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Lebensniveau der Deutschen

Verfasst: 13 Nov 2006, 21:51
von MpaK
Laut Human Development Report leben die Deutschen schlechter als viele ihre Nachbarn. Mögen die Gründe dafür an der Politik des Staates und wirtschaftlichen Situation liegen, oder sind die Deutschen einfach fauler geworden, sodass sie niedrigere Lebensqualität als die korrupten Italiener und die müßigen Spanier haben? Oder liegt es vielleicht an der EU? Bin gespannt was ihr dazu meint.

Quelle:HDR

Verfasst: 14 Nov 2006, 23:32
von Stefan
Ich persönlich bin der Meinung, daß wir, die hier in Deutschland leben, etwas schlechter leben als noch vor zehn Jahren.

Ich denke ein sehr großer Teil liegt eindeutig an der hiesigen Politik. Mehrwehrtsteuererhöhung, Öko-Steuer, Solizuschlag (der sowieso nach fünf Jahren abgeschafft werden sollte) etc. pp.......

Viele haben ihre Arbeit nicht mehr oder es droht die Kündigung, der Kosument hat nicht mehr das Geld wie früher.

Verfasst: 15 Nov 2006, 17:42
von Dietrich
Noch vor 10 oder 20 Jahren haben die Deutschen quasi mehr konsumiert, als sie selber an Werten geschaffen haben. Sie haben Waren, die nur sie fertigen konnten, teuer an das Ausland verkauft und dafuer Waren aus dem Ausland eingekauft, die dort billig produziert werden konnten.
Jetzt holt das Ausland auf und ploetzlich koennen dort auch hochwertige Waren genausogut oder besser (siehe Autos) gefertigt werden. Selbst die deutschen Firmen "lagern" ihre Poduktion aus, weil sie international wettbewerbsfaehig bleiben wollen....
Tja, es wird also Zeit fuer den deutschen Arbeiter auf den Teppich zurueckzukommen. Ein deutscher Fliessbandarbeiter bei VW verdient mehr als sein Kollege bei Toyota. Aber er arbeitet weniger und hat mehr Urlaub. UND! Der Toyota ist das bessere Auto!!

Verfasst: 15 Nov 2006, 18:10
von Kroschka
Der Toyota ist das bessere Auto!!



Also das find ich nicht!

Deutsche Autos sind immer noch die besten! [genau]

Verfasst: 15 Nov 2006, 18:22
von Rotech
Dietrich hat geschrieben:Noch vor 10 oder 20 Jahren haben die Deutschen quasi mehr konsumiert, als sie selber an Werten geschaffen haben. Sie haben Waren, die nur sie fertigen konnten, teuer an das Ausland verkauft und dafuer Waren aus dem Ausland eingekauft, die dort billig produziert werden konnten.
Jetzt holt das Ausland auf und ploetzlich koennen dort auch hochwertige Waren genausogut oder besser (siehe Autos) gefertigt werden. Selbst die deutschen Firmen "lagern" ihre Poduktion aus, weil sie international wettbewerbsfaehig bleiben wollen....
Tja, es wird also Zeit fuer den deutschen Arbeiter auf den Teppich zurueckzukommen. Ein deutscher Fliessbandarbeiter bei VW verdient mehr als sein Kollege bei Toyota. Aber er arbeitet weniger und hat mehr Urlaub. UND! Der Toyota ist das bessere Auto!!

Na ganz so einfach würde ic das nicht sehen. Ich arbeite z.Z in einem Ing.-Büro, Werksverlagerungen ist einer unserer Schwehrpunkte. Es gibt viele Firmen die nach 4 -5 Jahren gerade aus dem europäischen Ausland wieder zurück kommen, weil die Qualität und Quantität hier eine andere ist als z.Bsp. in Polen, Romänien......

Das man auch ziemlich auf die Fr...(Gesicht) fallen kann, sieht man am Bsp. VW ShangShung (China), ein Werk Konkurs, das andere läuft auf Sparflamme........(VW ist nicht der Eigner der Fa. in China, sondern es ist eine Coop-Gesellschaft, wie in China üblich.) Das man leider Gottes viel Know How ins Ausland transferiert nur um die Aktien nach oben zu puschen finde ich ein wenig überheblich von den deutschen Entscheidungsträgern. Das Problem ist, die lernen zu schnell.

Verfasst: 16 Nov 2006, 00:26
von Bephep
Kein Deutscher Arbeiter kann mit Loehnen und Arbeitszeit gegen China konkurieren.

Nebenbei,auch keiner in Russland.Auf Rinka oder Bazar in RU sieht man sehr viel Chinesische Textilien und Waren.

Natuerlich ist vieles in den letzten Jahren falsch gelaufen,VW Arbeiter verdienen wirklich sehr viel ebenso bei Opel.Dadurch sind die Autos teuerer aber nicht besser wie die anderen.

Das grosse Problem ist die Besitzstandwahrung und Kuendigungsschutz,die Unternehmen oennen nicht mehr schnell auf veraenderte Situationen reagieren.
Bei M.A.N,die mit Scania fusionieren wollen,gibt es bis 2012 keine Betriebsbedingte Kuendigungen.

Die meisten Firmen die mit Hochtechnologien ins Ausland gehen,werden das noch bereuen.
Heute steht in der Zeitung das im Hamburger Hafen gefaelschte Markenartikel aus China beschlagnahmt wurden,Wert mehrere Millionen EURO.Der Witz .Die Originalen Markenartikel werden auch in China gefertigt,vielleicht in der gleichen Firma. ?
Nachahmen ist immer billiger als selbst entwickeln.

Verfasst: 16 Nov 2006, 11:58
von Dietrich
Rotech hat geschrieben:[
Na ganz so einfach würde ic das nicht sehen.
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass dies das ganze Problem ist. Aber es trifft einen der Kernpunkte. Dazu kommen dann noch so Dinge wie "Geiz ist geil", "Die neue Unterschicht", etc. etc....

Es sind ja auch nicht nur die von deutschen Firmen ins Ausland ausgelagerten Arbeitsplaetze. Auch die Arbeitsplaetze die die Konsumenten damit "auslagern", dass sie einfach keine deutschen Produkte mehr kaufen!!! Bei vielen Produkten (Elektronik, etc) hat man ja auch schon gar keine Wahl mehr....

Verfasst: 25 Nov 2006, 15:56
von Bart
Hallo,

also erstmal kann man ja genau am ersten Beitrag erkennen, mit welcher Intention solch eine Statistik hier reingewurfen wurde. Der Threadersteller sollte sich aber mal lieber mit der, als absolute Wahrheit angenommenen, Statistik auseinandersetzen und nicht seine eigene Vorurteile darauf projizieren.

Ich zitiere aus dem Bericht:
"The index is not in any sense a comprehensive measure of human development. It does not, for example, include important indicators such as respect for human rights, democracy and inequality."
Und noch ein Zitat zur Datengüte aus dem Bericht:
"As with any index that aggregates data across several areas of achievement, the HDI is subject to constant adjustment in the light of
shifts in statistical reporting systems. In some
cases these shifts can affect a country’s ranking
in either a positive or negative direction, regardless
of underlying performance. This year’s HDI
demonstrates the problem. Several countries
have seen their HDI scores drop not because
of a change in underlying performance, but because
of a change in reporting systems for education."
Vielleicht sollte man sich die Einzelindices mal genauer ansehen:
Deutschland ist u. a. nur auf dem 21. Rang wegen dem Education Index. Dieser berechnet sich laut Report
"The education index measures a country’s relative
achievement in both adult literacy and combined
primary, secondary and tertiary gross enrolment. First,
an index for adult literacy and one for combined gross
enrolment are calculated. Then ese two indices are
combined to create the education index, with
two-thirds weight given to adult literacy and
one-third weight to combined gross enrolment."
Jetzt ist das "tertiary gross enrolment" nirgendwo definiert. Ich gehe mal davon aus, das es der Sekundarstufe II in Deutschland entspricht. Hier sind in Deutschland, wegen des 3-gliedrigen-Schulsystems, natürlich weniger Prozent eines Altersjahrganges, als in anderen Ländern gezählt wurden. Aber ist dadurch die Schulbildung in Deutschland so viel schlechter? Kann man die betriebliche Ausbildung, die es so woanders nicht gibt vernachlässigen?
Außerdem erfährt man nichts über die Universitätsbildung.

Weiterhin sagt z. B. die der BIP-Index des HDI nichts über die Verteilung des Einkommens im Land und damit z. B. die Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge aus. Dazu wieder ein Zitat aus dem Index:
"For example,
the United States, whose citizens are on average
the second richest in the world after Luxembourg,
stands six places lower in its HDI
rank than its income rank. One reason is that
average life expectancy is almost three years less
than in Sweden—
a country with an average income
that is one-fourth lower."
Ich wage z.B. mal zu behaupten, dass die EinkommensUngleichverteilung in den USA größer ist, als auch in Deutschland.

Schließlich sind auch die Absolutwerte in der Spitze des HDI sehr eng zusammen. Was auch im Bericht so angemerkt wird:
"The HDI is a less effective measure of crosscountry
performance at the top end of the
league table."
Der Abstand vom 1 (Norwegen) zu Deutschland (Platz 21) beträgt gerade mal 0,033 Punkte, während der Abstand vom Platz 21 zum Platz 41 0.076 beträgt. Das ist mehr als 2x soviel.
In Ländern mit kleiner oder homogener Bevölkerung lassen sich sicherlich auch einfacher Spitzenplätze belegen (siehe Norwegen, Island, Japan, Schweden, Finnland, usw.)

In einem anderen Index der UNDP ist Deutschland übrigenz auf Platz 18 vor Spanien, Italien und Neuseeland.
Quelle: http://hdr.undp.org/reports/global/2003 ... 7_1_1.html

Schließlich sollte sich der Threadersteller "Russia4Life" mal angucken wo Russland denn in diesem tollen Index steht...

Tschüß Bart

Verfasst: 26 Nov 2006, 00:16
von Zeppelin
Bart hat geschrieben:Hallo,

also erstmal kann man ja genau am ersten Beitrag erkennen, mit welcher Intention solch eine Statistik hier reingewurfen wurde. Der Threadersteller sollte sich aber mal lieber mit der, als absolute Wahrheit angenommenen, Statistik auseinandersetzen und nicht seine eigene Vorurteile darauf projizieren.
...
Das ist ja ein toller Einstiegsbeitrag für einen Neuling. :-(

Zeppelin

Verfasst: 12 Dez 2006, 20:24
von MpaK
Hallo,

also erstmal kann man ja genau am ersten Beitrag erkennen, mit welcher Intention solch eine Statistik hier reingewurfen wurde. Der Threadersteller sollte sich aber mal lieber mit der, als absolute Wahrheit angenommenen, Statistik auseinandersetzen und nicht seine eigene Vorurteile darauf projizieren.
Ich weiß nicht, was du an meinem Beitrag erkannt hast, aber ich wollte eigentlich niemanden provozieren, sondern nur die Meinung der Forumteilnehmer zum Report hören. Und wenn du denkst, dass ich den obengenannten Report mit der absoluten Wahrheit verifiziere, dann liegst du falsch.
Es freut mich natürlich, dass du die Vorurteile anderer Menschen gut erkennen kannst, das sind aber nicht meine.
In Ländern mit kleiner oder homogener Bevölkerung lassen sich sicherlich auch einfacher Spitzenplätze belegen
Ach so. ???
Schließlich sollte sich der Threadersteller "Russia4Life" mal angucken wo Russland denn in diesem tollen Index steht...
Den Grundgedanken deines Beitrags solltest du nicht am Ende, sondern ganz am Anfang schreiben. Damit würdest du etwas mehr Ausdruck in deine Aussagen hineinbringen. Ich hoffe, dass du wenigstens befriedigt bist.