Zug ihren Materialnachschub anliefern können?
Richtig! Die Wikipedia meint dazu: "Die russisch-finnische Breitspur entstand im Zarenreich des 19. Jahrhunderts. Die erfolglose Invasion Napoleons und der verlorene Krimkrieg waren noch nicht vergessen. Daher wählte man eine Spurweite von exakt 5 englischen Fuß (1524 mm), um zu verhindern, dass das russische Schienennetz bei einer Eroberung verwendet werden kann. Der 'kleine Unterschied' von nur 89 mm erwies sich jedoch mehr als ein wirtschaftlicher und technischer Nachteil und kaum als eine wirklich wirksame Verteidigungsmaßnahme."
harald63 hat geschrieben:Wenn man so ein wildes Land erschliessen will, ist doch schmaler billiger, oder?
Warum, weil die Schwellen kürzer sind und das Material billiger wird? Eigentlich sollte man meinen: breiter = stabiler = schneller befahrbar. Bei 9 Zentimeter ist das aber auch nicht wirklich relevant. Fakt ist, dass eine schmalspurige Transsib nicht wirklich effektiv wäre.

Verfasst: 23 Okt 2006, 15:08
von Saboteur
ich hab dazu mal so nen russischen Witz gehört...aber den trau ich mich noch nicht zu posten...ist nicht ganz Jugendfrei!

Verfasst: 23 Okt 2006, 18:42
von Paul
@ Zejtnot: Danke für die Aufklärung, das habe ich mich schon länger gefragt. :wink:


@ Saboteur: Nur Mut! :P

Verfasst: 23 Okt 2006, 18:43
von Rotech
ich habe mal eine techn. Frage, wenn wie auf dem Bahnhof in China erwähnt, zwei verschiedene Spurbreiten genutzt werden, bräuchte man den techn. nur 3 Schienen, statt vier, oder sind das wirklich 4 Schienen? Mich würde auch mal eine Schienenweiche interessieren auf den beide Spuren fahren können, währe nett wenn du sowas als Bild hättest. Aber dieser Reisebericht verfollgt mich bis ins Bett, ich träume auch davon mal sowas zu machen............Hut ab

abb/rotech

Verfasst: 23 Okt 2006, 19:22
von Saboteur
Paul hat geschrieben:@ Zejtnot: Danke für die Aufklärung, das habe ich mich schon länger gefragt. :wink:


@ Saboteur: Nur Mut! :P
Na gut...aber das mir keine Klagen kommen... :oops: :oops: :oops:

Der der die erste Bahn gebaut hat (ein Deutscher der dem russischen nicht so ganz mächtig war) ging zum Zaren (der ja dem Mat nicht abgeneigt gewesen sein soll) und fragt:

Sollen die Schienen genauso so breit sein wie in Europa oder bolshe?
Zar: Na Xyu bolshe!

Und der Ingenieur baute sie eine "Schwanzlänge" breiter! :wink:

Verfasst: 24 Okt 2006, 02:01
von Helmut Uttenthaler
Rotech hat geschrieben:ich habe mal eine techn. Frage, wenn wie auf dem Bahnhof in China erwähnt, zwei verschiedene Spurbreiten genutzt werden, bräuchte man den techn. nur 3 Schienen, statt vier, oder sind das wirklich 4 Schienen?
Es sind vier Schienen. Für ein Dreischienengleis ist der Unterschied zu gering, denn die Schienen sind ja am Fuss (unten) doch recht breit (typische Schienenform siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:MH_Vignolschienen.png, linkes Bild). Die 2. und 3. Schiene wären zu nahe beinander, man könnte die nicht vernünftig auf den Schwellen befestigen.

Daher gibt es ein Vierschienengleis mit versetzt angeordneten Schienen:
Die erste und dritte Schiene sind für eine Spurweite da, die 2. und 4. für die andere:

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Grenzbahnhof Tschop, Ukraine
Mich würde auch mal eine Schienenweiche interessieren auf den beide Spuren fahren können, währe nett wenn du sowas als Bild hättest.
Hmm, was meinst du damit jetzt?

Folgendes kann ich bieten:
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Hier ist im Hintergrund zu sehen, wie zwei getrennte Gleise unterschiedlicher Spurweiten zu einem Vierschienengleis zusammengeführt werden.

Aber dieser Reisebericht verfollgt mich bis ins Bett, ich träume auch davon mal sowas zu machen....
Nur zu! Kann ich nur empfehlen! ;-)

Helmut