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Versicherungen

Verfasst: 22 Nov 2006, 11:49
von Sternchen
Hallo alle zusammen,

mein Freund (er ist der Deutsche) und ich (bin Russin) moechten heiraten und danach in Russland bleiben. Aber er hat jetzt Sorgen fuer seine Krankenversicherung, Renteversicherung, Alterversicherung etc
Wie haben Sie dieses Problem geloest? Wo zahlen Sie Ihre Renteversicherung? Und Krankenversicherung?

Vielen Dank im Voraus.

Verfasst: 22 Nov 2006, 15:59
von Sternchen
Hat niemand solche Probleme gehabt? :(

Verfasst: 22 Nov 2006, 16:08
von manuchka
Hallo Sternchen,

nun mal nicht so eilig, manchmal dauert es ein wenig, bis jemand Zeit zum Antworten hat. Dein Beitrag ist ja noch nicht mal einen Tag alt.

wie man die Versicherungsprobleme löst, kommt darauf an,
- wo man arbeitet und
- wieviel Geld man hat.

Soweit ich das weiß, ist es so:
Nur, wer bei einem deutschen Arbeitgeber beschäftigt ist, kann seine Versicherungen alle ganz normal weiterlaufen lassen, auch wenn er z.B. für die deutsche Firma in Russland arbeitet.

Wenn man in einer russischen Firma anfängt, "fällt man aus dem deutschen System raus" und muss sich selbst kümmern. Das heißt:
Arbeitslosenversicherung gibt es nicht, denn die kann man nicht selbständig abschließen oder einzahlen.
Die staatliche Rentenversicherung fällt auch weg, man muss private Rentenvorsorge nutzen, wenn man das will und wenn man das Geld dafür übrig hat.
Die deutsche normale Krankenversicherung, wenn es eine gesetzliche KV ist, kann man entweder in eine Anwartschaft umwandeln (was das ist, siehe z.B. hier: http://www.langkau24.de/pkv_lexikon/anwartschaft.html ), oder man wechselt auf den Status eines freiwillig Versicherten (was dumm ist, wenn man sowieso nie in Deutschland ist - man zahlt aber trotzdem jeden Monat den vollen Beitrag), oder man kündigt sie - das hat ein gewisses Risiko, wenn man später wieder nach Deutschland will, weil die Versicherung nicht verpflichtet ist, das ehemalige Mitglied wieder aufzunehmen, und dann muss man sich evtl. privat versichern.
Bei privaten Krankenversicherungen läuft es sicher ähnlich, aber das hängt von der Versicherungsgesellschaft ab, und manche bieten gleich inclusive einen Versicherungsschutz für längere Auslandsaufenthalte.
Für den Auslandsaufenthalt sollte man auf jeden Fall eine Krankenversicherung haben - entweder schließt man eine deutsche Auslandskrankenversicherung ab, oder man selbst oder der russische Arbeitgeber schließt eine freiwillige Krankenversicherung in Russland ab.
Verschiedene andere Versicherungen wie Unfall- oder Haftpflichtversicherung kann man in der Regel weiterlaufen lassen, aber man muss dafür noch eine deutsche Meldeadresse haben, was ein bißchen blöd ist. Das lohnt sich aber nur dann, wenn diese Versicherungen auch Schäden im Ausland abdecken, wo man sich ja hauptsächlich aufhält.

Ich habe einen russischen Arbeitgeber, deswegen habe ich in Deutschland leider keine Arbeitslosenversicherung und keine staatliche Rentenversicherung mehr. Meine Krankenversicherung hatte ich erst auf Anwartschaft umgestellt, habe sie aber inzwischen ganz gekündigt, weil mir das auf Dauer zu teuer war. Ich habe eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung bei der DKV laufen, und meine jetziger Arbeitgeber hat für mich eine russische Krankenversicherung in bestimmtem Wert abgeschlossen - mit der bin ich allerdings an bestimmte Kliniken gebunden, deswegen behalte ich meine DKV auf jeden Fall. Ich habe noch als Student eine kapitalbildende Lebensversicherung als private Altersvorsorge abgeschlossen, aber der monatliche Betrag ist sehr gering und wird nicht fuer eine Rente reichen (seufz). Meine Unfall- und Haftpflichtversicherung (beide gelten auch im Ausland) läuft weiter, das ist jeweils ein nicht so hoher Jahresbetrag, ich habe mich in der Wohnung meiner Eltern gemeldet.

Als Deutscher ist man natürlich an das schöne sichere Sozialsystem mit allen Versicherungen gewöhnt, und am Anfang ist die Vorstellung, dass man da raus muss, nicht so toll. Aber es geht. :wink:

Gruß,
Manu

Verfasst: 22 Nov 2006, 16:57
von Sternchen
Hallo Manu,

vielen Dank fuer die soo ausfuehrliche Antwort.
Mein Mann wird dieses Jahr 57 Jahre alt und darum hat er bestimmte Sorgen fuer seine Rente. Natuerlich hat er jetzt eine gewisse Summe in der Rentekasse. Soll er in Zukunft dieses Geld verlieren wenn er in RUS leben wird? Aber das ist doch SEIN Geld !!!! Er hat lebenslang dieses Geld gespart !!!!

Gestern haben wir uns sogar gestritten :( Ich glaube er hat einfach Angst nach RUS zu kommen. Er will da selbststaendig arbeiten. Jetzt arbeitet er in DE und sein Buchhalter hat ihm gesagt, dass wenn er in RUS leben wird, soll er sowieso jeden Monat ca. 1000 EUR verschiedene versicherungen bezahlen :evil:

Verfasst: 22 Nov 2006, 17:18
von Dietrich
Hallo Sternchen,

ich will dir nicht das deutsche Rentensystem auseinandersetzen, aber "gespart" hat dein Mann garnichts.... Er hat nur sein Leben lang andere deutsche Rentner durchgefuettert und damit jetzt Anspruch auf die gleiche Zuwendung...
Was er jetzt machen kann, um seine Ansprueche nicht zu verlieren oder sich mit weniger zufriedengeben zu muessen, kann ich dir leider nicht sagen.

Ich weiss auch nicht wie alt du bist, aber ich weiss sicher, dass ich mit 57 NICHT mehr nach Russland gehen wuerde. Russland ist fuer einen Deutschen schon Stress genug wenn er Mitte 30 ist. Wenn dein Mann gut Russisch kann - vielleicht mag das klappen. Aber das ist eure Entscheidung.

Ich kann seine "Angst" auf jeden Fall verstehen. Und ich finde es auch voelligen Quatsch in dem Alter von Deutschland nach Russland zu gehen. Alleine die Kuendigung seiner bestehenden Krankenversicherung in D kann man in Geld gar nicht aufwiegen.

In dem Alter kann man in D viel viel besser leben als in Russland. Zumindest wenn man nicht ein paar Millionen auf dem Konto hat und alles, was man in RU in Anspruch nimmt mit dem Wort "elitni" anfaengt...

Verfasst: 22 Nov 2006, 17:53
von Sternchen
Dietrich, Du hast vollkommen Recht,

aber ich will in DE auch nicht leben :( . Obwohl ich viel junger als er, bin ich absolut !!!! sicher, dass ich dort keine Arbeit finde. Und hier koennen wir zusammen arbeiten und werden die Beiden Geld verdienen.
Und welche Zukunft werde ICH in DE haben ? :(

Er arbeitet in RUS ca. 5 Jahre schon (hat Dienstreisen) und kennt die Kunden (er ist der Haupttechnologe in der Fleischverarbeitungs-Branche). Diese Kunden laden ihn immer als Technologe ein. Das bedeutet, er wird nie arbeitslos in RUS und kann dabei gutes Geld verdienen (sein Arbeitstag kostet ca. 800 EUR :shock: fuer die Firmen)

Verfasst: 22 Nov 2006, 22:05
von Uwe
Dietrich,

da vermag ich Dir nicht zu folgen. Das mag zwar Deine Ansicht sein, die aber wohl nicht allgemeinverbindlich ist.

- Wo hat man in Russland Stress?

- Warum lebt man im Alter besser in D als in RU?

- Warum ist die deutsche Krankenversicherung wichtig?

Das ist doch wohl sehr individuell und hängt stark vom Einzelfall und der gemachten Altersvorsorge ab. Die Rente wird auch nach Russland bezahlt.

Ich für meine Person möchte im Alter nicht in Deutschland leben.

Gruß

Uwe

Verfasst: 22 Nov 2006, 22:12
von Ragnar Schluchtmann
sehe ich genauso,

alles ist loesbar [/u]

Verfasst: 23 Nov 2006, 01:50
von Monzi
*klugscheissmodus an*:

Zumindestens um die Rente muss er sich keine Gedanken machen: Der staatlichen Rente ist es ziemlich wurscht, wo man sich im Alter aufhält oder mehrere Auslandsjahre macht. Es gibt einen gewissen Rentenbasissatz, dem Punkte- oder Bewertungssystem. Je nachdem wie viele Punkte man dort erreicht, wird die Altersrente im entsprechenden Verhältnis bezahlt. Wenn ihm also 7 Jahre fehlen (65 Jahre - 57 Jahre deines Mannes), bekommt er also für 7 Jahre weniger Rente, sofern er nicht freiwilliger Einzahler ist.

Bedenke aber hier, dass der Rentenfuß (also die Punkte, die man je Jahr anzammelt) sich auf das durchschnittliche Jahresgehalt eines Durchschnittsbürgers bezieht. Deinen Angaben kann man entnehmen, dass er wohl zu den Besserverdienern gehört, dementsprechende Mehrpunkte hat.

Ein kleiner Tipp: Jedes Jahr wird ein sog. Rentenbescheid versendet, der den aktuellen Punktestand und den damit verbundenen Rentenansprüchen angibt. Einfach mal anschauen, die Erläuterungen lesen und sich im Internet dazu informieren.

(P.S.: Seit der Riesterrente kennen sich Bankbetriebswirte mit dem Thema ziemlich gut aus)

(P.P..S.: Ich bin kein Bank-BWLer - ich studiere BWL nur im Abendstudium)

und zu guter letzt:

*klugscheissmodus aus*

Verfasst: 23 Nov 2006, 01:55
von Bephep
Sternchen

Du schreibst:
>>Mein Mann wird dieses Jahr 57 Jahre alt und darum hat er bestimmte Sorgen fuer seine Rente. Natuerlich hat er jetzt eine gewisse Summe in der Rentekasse. Soll er in Zukunft dieses Geld verlieren wenn er in RUS leben wird? Aber das ist doch SEIN Geld !!!! Er hat lebenslang dieses Geld gespart !!!! >>

Er hat nicht gespart sondern einen Anspruch auf Rentenzahlung.Als Selbstaendiger kann er freiwillig einzahlen ( ausser er ist in seiner Firma Geschaeftsfuehrer ).Wichtig ist den Mindesbetrag fuer die Rente,auch wenn man in RU lebt und arbeitet, weiter zu bezahlen sonst bekommt er bei einer Arbeitsunfaehigkeit kein Geld vor 65.
Es gibt in DE die Moeglichkeit sich vorher bei der Rentenversicherung zu erkundigen.