Hallo Sternchen,
nun mal nicht so eilig, manchmal dauert es ein wenig, bis jemand Zeit zum Antworten hat. Dein Beitrag ist ja noch nicht mal einen Tag alt.
wie man die Versicherungsprobleme löst, kommt darauf an,
- wo man arbeitet und
- wieviel Geld man hat.
Soweit ich das weiß, ist es so:
Nur, wer bei einem deutschen Arbeitgeber beschäftigt ist, kann seine Versicherungen alle ganz normal weiterlaufen lassen, auch wenn er z.B. für die deutsche Firma in Russland arbeitet.
Wenn man in einer russischen Firma anfängt, "fällt man aus dem deutschen System raus" und muss sich selbst kümmern. Das heißt:
Arbeitslosenversicherung gibt es nicht, denn die kann man nicht selbständig abschließen oder einzahlen.
Die
staatliche Rentenversicherung fällt auch weg, man muss private Rentenvorsorge nutzen, wenn man das will und wenn man das Geld dafür übrig hat.
Die deutsche normale
Krankenversicherung, wenn es eine gesetzliche KV ist, kann man entweder in eine Anwartschaft umwandeln (was das ist, siehe z.B. hier:
http://www.langkau24.de/pkv_lexikon/anwartschaft.html ), oder man wechselt auf den Status eines freiwillig Versicherten (was dumm ist, wenn man sowieso nie in Deutschland ist - man zahlt aber trotzdem jeden Monat den vollen Beitrag), oder man kündigt sie - das hat ein gewisses Risiko, wenn man später wieder nach Deutschland will, weil die Versicherung nicht verpflichtet ist, das ehemalige Mitglied wieder aufzunehmen, und dann muss man sich evtl. privat versichern.
Bei privaten Krankenversicherungen läuft es sicher ähnlich, aber das hängt von der Versicherungsgesellschaft ab, und manche bieten gleich inclusive einen Versicherungsschutz für längere Auslandsaufenthalte.
Für den Auslandsaufenthalt sollte man auf jeden Fall eine Krankenversicherung haben - entweder schließt man eine deutsche
Auslandskrankenversicherung ab, oder man selbst oder der russische Arbeitgeber schließt eine freiwillige Krankenversicherung in Russland ab.
Verschiedene andere Versicherungen wie
Unfall- oder Haftpflichtversicherung kann man in der Regel weiterlaufen lassen, aber man muss dafür noch eine deutsche Meldeadresse haben, was ein bißchen blöd ist. Das lohnt sich aber nur dann, wenn diese Versicherungen auch Schäden im Ausland abdecken, wo man sich ja hauptsächlich aufhält.
Ich habe einen russischen Arbeitgeber, deswegen habe ich in Deutschland leider keine Arbeitslosenversicherung und keine staatliche Rentenversicherung mehr. Meine Krankenversicherung hatte ich erst auf Anwartschaft umgestellt, habe sie aber inzwischen ganz gekündigt, weil mir das auf Dauer zu teuer war. Ich habe eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung bei der DKV laufen, und meine jetziger Arbeitgeber hat für mich eine russische Krankenversicherung in bestimmtem Wert abgeschlossen - mit der bin ich allerdings an bestimmte Kliniken gebunden, deswegen behalte ich meine DKV auf jeden Fall. Ich habe noch als Student eine kapitalbildende Lebensversicherung als private Altersvorsorge abgeschlossen, aber der monatliche Betrag ist sehr gering und wird nicht fuer eine Rente reichen (seufz). Meine Unfall- und Haftpflichtversicherung (beide gelten auch im Ausland) läuft weiter, das ist jeweils ein nicht so hoher Jahresbetrag, ich habe mich in der Wohnung meiner Eltern gemeldet.
Als Deutscher ist man natürlich an das schöne sichere Sozialsystem mit allen Versicherungen gewöhnt, und am Anfang ist die Vorstellung, dass man da raus muss, nicht so toll. Aber es geht.
Gruß,
Manu